Veranstaltungen

Dienstag, 10.02.2026 um 19.00 Uhr

Lesestunde | »Europäische Erziehung« (Roman Gary)

Buchbesprechung mit Herbert Uerlings

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

© Wagenbach Verlag

Janek ist beinahe noch ein Kind, als ihn sein Vater im Wald versteckt. Tagelang haben sie die unterirdische Höhle gegraben, mit Schlafplatz, Feuerstelle und einem großen Vorrat an Kartoffeln. Es ist Winter, der Schnee liegt hoch, und in der Ferne tobt die Schlacht um Stalingrad. In anderen Höhlen, tiefer im Wald, verstecken sich die »Waldler«: Polen, Ukrainer, Juden im Kampf gegen die Besatzer.

Die Lesestunde in der Jawne ist ein gemeinsames Veranstaltungsformat, organisiert von „Chaverim – Freundeskreis zur Unterstützung des liberalen Judentums in Köln“ und der „GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.“

Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Unser aktuelles Jahresprogramm finden Sie hier.

Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de

Donnerstag, 26.02.2026 um 19.00 Uhr

»Der Holocaust im familiären Gedächtnis – Die Dritte Generation«

Vortrag von Gabriele Kohlbauer-Fritz (Jüdisches Museum Wien)

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Gabriele Kohlbauer-Fritz
© privat

Im Rahmen der Ausstellung „Als wäre nichts gewesen“ – Werke von Rita Frind spricht die Kuratorin Gabriele Kohlbauer-Fritz über das Ausstellungsprojekt „Der Holocaust im familiären Gedächtnis – Die Dritte Generation“. Die Schau wurde 2024 im Jüdischen Museum Wien gezeigt und läuft aktuell im Jüdischen Museum München.

Die Geschichte der Überlebenden der Schoa wurde an die Generationen der Kinder und Enkelkinder weitergegeben. Während die Zweite Generation mit den psychischen und physischen Verletzungen ihrer Eltern aufwuchs, blickt die Dritte mit einer größeren zeitlichen Distanz auf die Familiengeschichte. Dennoch ist das Erbe der Erinnerung und des Schweigens in den Familien allgegenwärtig. Die Ausstellung „Die Dritte Generation“ erkundet verschiedene Strategien der Bewältigung und Auseinandersetzung mit dem Erbe der Schoa. Sie zeigt mit künstlerischen Arbeiten, wie Traumata von Generation zu Generation weitergegeben und verarbeitet werden.

© Verlag Hentrich & Hentrich

Die ausgestellten Objekte zeugen von Abgrenzung und Aneignung, von Erinnern und Vergessen-wollen, von den Versuchen, die großen Lücken in den Familiengeschichten zu füllen. Gleichzeitig reflektieren viele Werke das weltweite Erstarken des Antisemitismus und des Autoritarismus sowie Terror und Krieg. Dies führt einerseits zur Retraumatisierung, andererseits aber auch zu Anstößen für verstärktes Engagement für Frieden und Menschenrechte.

Gabriele Kohlbauer-Fritz, geboren in Friesach, studierte Slawistik und Judaistik in Wien und Moskau. Seit 1993 Kuratorin am Jüdischen Museum Wien, seit 2011 Sammlungsleiterin. Sie hat zahlreiche Ausstellungen kuratiert, u.a. „Beste aller Frauen – weibliche Dimensionen im Judentum“ (2007), „Genosse Jude. Wir wollten nur das Paradies auf Erden“ (2017), „Die Ephrussis – eine Zeitreise“ (2020), „Die Wiener Rothschilds. Ein Krimi“ (2021). Zudem hat sie zahlreiche Kataloge und Bücher herausgegeben und Aufsätze zur jüdischen Geschichte publiziert.


Veranstaltungen (Archiv)

Freitag, 26.01.2024 um 12.30 Uhr

Gedenkstunde am Löwenbrunnen

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Am Freitag, den 26. Januar treffen sich Schüler:innen, Vertreter:innen der Synagogen-Gemeinde, der Kirchen und der Stadt Köln, sowie der Arbeitskreis des Lern- und Gedenkorts Jawne und alle interessierten Bürger:innen am Löwenbrunnen, um an die aus Köln deportierten und ermordeten jüdischen Kinder und Jugendlichen zu erinnern. 

