Die kleine Gruppe schwarzer Juden, deren Flucht vor der Unterdrückung in Äthiopien die Autorin beschreibt, hat nach menschlichem Ermessen kaum eine Chance. Zu groß sind die Gefahren des Weges, die von Banditen ausgehen, zu groß sind Hunger und Entbehrungen. Die uralte Weizero Channa ermutigt ihre Sippe mit einem Traum zur Heimkehr nach Zion. Auf der Flucht verlieren Desta und ihre kleine Schwester den älteren Bruder, der erschossen wird. Alles scheint nun ausweglos zu sein. Dennoch hoffen sie auf die Erfüllung des prophetischen Traumes.
Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Unser aktuelles Jahresprogramm finden Sie hier.
Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de
Sonntag, 27.09.2026 um 11.00 Uhr
Jawne-Salon | »Aga« (Romandebüt von Agnieszka Lessmann)
Lesung und Gespräch mit der Autorin
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
Ein jüdisches Mädchen kommt aus Polen über Israel nach Deutschland – in ein Land, das ihm fremd ist und dessen Geschichte es nur erahnen kann. Zwischen verschiedenen Sprachen, Namen und Lebenswelten versucht Aga zu verstehen, was die Erwachsenen ihr nicht erzählen.
In ihrem Romandebüt »Aga« erzählt Agnieszka Lessmann eindringlich und mit feinem Humor von Kindheit, Migration und jüdischem Leben in der Nachkriegszeit. Aus der Perspektive eines Kindes entsteht das vielschichtige Porträt einer Familie, geprägt von Aufbruch, Verlust und der Suche nach Zugehörigkeit.
Foto: privat
Agnieszka Lessmann, geboren in Łódź und aufgewachsen in Polen, Israel und Deutschland, ist Lyrikerin, Hörspiel- und Feature-Autorin. Im Jawne-Salon liest sie aus ihrem Roman und spricht über dessen Entstehung, über Erinnerung, Sprache und das Erzählen zwischen persönlicher Erfahrung und Literatur.
Der Eintritt ist frei.
Dienstag, 29.09.2026 um 19.00 Uhr
New Research and Perspectives on the Kindertransport to Great Britain from Cologne | Neue Forschungen und Perspektiven auf die Kindertransporte von Köln nach Großbritannien
Lecture in English | Vortrag in englischer Sprache
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
The Jawne Memorial and Educational Center welcomes Dr Amy Williams und Michael Newman OBE to an evening dedicated to new aspects of the Kindertransports from Cologne to Great Britain 1938/39.
Historian Dr. Amy Williams, Kindertransport Scholar in Residence at the Association of Jewish Refugees (AJR), will talk about her new discoveries around the Jawne and its headmaster, Dr Erich Klibansky, Cologne, and the broader story of the Kindertransport.
Michael Newman OBE, CEO of the AJR, will speak about “Dislocation and reunion: the fate of a Jawne boy”, namely his uncle Max Geppert (born Jungleib) of Cologne whose fate he has researched for many years.
Amy and Michael will also tell us about the Association of Jewish Refugees’ (AJR) preparations for the 90th anniversary of the Kindertransport in 2028 and its challenges in the present political and social climate.
Historian Dr Amy Williams discovered hitherto unknown Kindertransport lists in Israel while she was a fellow at Yad Vashem in 2024 and thereby brought Kindertransport research to a new level. In 2025 she was appointed Kindertransport Scholar in Residence at the Association of Jewish Refugees (AJR). Amy’s key roles involve helping to lead historical and commemorative efforts, generating awareness of the Kindertransport in the lead-up to the 90th anniversary in 2028, and creating a platform with AJR partners which will unite Kindertransport records for the first time. Amy is also working with Prof. Bill Niven on her second co-authored book on the transnational history of the Kindertransport for Yale University Press.
