Am Sonntag, den 3. August 2025 laden wir von 14 bis 18 Uhr herzlich ein zur Finissage der Sonderausstellung »Der Trost von Freundinnen und Freunden – Kindertransporte aus Köln 1939 und die Jawne-Hostels in England«. Es erwarten Sie und Euch Ausstellungsführungen mit der Kuratorin Cordula Lissner bzw. Kurzvorträge von und mit besonderen Gästen, kühle Getränke und die Gelegenheit zum Austausch. Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.
Programm:
15 Uhr | Jawne-Schülerinnen und -schüler aus dem Ruhrgebiet. Mit Martina Strehlen, stellvertretende Leiterin der Alten Synagoge Essen.
16 Uhr | Köln-Liverpool-Australien-Palästina/Israel – Der Jawne-Schüler Alfred (Uri) Weinberg aus Erkelenz. Mit Hubert Rütten, Mitarbeiter des LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen und Experte für Erinnerungskultur in Erkelenz.
17 Uhr | Lebenslange Freundschaften – Die Jawne-Schülerinnen aus dem Hostel in Manchester. Mit Wolfgang Richter, Lern- und Gedenkort Jawne.
Samuel Königshöfer, Schüler des jüdischen Gymnasiums Jawne, war 14 Jahre alt, als er im Januar 1939 mit einem von Direktor Klibansky organisierten Kindertransport Nazi-Deutschland verlassen und nach England ausreisen konnte. Dort lebte er mit anderen Jawne-Schülern zunächst in einem Hostel in London. Noch während des Jahres 1939 fand er dort Kontakt zur zionistisch-sozialistischen Jugendbewegung Habonim. Der junge Samuel aus orthodoxem und strenggläubigem Hause, entwickelte sich in nur kurzer Zeit zu einem begeisterten, säkularen Zionisten und sah seine Perspektive nun in einem landwirtschaftlichen und kollektiven Leben in Palästina. Doch bevor er mit seinen Kameradinnen und Kameraden einen eigenen Kibbuz in Palästina bzw. Israel gründen konnte, sollten noch verschiedene Stationen der landwirtschaftlichen und ideologischen Schulung (Hachschara) in England durchlaufen werden.
Die Briefe und Postkarten die Samuel während dieser Zeit an seinen geliebten Bruder Jonas nach Palästina schrieb, sind erhalten geblieben. Sie gewähren lebendige und bewegende Einblicke in die Lebensrealität des jungen Samuel, der nun – unerwartet und plötzlich getrennt von seiner Familie – in einem fremden Land sehr schnell erwachsen werden mußte.
Wolfgang Richter (Lern- und Gedenkort Jawne), der Samuel kennenlernen durfte und seit vielen Jahren zur Geschichte der Kölner Familie Königshöfer forscht, wird Fragmente aus Samuels Briefen und Postkarten vorstellen bzw. kommentieren sowie Zusammenhänge erläutern. Außerdem wird Samuel Königshöfer (1924 – 2023) uns im Rahmen eines Video-Rundganges, entstanden im Jahr 2012, einige Minuten lang durch den Kibbuz Kfar HaNassi in Nord-Israel führen, einen Ort, den er nach seinen „englischen Jahren“ mit aufgebaut hat und dem er sein Leben lang treu geblieben ist.
Eine Begleitveranstaltung zur aktuellen Sonderausstellung»Der Trost von Freundinnen und Freunden – Kindertransporte aus Köln 1939 und die Jawne-Hostels in England«
Als Kind glaubte Eduardo Halfon an die Lüge, die eintätowierten Ziffern auf dem Arm seines Großvaters seien dessen Telefonnummer. Nun, als Erwachsener, forscht er in seinem “Roman in zehn Runden” nach der wahren Geschichte: Auf seiner Spurensuche stößt er auf neue Fragen und erstaunliche Antworten.
Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Wir setzen darauf, dass auch viele sich selbst ein Buch vornehmen, um ihre Gedanken und Eindrücke dazu mit anderen zu teilen.
Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de
Amos Oz (1939 – 2018) war ein israelischer Journalist und Intellektueller. Er gilt als einer der bedeutendsten israelischen Schriftsteller.
