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Lesestunde | »Ich, Bertha Pappenheim« (Franz Macijewski)

© Osburg Verlag


Mit Bertha Pappenheim (1859–1936) begegnet uns eine der großen Gestalten der deutsch-jüdischen Geschichte. Zu Lebzeiten war sie eine Berühmtheit. Als streitbare Feministin gründete sie den Jüdischen Frauenbund und stritt mit Martin Buber über eine Reform des orthodoxen Judentums. Als mutige Aktivistin an vielen Fronten dabei, geriet sie dennoch nahezu in Vergessenheit.

Die Lesestunde in der Jawne ist ein gemeinsames Veranstaltungsformat, organisiert von „Chaverim – Freundeskreis zur Unterstützung des liberalen Judentums in Köln“ und der „GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.“

Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Unser aktuelles Jahresprogramm finden Sie hier.

Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de

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Jawne-Salon | »Auf der Suche nach der verlorenen Identität«

Die Suche nach der eigenen Identität als Jude und Jüdin innerhalb einer nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft war eines der zentralen Themen im Schaffen vieler Schriftsteller*innen jüdischer Herkunft. Besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – einer Zeit großer sozialer, gesellschaftlicher und politischer Turbulenzen und Umbrüche – gewinnt die Auseinandersetzung mit dem eigenen jüdischen “Ich”, den Fragen nach der Selbstbestimmung und -wahrnehmung immer mehr an Bedeutung.

Alexander Lifland (links) und Roman Salyutov (Foto: privat)

Am Beispiel der zwei weltbekannten Schriftsteller – Franz Kafka aus Prag und Isaak Babel aus Odessa – nehmen uns Roman Salyutov und Alexander Lifland mit auf eine gedankliche und musikalische Zeitreise, um mehr von Kafka und Babel und ihrer Zeit zu erfahren sowie auch den immer wiederkehrenden Fragen rund um die Identität jüdischer Menschen in der Diaspora.

Der Eintritt ist frei – um Spenden wird gebeten.

Der »Jawne-Salon« ist ein Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkort Jawne und Judaica Cologne und möchte der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Köln mehr Raum und Sichtbarkeit geben.

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Lesestunde | »Am Samstag aß der Rabbi nichts« (Harry Kemelmann)

© Unionsverlag

Auf Rabbi David Small lastet ein schlimmer Verdacht: Hat er den Jüdischen Friedhof entweiht, indem er dort einen Selbstmörder begrub? Der Rabbi und Amateurdetektiv ermittelt auf eigene Faust und findet heraus, dass der Mann ermordet wurde. Doch damit steckt er plötzlich in noch viel größeren Schwierigkeiten als zuvor. Der zweite Fall für Rabbi David Small, den kurzsichtigen, unsportlichen, aber überaus scharfsinnigen Schriftgelehrten, der nie um eine treffende Sentenz aus dem Talmud verlegen ist.

Die Lesestunde in der Jawne ist ein gemeinsames Veranstaltungsformat, organisiert von „Chaverim – Freundeskreis zur Unterstützung des liberalen Judentums in Köln“ und der „GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.“

Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Wir setzen darauf, dass auch viele sich selbst ein Buch vornehmen, um ihre Gedanken und Eindrücke dazu mit anderen zu teilen. Den aktuellen Flyer finden Sie hier.

Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de

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Veranstaltung

Matinée | Erinnerungskultur im öffentlichen Raum 

Enfant Caché – in Erinnerung an Adi Bader (1931-2023)

theaterkunst.koeln stellt mit »Enfant Caché / Kölsche Pänz« eine künstlerische Intervention im öffentlichen Raum vor. Der Kurzfilm setzt sich entlang des ehemaligen Schulweges der drei jüdischen Kölner Brüder Martin, Georg und Adi Bader mit Zeugnissen und Dokumenten auseinander, die die Auflösung der Identität der childsurvivor dokumentieren und ihren Überlebensinstinkt als Widerstandsakt kenntlich machen. In der pädagogischen Begleitung des Projektes haben wir uns mit der Ansprache von jungen Menschen zu dem Thema Erinnerungskultur auseinandergesetzt und stellen einige Erkenntnisse aus dieser work in progress vor. 