Der Löwenbrunnen auf dem Erich-Klibansky-Platz hält die Erinnerung an die über 1100 aus Köln deportierten und jüdischen Kinder und Jugendlichen wach, daher versammeln wir uns zum Gedenken an diesem Ort. Die Beiträge der Schüler:innen nehmen die Lebensgeschichten und Erinnerungen von Kindern in den Blick, die mit den Kindertransporten nach England oder auf anderen Wegen gerettet wurden. Antisemitismus damals und heute beschäftigt die Schülergruppen ebenfalls. Mitwirken werden unter anderem Schüler:innen des Ursulinengymnasium (Klasse 9) und der Werner-von-Siemens-Schule (Berufskolleg). 

Wir freuen uns, wenn viele Bürgerinnen und Bürger sich am Gedenken beteiligen und so ein Zeichen gegen Judenfeindschaft und für die bleibende Bedeutung des Erinnerns setzen.

Mittwoch, 17.01.2024 um 19.00 Uhr

»Erinnerung an Shmuel Hatsor«

85. Jahrestag des ersten Jawne-Kindertransports

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Shnuel Hatsor (früher Samuel Königshöfer), ca. 1938
© Lern- und Gedenkort Jawne

Vor 85 Jahren, am 17. Januar 1939, verließen etwa 30 Schüler des jüdischen Gymnasiums Jawne den Kölner Hauptbahnhof mit einem Zug in die Niederlande. Von dort ging es weiter nach England in den Londoner Stadtteil Cricklewood. Dort, in der Minster Road No.1, befand sich das erste von Direktor Klibansky organisierte “Jawne-Hostel”, das den Kölner Jugendlichen Schutz vor weiterer Ausgrenzung und Verfolgung durch die Nazis bot. Drei weitere Gruppen konnten im Laufe des Jahres 1939 folgen – über hundert Schülerinnen und Schüler der Jawne konnten Nazi-Deutschland auf diesem Weg entkommen.

Einer der Jungen, die Köln im Januar 1939 verließen, war Samuel Königshöfer (später Shmuel Hatsor), der in der Dasselstraße wohnte.

Am 85. Jahrestag dieses ersten Jawne-Kindertransports werden wir Teile des sehr persönlichen Video-Interviews zeigen, das wir 2012 in Israel mit Shmuel führen konnten. Darin berichtet er über den “Kindertransport” und die sozialistisch-zionistische Jugendbewegung “Habonim”, sowie seine Emigration nach Palästina und die Gründung des Kibbuz Kfar HaNassi im Norden Israels, in dem er sein ganzes Leben verbrachte. Am 26. August 2023, nur wenige Tage vor seinem 99. Geburtstag, starb er dort.

Zwischen den Video-Clips werden Fragmente aus Shmuels Briefen vorgestellt, die er aus England an seinen Bruder in Palästina schrieb. Diese gewähren bewegende Einblicke in die Realität des 15-jährigen Samuel, der nun, plötzlich getrennt von seiner geliebten Familie, sehr schnell erwachsen werden musste…

Nach der Präsentation besteht die Möglichkeit zum Austausch bei einem Getränk.

Sonntag, 14.01.2024 um 11.00 Uhr

»Jawne-Salon« mit Lara Morris

Konzert und Musikgespräch

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Der »Jawne-Salon« beginnt das Jahr 2024 musikalisch und lädt zum Konzert und Musikgespräch mit der israelischen Flötistin Lara Morris ein.

Auf dem Programm werden Werke aus der Zeit des 16.-18. Jahrhunderts stehen (Jonkheer Jacob van Eyck | G. Bassano Boismortier | Georg Philipp Telemann | Johann Sebastian Bach).

Mehr Informationen zu Lara Morris unter: https://www.laramorris.com/

© Lara Morris

Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns über Ihren Besuch!