Michael Newman is Chief Executive of the Association of Jewish Refugees (AJR), which represents and supports Holocaust refugees and survivors in Great Britain. He is the grandson of a refugee who attended the Jawne school and lived in the Old City of Cologne before fleeing to Great Britain in August 1939 on a domestic visa.
Among many other positions, Michael is a member of the UK delegation to the International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) and is the 2026 chair of the IHRA’s Committee on Antisemitism and Holocaust Denial. He is a regular speaker, panellist and moderator at commemorative, cultural and literary events.
Michael Newman was awarded an OBE (Officer of the Order of the British Empire) in Her Majesty The Queen’s Birthday Honours list 2021.
Im Jahr 1691 beginnt Glückel von Hameln (1645 – 1724) ihr Leben aufzuschreiben, 1910 wird Bertha Pappenheim diesen Text aus dem Jiddischen übersetzen und veröffentlichen. Es sind die Erinnerungen einer außergewöhnlichen Frau die nach dem Tod ihres Mannes zwölf Kinder allein aufgezogen hat, das Familienunternehmen allein weiterführte und wohl die erste deutsche Frau war, die ihre Autobiografie schrieb. Ihre Memoiren geben einen klaren Einblick in das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben der Juden Mitteleuropas im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert.
Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Unser aktuelles Jahresprogramm finden Sie hier.
Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de
Sonntag, 28.06.2026 um 11.00 Uhr
Jawne-Salon | »Vier Tage – eine nahöstliche Tetralogie«
Lesung und Gespräch mit Mona Yahia
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul
„Vier Tage“ erzählt anhand jeweils eines Tages das Leben von vier Generationen einer jüdischen Familie. Vier Tage, vier Generationen, vier Welten – und doch ein gemeinsames Schicksal.
Im Mittelpunkt des eindrucksvollen Romans steht eine arabisch-jüdische Familie, deren Geschichte im Grunde das Schicksal jüdischer Menschen im Nahen Osten erzählt. Sie ist geprägt von den Erfahrungen und den Traumata des Exils, der Entwurzelung, Anpassung und Neuorientierung. Dabei geht es in jeder Generation immer auch um Fragen nach Identität und innerer Zugehörigkeit.
»Vier Tage« ist Mona Yahias zweiter Roman und erschien 2025 im SALONLiteraturVERLAG
„Ein großartiges Werk Weltliteratur über das orientalische Judentum.“ Roland Kaufhold, Hagalil
Mona Yahia wurde 1954 in Bagdad geboren und floh 1970 mit ihrer Familie über den Iran nach Israel. Sie studierte und arbeitete in Tel Aviv. Seit 1985 lebt sie als Autorin und Künstlerin in Deutschland. Mit ihrem Debütroman “Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom“ war sie schon einmal zu Gast im Jawne Salon.
Sonntag, 14.06.2026 um 17.00 Uhr
Nur drei Kisten haben überlebt – Erinnerungen an Meta und Erich Klibansky
Vernissage | Gespräch mit Jeanne Spiegel
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
Die Ausstellung erinnert an Erich und Meta Klibansky – erstmals wurde sie 2017/18 gezeigt. Jetzt ist sie erneut zu sehen: ergänzt um die Geschichte von drei Kisten Umzugsgut aus dem Haushalt der Familie. Nach 1945 gelangten diese auf verschlungenen Pfaden in den Besitz der Familie von Erichs Bruder, Joseph Klibansky. In einer der Kisten befand sich ein festtägliches Porzellanservice aus Familienbesitz. Ende 2025 erhielt der Lern- und Gedenkort Jawne einen Teil des Service als Schenkung. In unserer Ausstellung werden diese Objekte erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Bei der Eröffnung wird Jeanne Spiegel, geb. Klibansky, die Nichte von Erich Klibansky, anwesend sein und über die Geschichte der Objekte als Teil ihrer Familiengeschichte erzählen.
Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.