Das verborgene Jüdische Köln – eine Entdeckungstour

Foto: privat

Kölner:innen und Besucher:innen sind im öffentlichen Raum von Spuren jüdischen Lebens umgeben, ohne dass dies ihnen bewusst ist. Während fast 3000 Stolpersteine allgegenwärtig sind, bleiben die Menschen an die sie erinnern und ihre Lebensgeschichten oft verborgen. Ebenso wenig bekannt sind die Orte einer kleinen, aber lebendigen jüdischen Gemeinde. In dieser interaktiven Veranstaltung wird uns Terry Mandel, Gründerin des Freundeskreises The Unerasure Projekt e.V., dabei helfen, das jüdische Leben in den Kölner Vierteln zu entdecken. Terry wird auf Englisch sprechen.

Eine Veranstaltung von theaterkunst.koeln und Freundeskreis the Unerasure Projekt e.V. in Kooperation mit dem Lern- und Gedenkort Jawne – den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier.

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Aktuelles

Pädagogin, Autorin, Zeitzeugin – Tamar Dreifuss seligen Angedenkens

Am 18. Oktober 2025 ist unsere langjährige Weggefährtin und Freundin Tamar Dreifuss in Köln gestorben. Am 5. März haben wir noch ihren 87. Geburtstag mit ihr feiern können.

Wir werden Tamar sehr vermissen – in unserer Arbeit und in unserem Alltag.

Tamar Dreifuss spricht im November 2009 am Löwenbrunnen mit Jugendlichen, während einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Novemberpogroms 1938
©
Lern- und Gedenkort Jawne

Fast 25 Jahre lang hat Tamar Dreifuss in zahllosen Schulstunden, Seminaren und Veranstaltungen Kinder, Jugendliche und Erwachsene über die Zeit des nationalsozialistischen Terrors in Europa aufgeklärt. Für jede Gruppe von Zuhörenden hat sie ganz eigene Worte gefunden, um die Geschichte ihrer Familie in der Shoah zu erzählen und vom Mut ihrer Mutter zu berichten, die ihre kleine Tochter vor der Verfolgung gerettet hat.

Die Autobiographie ihrer Mutter, die Tamar aus dem Jiddischen ins Deutsche übersetzt hatte und aus der sie in ihren Veranstaltungen vorlas, erweiterte und vertiefte das, was ihre Zuhörer*innen von Tamar Dreifuss lernen konnten. 2009 erschien ihr eigenes Kinderbuch „Die wundersame Rettung der kleinen Tamar 1944“. Mit diesem Buch erreichte sie auch jüngere Kinder, ohne sie zu überfordern. Viele Male durften wir im Lern- und Gedenkort Jawne und in Schulprojekten selbst mit erleben, wie beeindruckt und begeistert Schülerinnen und Schüler von Tamars Unterrichtsbesuchen und Projektstunden waren.

Am 5. März 1938 in Wilna geboren, überlebte Tamar Schapiro als kleines Kind eine Zeit im Versteck und im Ghetto Wilna. Ihrer Mutter gelang nach vergeblichen Fluchtversuchen aus einem Deportationszug mit ihrer Tochter an der Hand die Flucht aus einem Zwischenlager. Vater und Großeltern wurden Opfer der Shoah in Litauen.

Mit ihrer Mutter Jetta Schapiro-Rosenzweig und dem Stiefvater konnte Tamar 1948 nach Israel auswandern, wo sie erwachsen wurde und eine pädagogische Ausbildung abschloss. 1959 heiratete sie in Tel Aviv Harry Dreifuss und ging mit ihm nach Köln. 40 Jahre lang war sie als Erzieherin und Religionslehrerin in der Synagogen-Gemeinde tätig. 2001 begann sie ihre Arbeit als Zeitzeugin.