Der »Jawne-Salon« ist ein Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkort Jawne mit Judaica Cologne. Die Veranstaltungsreihe möchte der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Köln mehr Raum und Sichtbarkeit geben sowie Möglichkeiten der Begegnung schaffen.

Dienstag, 12.12.2023 um 19.00 Uhr

Der Name auf einer Liste. Adolf Hochberg – ein Warschauer Ghettokämpfer aus Köln

Vortrag von Knut Bergbauer

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Adolf Hochberg (Mitte) mit seinen drei jüngeren Brüdern: Max (links), Willi und Bernhard (rechts). Vor Adolf steht sein Cousin Bernhard Szleper, das Foto entstand Mitte der 1930er Jahre. Max und Willi Hochberg wurden in Auschwitz ermordet. Bernhard Hochberg und Bernhard Szleper überlebten.
© Familie Szleper.

Im Sommer 1943, wenige Wochen nach dem Aufstand im Warschauer Ghetto, begannen drei der überlebenden Anführerinnen des Aufstands: Yitzak Zuckerman, Zivia Lubetkin und Marek Edelman, mit der Niederschrift einer Liste, die die Namen aller ehemaligen Mitkämpferinnen ihrer Kampforganisation enthalten sollte. Sie kamen auf 222 Kombattant:innen. Auf der Liste findet sich auch der Name von Adolf Hochberg, einem deutschen Juden, der aus Leipzig stammen soll. Unlängst hat der israelische Historiker Tom Navon in einem Aufsatz darauf hingewiesen, dass jener Adolf Hochberg jedoch aus Köln kam.
Wahrscheinlich wurde er, zusammen mit seinem Vater, seinem Onkel und dem jüngeren Bruder Bernhard, am 28. Oktober 1938 von Köln aus nach Zbąszyń abgeschoben.

Die Biographie Adolf Hochbergs ist, bis auf einige kleinere Annotationen und Navons Aufsatz, bisher unerzählt. Die Veranstaltung möchte versuchen, sich anhand weiterer Puzzleteile, dieser Geschichte zu nähern. Auch wenn Vieles, vor allem auf Grund fehlender Quellen, nur angedeutet und vermutet werden kann, lohnt es sich diese Fragmente einer Geschichte von Adolf Hochberg, dem Warschauer Ghettokämpfer aus Köln, genauer anzuschauen. Eine Annäherung, in der auch der Kontext der jüdischen Jugendbewegung in Deutschland und Polen im Focus stehen wird.

Knut Bergbauer (Dipl.-Sozpäd.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des DFG-Forschungsprojektes “Zwischen Alijah und Flucht. Jüdische Jugendbünde und zionistische Erziehung unter dem NS-Regime und im vorstaatlichen Israel zwischen 1933-1945“. Seine Forschungsschwerpunkte sind die jüdische Jugendbewegung im 20. Jahrhundert sowie Geschichte der Arbeiterbewegung und des Widerstandes im Nationalsozialismus in Deutschland.

Donnerstag, 07.12.2023 um 19.00 Uhr

»Wir waren eine Gruppe von 54 Kindern«

Lebensgeschichten nach Zbąszyń verschleppter Jawne-Schüler:innen. Vortrag von Dr. Cordula Lissner

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

In einer brutalen Massenabschiebung wurden am 28. und 29. Oktober 1938 Juden und Jüdinnen mit polnischem Familienhintergrund aus dem Deutschen Reich vertrieben. Diese „Deportation vor den Deportationen“ betraf auch jüdische Kölner und Kölnerinnen, die verhaftet, in Züge gepfercht und mit Gewalt über die polnische Grenze getrieben wurden – darunter auch Schülerinnen und Schüler des jüdischen Gymnasiums Jawne. In der Grenzstadt Zbąszyń entstand ein großes Flüchtlingslager. Eine polnisch-jüdische Hilfsorganisation rettete etwa 250 Kinder, die in drei „Kindertransporten“ über Gdynia mit einem Schiff nach London gelangten.

Die Historikerin Dr. Cordula Lissner beleuchtet Biographien jüdischer Kinder, die vor 85 Jahren aus Köln vertrieben wurden und von denen einige in England wieder mit ihren früheren Klassenkamerad*innen zusammengefunden haben.