Dienstag, 09.06.2026 um 19.00 Uhr
Lesestunde | »Zwei Soldaten.« (Maria Lazar)
Buchbesprechung mit Andrea Schwedler
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
Ein britischer Kampfpilot und ein deutscher SS-Sturmmann liegen sich als Feinde schwerstverwundet auf dem Schlachtfeld gegenüber. In ihrer letzten Stunde beginnen sich die beiden jungen Männer zu umkreisen. Im Inneren Monolog gedenken sie ihrer Liebsten zuhause, lassen die eigene Vergangenheit und Gegenwart vor dem geistigen Auge aufflammen. Doch der Krieg kennt keine Versöhnung. Eine Verständigung bleibt bis zuletzt unmöglich.
Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Unser aktuelles Jahresprogramm finden Sie hier.
Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de
Die Buchrestauratorin Hanna wird 1996 von Sydney in das vom Bürgerkrieg zerrissene Sarajevo gerufen. Sie soll dort die kostbare Sarajevo-Haggadah, eine jüdische Handschrift aus dem 15. Jahrhundert untersuchen. In der Bibliothek angekommen, trifft sie auf den zurückhaltenden moslemischen Museumsleiter, der das Buch vor der Zerstörung gerettet hat. Er irritiert und fasziniert sie gleichermaßen. Und je mehr sich Hanna auf ihrer Spurensuche durch ganz Europa, mit der Schrift und ihrer geheimnisvollen Geschichte beschäftigt, desto mehr wird sie auch mit ihrer Vergangenheit und Herkunft konfrontiert,
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Sonntag, 19.04.2026 um 11.00 Uhr
Jawne-Salon | Auf den Spuren der Lehrerfamilie Hartog aus Jever
Bildvortrag von Ainslie Hepburn mit Lesung aus ausgewählten Briefen (englisch/deutsch)
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
„Es begann mit den Briefen. Es waren ziemlich viele, eng gepackt in einer großen Lederbrieftasche und ganz hinten im Schlafzimmerschrank verstaut.“
Als Ainslie Hepburn die Briefe fand, die Henny und Hermann Hartog an die Töchter Lore und Inge geschrieben hatten, wusste sie noch nicht, wohin sie diese Entdeckung führen würde. Die jüdische Familie Hartog lebte in den 1920er/30er Jahren in Jever und Wilhelmshaven, dort amtierte Hermann Hartog als Lehrer an jüdischen Schulen und Kantor. Die Töchter konnten noch rechtzeitig aus NS-Deutschland nach England emigrieren. Ihre Eltern flohen 1939/40 über Brüssel nach Südfrankreich. Die einzige Verbindung blieben die Briefe – bis die Eltern 1942 verhaftet und über das Lager Gurs nach Auschwitz deportiert und ermordet wurden.
Ainslie Hepburn, Schriftstellerin und Historikerin, veröffentlichte 2025 das Buch „In the Footsteps of the Holocaust. The Story and Letters of a German Jewish Family“. Dort beschreibt sie die Spurensuche, auf die sie sich mit ihrem Mann Peter Hepburn, dem Enkel von Henny und Hermann Hartog, machte. Ihre Publikation ist ein berührendes Beispiel für die Erinnerungsarbeit der zweiten und dritten Generation im Andenken an die verfolgten und ermordeten jüdischen Verwandten.
Ainslie Hepburn und ihr Mann Peter leben in Brighton und im ländlichen Sussex.
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
Der Lern- und Gedenkort Jawne beteiligt sich mit zwei Führungen bzw. Rundgängen am Programm des überregionalen Projektes DENKMAL AM ORT. Details zu den Veranstaltungen in Köln finden Sie hier.
13:30 Uhr |Die Jawne – ein Zentrum jüdischen Lebens und Lernens in Köln (1919-1942)
Auf dem Erich-Klibansky-Platz nahe des Friesenviertels sprudelt der Löwenbrunnen. Er erinnert an die Deportation und Ermordung jüdischer Kinder und Jugendlicher aus Köln und an eines der Zentren jüdischen Lebens in der Domstadt. Neben einer Synagoge gehörte das Jüdische Gymnasium Jawne dazu. Heute befindet sich hier der Lern- und Gedenkort Jawne, der die Geschichte der Schule und ihrer Schüler*innen lebendig hält. Eine Führung durch die Ausstellung und ein Gang um den ehemaligen Schulhof machen den Ort erfahrbar.