Tamars Cousin, der Künstler Samuel Bak, wie sie ein Überlebender der Shoah aus Wilna, hat für ihre pädagogische Kompetenz einfühlsame Worte gefunden:

„Tamar geht an Schulen, konfrontiert lebhafte Kinder verschiedenen Alters. Und sie hängen an ihren Lippen. (…) In die Seele dieser Menschen hat sie das Wissen gepflanzt, was Rassismus bedeutet, was Intoleranz verursachen kann, und was Menschen fähig sind, einander anzutun. Wir müssen hoffen, dass dieses Wissen sie davor bewahren wird, die Fehler der Menschheit zu wiederholen.“

Tamar wird uns sehr fehlen. Aber die Erinnerung an sie und an das, was sie vermittelt hat, wird viele Menschen ihr Leben lang begleiten.

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Gedenkstunde am Löwenbrunnen

Der Löwenbrunnen auf dem Erich-Klibansky-Platz
© M. Paret

Im Rahmen der Gedenkstunde werden Schüler:innen von Kölner Schulen an die Lebensgeschichten einiger Schülerinnen und Schüler der Jawne erinnern. Neben den Schulen sind auch Mitglieder und Vertreter:innen der Synagogengemeinde eingeladen sowie Vertreter:innen der Stadt Köln – ebenso alle engagierten und interessierten Bürger:innen, die ein Zeichen für das Erinnern und gegen Antisemitismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit setzen möchten.

Die Gedenkstunde findet am Löwenbrunnen statt. Der Brunnen erinnert mit den Namen auf dem Brunnenrand an die über 1.100 jüdischen Kinder und Jugendlichen aus Köln, die von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden.

Wir freuen uns über zahlreiche Teilnehmende.

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»Geh nicht raus!« | Wiederaufführung der Performance mit Rita Frind

Performance »Geh nicht raus!«
© Juliane Rückriem

Im Rahmen ihrer Ausstellung »Als wäre nichts gewesen« zeigt der Lern- und Gedenkort Jawne die Performance »Geh nicht raus!« von Rita Frind.

Im Anschluss laden wir ein zu einem Gespräch mit der Künstlerin. Moderation: Werner Fleischer

Die Künstlerin Rita Frind setzt sich in eindrücklicher Weise mit der Fluchtgeschichte ihrer Mutter und ihrer Großeltern und deren Rückkehr in die postnazistische Gesellschaft Kölns auseinander. Mit großformatigen Fotomontagen, grafischen Recherche-Tafeln, 121 Monatsblättern mit Tagesstempeln, zugehöriger Toninstallation und Performance wird die Zeit der existentiellen Ausnahmesituation sinnlich erfahrbar.

Sie erinnert mit dieser Ausstellung an ihre jüdischen Vorfahren, die Kölner Familien Lewkowicz und Slodzina. Bevor die Nazis 1933 die Macht bekamen, lebten die Vorfahren mütterlicherseits als Großfamilie mit drei Generationen in Köln. Durch die nazistische Verfolgung wurden zahlreiche Familienmitglieder deportiert und ermordet. Die Überlebenden der Familie, denen die Flucht gelungen war, wurden in alle Welt verstreut.

© Juliane Rückriem

Den Großeltern und der Mutter gelang 1939 die Flucht nach Belgien. Kurz vor dem deutschen Überfall auf Belgien 1940 floh die Familie weiter nach Toulouse, Südfrankreich. Im Januar 1947 kamen sie zu dritt zurück nach Köln.

Im Gespräch mit Rita Frind fragen wir nach den Wegen, Mitteln und Erfahrungen der Spurensuche. Wir fragen nach den inneren Gefühlserbschaften und deren Folgen, die sich für das Kind von Überlebenden der Schoa stellen. Thematisiert werden, soll die Bedeutung der künstlerischen Werke für die Verarbeitung der Geschichte der Verfolgung und auch inwiefern diese Auseinandersetzung die Arbeit des Lern- und Gedenkortes Jawne betrifft.

Die Besucher:innen sind herzlich dazu eingeladen, sich mit ihren Fragen und Beiträgen an dem Gespräch mit der Künstlerin zu beteiligen.