Großbritannien: Kinder polnischer Juden aus dem Gebiet zwischen Deutschland und Polen bei Ihrer Ankunft mit der “Warschau” in London. Fotografie, Februar 1939 ©Bundesarchiv Bild 183-S69279

Donnerstag, 23.11.2023 um 19.00 Uhr

Neue Wege der Erinnerungsarbeit in Zbąszyń

Bildvortrag mit Wojciech Olejniczak und Agnieszka Juraszczyk, Stiftung TRES (Polen)

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Die Aktivist:innen der „Fundacja TRES“ stellen künstlerische und dokumentarische Projekte vor, mit denen sie an die Geschichte der 1938 nach Zbąszyń deportierten Menschen erinnern. 

Die in Zbąszyń ansässige Fundacja TRES engagiert sich seit über 16 Jahren auf lokaler Ebene, um vor Ort kulturelle Initiativen und interkulturelle Kommunikation zu unterstützen, oft auch in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Kooperationspartner:innen. Durch die Organisation von Seminaren, Ausstellungen, Konzerten und sonstigen Kultur- und Bildungsveranstaltungen trägt sie zum Aufbau einer vielfältigen Zivilgesellschaft und zur Förderung von Demokratie und Toleranz bei.

 

Sonntag, 19.11.2023 um 11.00 Uhr

»Der Mantel«

Die Autorin Brigitte Jünger stellt ihr Jugendbuch mit Fotografien und Hördokumenten vor.

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

© Jungbrunnen Verlag

Das Buch basiert auf einer wahren Geschichte. Fanette, ein 14jähriges Mädchen aus Paris, geht ihr auf die Spur. Sie kümmert sich liebevoll um ihren 95jährigen Nachbarn, Aron Schatz. Er kommt aus Deutschland und überlässt ihr den Abholschein für einen Mantel, von dem niemand glaubt, dass er noch existiert. Der Mantel, weit mehr als nur ein Kleidungsstück, erzählt Geschichte. Er erzählt von der Hoffnung auf die Rückkehr einer jüdischen Familie, die 1942 deportiert wurde. Arons Erinnerungen und Fanettes Nachforschungen nähern sich der Vergangenheit Stück für Stück an.

Brigitte Jünger lädt mit ihrem Buch ein, mehr darüber zu erfahren, und sie wirft Fragen auf, die uns heute umtreiben. Wer gehört zur Gesellschaft? Hat jemand mehr Recht, an einem Ort zu leben, als ein anderer? Was kann ich tun, damit jeder Mensch gleichermaßen frei und ohne Angst leben kann?

Eine Veranstaltung im Rahmen des »Jawne-Salon«, einem Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkorts Jawne mit Judaica Cologne https://judaicacologne.de. Die Veranstaltungsreihe möchte der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Köln mehr Raum und Sichtbarkeit geben sowie Möglichkeiten der Begegnung schaffen. Geplant sind Lesungen, Vorträge & Diskussionsrunden, kleine Konzerte, Online-Gespräche z.B. mit Nachfahren ehemaliger Jawne-Schüler*innen und Rundgänge.

Der Eintritt ist frei.

Donnerstag, 09.11.2023 um 12.00 Uhr

Gedenkstunde am Löwenbrunnen

anlässlich des 85. Jahrestages der Pogromnacht 1938

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

unter Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Schaurtestraße, Bürgermeister Dr. Ralph Elster und einem Vertreter der Synagogen-Gemeinde Köln.  

Im Anschluß kann die Ausstellung »Was erinnert heute an den Oktober 1938? Gedenken an die Verschleppung von Kölner Juden und Jüdinnen im Herbst 1938« im Lern- und Gedenkort Jawne besichtigt werden.