»Unter Freunden« erzählt Geschichten aus der Zeit, die ihn am meisten inspiriert hat: seine Kibbuz-Jahre. Es geht darin um die elementaren Kräfte menschlicher Existenz: Einsamkeit, Liebe, Verlust, Tod, Sehnsucht, Verzicht und Verlangen.
Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Wir setzen darauf, dass auch viele sich selbst ein Buch vornehmen, um ihre Gedanken und Eindrücke dazu mit anderen zu teilen.
Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de
Ein Mädchen reist mit den Eltern, der Großmutter und ihrem Bruder nach Deutschland aus, in die Freiheit. Was sie dafür zurücklässt, sind ihre geliebte Hündin Asta, die Märchen-Telefonnummer und fast alles was sie mit Djeduschka, Opa, verbindet – letztlich ihre Kindheit. Im Westen merkt die Elfjährige, dass sie jetzt eine andere und “die Fremde” ist.
Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Wir setzen darauf, dass auch viele sich selbst ein Buch vornehmen, um ihre Gedanken und Eindrücke dazu mit anderen zu teilen.
Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de
“Für meine Eltern, die mir Sprachen gaben statt Wurzeln”
So lautet die Widmung, die Mona Yahia ihrem 2002 erschienenen Roman voranstellt. In diesem geht es um eine jüdische Familie während der 1950er und 1960er Jahre in Bagdad. Aus der Sicht eines jungen Mädchens schildert Mona den Alltag der Familie in einer Zeit, die von zunehmender Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung geprägt ist und letztlich zur Flucht der Jüdinnen und Juden aus dem Irak führte. Das Buch gibt Einblicke in eine jüdisch-arabische Welt, die es heute nicht mehr gibt.
Mona wurde 1954 in Bagdad geboren und floh 1970 mit ihrer Familie über den Iran nach Israel. Sie studierte und arbeitete in Tel Aviv. Seit 1985 lebt Mona als Autorin und Künstlerin in Deutschland.
Die jüdische Schule, die Mona in Bagdad besuchte, wurde 1973 geschlossen. Aufgrund glücklicher Umstände konnte die Schulaktevon Mona Yahia, die sich im Archiv der jüdischen Gemeinde von Bagdad befand, gerettet und erhalten werden. Wir möchten daher auch gern auf die noch bis Herbst laufende Ausstellung „Yalla. Arabisch-jüdische Berührungen“ im Jüdischen Museum Hohenems aufmerksam machen, in der es um die Geschichte arabisch-jüdischer Lebenswelten geht. Mona Yahias Schulakte ist dort ausgestellt.
Diese Veranstaltung des »Jawne-Salon« ist eine Kooperation mit der Germania Judaica – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.
Eine neue viersprachige Online-Ausstellung des Lern- und Gedenkorts Jawne würdigt die bis heute weitgehend unbekannten Kindertransporte, mit denen 1.000 jüdische Kinder aus dem Deutschen Reich nach Belgien gerettet wurden.
Als Kind glaubte Eduardo Halfon an die Lüge, die eintätowierten Ziffern auf dem Arm seines Großvaters seien dessen Telefonnummer. Nun, als Erwachsener, forscht er in seinem “Roman in zehn Runden” nach der wahren Geschichte: Auf seiner Spurensuche stößt er auf neue Fragen und erstaunliche Antworten.
Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Wir setzen darauf, dass auch viele sich selbst ein Buch vornehmen, um ihre Gedanken und Eindrücke dazu mit anderen zu teilen.
Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de
Zur Eröffnung unserer neuen Sonderausstellung “Der Trost von Freundinnen und Freunden – Kindertransporte aus Köln 1939 und die Jawne-Hostels in England” laden wir Sie herzlich ein.
Einführung in die Ausstellung: Dr. Cordula Lissner
Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.
Musik: SackScherack (Harald Sack Ziegler, Waldhorn und Dirk Schuwerack, Schlagzeug). Die beiden Kölner Musiker lassen aus dem freien Spiel von Waldhorn und Schlagzeug zarte und hypnotische Klanggebilde entstehen, die melancholisch aber auch fröhlich klingen können.
Ab dem 23. Juli bleibt der Lern- und Gedenkort Jawne donnerstags nachmittags (16–19 Uhr) geschlossen. Ab dem 3. September sind wir donnerstags wieder wie gewohnt für Sie da!