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Lesestunde | »Wildwuchs: Erzählungen aus Wolhynien« (Chaim Nachman Bialik)

© C.H.Beck Verlag

Das dörfliche Leben der jüdischen Holzhändlerfamilie ist für die Kinder ein festgefügter Kosmos, doch für die Obrigkeit illegal, und so bahnt sich langsam die Katastrophe an … Zwei Nachbarskinder, Noah und Marinka, können sich jahrelang nur durch Löcher im Zaun verständigen. Am Ende siegt die Liebe über den Hass der Eltern, aber nur scheinbar … Ein Junge entzieht sich durch Nichtstun dem strengen Vater und erträumt sich eine ganz eigene Welt: das gelobte Land daheim.

Die Lesestunde in der Jawne ist ein gemeinsames Veranstaltungsformat, organisiert von „Chaverim – Freundeskreis zur Unterstützung des liberalen Judentums in Köln“ und der „GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.“

Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Wir setzen darauf, dass auch viele sich selbst ein Buch vornehmen, um ihre Gedanken und Eindrücke dazu mit anderen zu teilen. Den aktuellen Flyer finden Sie hier.

Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de

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Jawne-Salon | Ruth und Ludwig und die Kunst: Begegnungen in Köln und London

Ruth Prawer Jhabvala (1927 – 2013) trifft den Maler Ludwig Meidner (1884 – 1966) an der Kölner Jawne, wo er ihr Kunstlehrer ist. Im Londoner Exil sehen sie sich wieder, und Ludwig zeichnet mehrere Porträts von ihr. Ruth, die später eine international bekannte Schriftstellerin wird, ließ sich von den besonderen Begegnungen mit dem Künstler zu ihrer Kurzgeschichte „Refuge in London“ (2004) inspirieren.

Rita von Schwartzenberg, die Biografin Ruth Prawer Jhabvalas, gibt Einblicke in das Leben dieser herausragenden Autorin, die sowohl mit dem Booker-Preis als auch mit zwei Oscars ausgezeichnet wurde. Ruths Tochter Ava Jhabvala Wood liest aus der Kurzgeschichte ihrer Mutter im englischen Original, die Schauspielerin Lisa Schell aus Berlin trägt die deutsche Übersetzung vor.

Ruth Prawer 1936 in Köln
Foto: Familienalbum

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Germania Judaica – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V. statt.

Der Jawne-Salon ist ein Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkort Jawne und Judaica Cologne. Wir möchten der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Köln mehr Raum und Sichtbarkeit geben sowie Möglichkeiten der Begegnung schaffen.

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Lesestunde | Bücher zum 7. Oktober 2023

© Suhrkamp Verlag / Jüdischer Verlag

In der Lesestunde im Monat Oktober werden wir uns mit zwei Büchern beschäftigen, die von den Schrecken des 7. Oktober 2023 berichten – der Tag an dem die Hamas Israel überfiel, etwa 1200 Menschen tötete und 251 Geiseln nahm.

Die Tore von Gaza (Amir Tibon) – Eine Geschichte von Terror, Tod, Überleben und Hoffnung. Der 7. Oktober 2023 – geschildert von einem Überlebenden des Kibbuz Nahal Oz.

Israel, 7. Oktober: Protokoll eines Anschlags (Lee Yaron) – Eindringlich und bewegend erzählt die israelische Journalistin Lee Yaron von den letzten Stunden der Menschen, die am 7. Oktober 2023 von den Hamas-Terroristen ermordet wurden.

Die Lesestunde in der Jawne ist ein gemeinsames Veranstaltungsformat, organisiert von „Chaverim – Freundeskreis zur Unterstützung des liberalen Judentums in Köln“ und der „GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.“

© S. Fischer Verlag

Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Wir setzen darauf, dass auch viele sich selbst ein Buch vornehmen, um ihre Gedanken und Eindrücke dazu mit anderen zu teilen. Den aktuellen Flyer finden Sie hier.

Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de