Sonntag, 03.09.2023 um 11.00 Uhr

»TIGERSPRUNG«

Filmvorführung und Gespräch mit Boaz Kaizman (Künstler), Peter Rosenthal (Autor) und Marcus Seibert (Drehbuchautor)

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

© Tigersprung GbR

„Tigersprung“ ist ein Dokumentarkurzfilm im Graphic-Novel-Stil. Es geht um die besondere Freundschaft des zur NS-Zeit erfolgreichen Bahnrennfahrers Albert Richter mit dem jüdischen Radsportmanager Ernst Berliner aus Köln-Ehrenfeld. Richter hatte sich geweigert, den Kontakt zu seinem jüdischen Manager abzubrechen, den Hitlergruß zu zeigen und während der Radrennen das Hakenkreuz-Trikot zu tragen. Er versuchte aus Deutschland zu fliehen, wurde verraten und von der Gestapo ermordet. Mehr Information: http://www.tigersprung-der-film.de/

Eine Veranstaltung im Rahmen des »Jawne-Salon«, einem Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkorts Jawne mit Judaica Cologne https://judaicacologne.de. Die Veranstaltungsreihe möchte der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Köln mehr Raum und Sichtbarkeit geben sowie Möglichkeiten der Begegnung schaffen. Geplant sind Lesungen, Vorträge & Diskussionsrunden, kleine Konzerte, Online-Gespräche z.B. mit Nachfahren ehemaliger Jawne-Schüler*innen und Rundgänge.

Der Eintritt ist frei.

Donnerstag, 20.07.2023 um 18.00 Uhr

Öffentliches Gedenken | “Transport DA 219”

Gedenkveranstaltung anlässlich des 81. Jahrestages der Deportation von über 1160 Frauen, Männern, Jugendlichen und Kindern von Köln nach Minsk

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Am Donnerstag, den 20. Juli 2023 jährt sich zum 81. Mal die Deportation von über 1160 jüdischen Frauen, Männern, Jugendlichen und Kindern von Köln nach Minsk. Unmittelbar nach der Ankunft des als “Transport DA 219” bezeichneten Zuges, wurden sämtliche der Deportierten in den Wald von Blagowschtschina bei Maly Trostenez verbracht und dort von Angehörigen einer SS-Einheit erschossen.

Unter den Ermordeten befanden sich auch Meta und Erich Klibansky und ihre drei Kinder Michael, Hans-Raffael und Alexander. Erich Klibansky – seit 1929 Direktor des jüdischen Gymnasiums Jawne – war es zuvor gelungen etwa 130 seiner Schülerinnen und Schüler mit Kindertransporten nach England zu bringen und so vor der Deportation und Ermordung zu bewahren. Nachdem sie ihre Wohnung unfreiwillig verlassen musste, war die Familie Klibansky gezwungen, gemeinsam mit zahlreichen anderen Menschen zusammengepfercht im Schulgebäude des jüdischen Gymnasiums Jawne zu leben und dort auf ihre Deportation zu warten. Das Schulgebäude an der St.-Apern-Straße 29-31 war eines der größten Ghettohäuser für Jüdinnen und Juden in Köln.

Bei dem Ort, an den die Menschen aus Köln und dem Kölner Umland am 20. Juli 1942 gebracht und dort ermordet wurden, handelt es sich um die größte NS-Vernichtungsstätte auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. In Deutschland und auch in Köln sind der Name und die Bedeutung des Ortes im Zusammenhang mit den nationalsozialistischen Verbrechen jedoch noch weitgehend unbekannt.

Am Jahrestag dieser Deportation werden wir am Ort des ehemaligen Schulgebäudes mit verschiedenen Beiträgen der Familie Klibansky und aller anderen am 20. Juli 1942 deportierten Menschen gedenken und über die Umstände dieser Deportation und die Vernichtungsstätte Blagowschtschina / Maly Trostenez informieren.

Es besteht die Möglichkeit Blumen niederzulegen.

Alle Nachbarinnen, Nachbarn und Interessierten sind herzlich eingeladen!

Wir werden einige Getränke bereitstellen. Je nach Wetterlage empfehlen wir eine Kopfbedeckung bzw. einen Sonnenschutz oder ggf. einen Regenschirm mitzubringen.

Eine Veranstaltung des Lern- und Gedenkort Jawne und des Jugendclub Courage Köln e.V. in Zusammenarbeit mit der Synagogengemeinde Köln