14:30 Uhr | Spurensuche: Eva Alsberg – eine Schülerin der Jawne und die Geschichte ihrer Familie
Die Entfernung zwischen der Königin-Luise-Schule und der Jawne beträgt heute kaum 100 Meter. Doch für meine Mutter, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft diese Schule verlassen musste und auf die Jawne wechselte, muss es ein langer und schwieriger Weg gewesen sein.” (Barbara Walker)
Stadtteilrundgang auf der Suche nach Spuren, die Eva Alsberg und ihre Familie in der näheren Umgebung der Jawne hinterlassen hat. Die Künstlerin Barbara Walker aus Berlin und Tochter von Eva Alsberg wird den Rundgang mit Fotografien, Dokumenten und Erzählungen aus dem Familienkontext begleiten.
Dienstag, 14.04.2026 um 19.00 Uhr
Lesestunde | »Gewässer im Ziplock« (Dana Vowinckel)
Buchbesprechung mit Peter Weber
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
Ein Sommer zwischen Berlin, Chicago und Jerusalem. Wie jedes Jahr verbringt die fünfzehnjährige Margarita ihre Ferien bei den Großeltern in den USA. Doch sie hat Heimweh, nach ihren Freunden und ihrem Vater. Die Mutter hat die beiden verlassen, als Margarita drei Jahre alt war. Höchste Zeit, beschließt der Familienrat, dass sie einander besser kennenlernen. Und so wird Margarita in ein Flugzeug nach Israel gesetzt, wo ihre Mutter seit Kurzem lebt. Gleich nach der Ankunft geht alles schief.
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Sonntag, 12.04.2026 um 17.00 Uhr
Finissage der Ausstellung »Als wäre nichts gewesen« | Rita Frind – Werke
Finissage | Performance | Gespräche
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
Rita Frind wird zum letzten Mal ihre beeindruckende Performance »Geh nicht raus!« aufführen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit für Gespräche mit der Künstlerin und dem Ausstellungs-Team.
Seit dem 31. August 2025 fanden die außergewöhnlichen künstlerischen Formen und Werke bei vielen BesucherInnen große Resonanz. Es gab eine Vielzahl von Gesprächen mit der Künstlerin im Lernort, und es kamen viele Gruppen und Schulklassen. Besonders war die Veranstaltung mit Rita Frind, in der sie umfangreich Auskunft über ihre Arbeit und ihr Leben gab. Zum Thema der zweiten und dritten Generation hielt die Sammlungsleiterin des Jüdischen Museums Wien, Gabriele Kohlbauer-Fritz, einen Vortrag. Die Ausstellung war Teil der Gedenkveranstaltungen am 9.11.2025 und 27.01.2026.
Die Künstlerin und der Lern- und Gedenkort Jawne wurden für dieses Projekt von der Imhoff Stiftung mit einem Förderpreis ausgezeichnet.
Dienstag, 10.03.2026 um 19.00 Uhr
Lesestunde | »Ein Mädchen nicht von dieser Welt« (Aharon Appelfeld)
Buchbesprechung mit Jo Ojan
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
Adam und Thomas sind überrascht, als sie sich zufällig im Wald begegnen. Ihre Mütter haben die Jungen dort versteckt, weil es im Ghetto zu gefährlich wurde. Nun müssen die beiden Neunjährigen in der Natur zurechtkommen. Doch die Schrecken von Krieg und Verfolgung sind nie weit entfernt: nachts hören sie Schüsse, einmal stoßen sie auf einen Verwundeten. Die einzige Hilfe von außen ist die kleine Magd Mina, die die Jungen heimlich versorgt – eine Heilige der Tat. Doch auch Mina gerät in Gefahr …
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