Veranstaltungen

Dienstag, 08.09.2026 um 19.00 Uhr

Lesestunde | »Heimkehr nach Jerusalem« (Sonia Levitin)

Buchbesprechung mit Axel Berger

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

© Deutscher Taschenbuch Verlag

Die kleine Gruppe schwarzer Juden, deren Flucht vor der Unterdrückung in Äthiopien die Autorin beschreibt, hat nach menschlichem Ermessen kaum eine Chance. Zu groß sind die Gefahren des Weges, die von Banditen ausgehen, zu groß sind Hunger und Entbehrungen. Die uralte Weizero Channa ermutigt ihre Sippe mit einem Traum zur Heimkehr nach Zion. Auf der Flucht verlieren Desta und ihre kleine Schwester den älteren Bruder, der erschossen wird. Alles scheint nun ausweglos zu sein. Dennoch hoffen sie auf die Erfüllung des prophetischen Traumes.

Die Lesestunde in der Jawne ist ein gemeinsames Veranstaltungsformat, organisiert von „Chaverim – Freundeskreis zur Unterstützung des liberalen Judentums in Köln“ und der „GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.“

Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Unser aktuelles Jahresprogramm finden Sie hier.

Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de

Sonntag, 27.09.2026 um 11.00 Uhr

Jawne-Salon | »Aga« (Romandebüt von Agnieszka Lessmann)

Lesung und Gespräch mit der Autorin

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Ein jüdisches Mädchen kommt aus Polen über Israel nach Deutschland – in ein Land, das ihm fremd ist und dessen Geschichte es nur erahnen kann. Zwischen verschiedenen Sprachen, Namen und Lebenswelten versucht Aga zu verstehen, was die Erwachsenen ihr nicht erzählen.

In ihrem Romandebüt »Aga« erzählt Agnieszka Lessmann eindringlich und mit feinem Humor von Kindheit, Migration und jüdischem Leben in der Nachkriegszeit. Aus der Perspektive eines Kindes entsteht das vielschichtige Porträt einer Familie, geprägt von Aufbruch, Verlust und der Suche nach Zugehörigkeit.

Foto: privat

Agnieszka Lessmann, geboren in Łódź und aufgewachsen in Polen, Israel und Deutschland, ist Lyrikerin, Hörspiel- und Feature-Autorin.
Im Jawne-Salon liest sie aus ihrem Roman und spricht über dessen Entstehung, über Erinnerung, Sprache und das Erzählen zwischen persönlicher Erfahrung und Literatur.

Der Eintritt ist frei.

Dienstag, 29.09.2026 um 19.00 Uhr

New Research and Perspectives on the Kindertransport to Great Britain from Cologne | Neue Forschungen und Perspektiven auf die Kindertransporte von Köln nach Großbritannien

Lecture in English | Vortrag in englischer Sprache

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Amy Williams © AJR

The Jawne Memorial and Educational Center welcomes Dr Amy Williams und Michael Newman OBE to an evening dedicated to new aspects of the Kindertransports from Cologne to Great Britain 1938/39.

Historian Dr. Amy Williams, Kindertransport Scholar in Residence at the Association of Jewish Refugees (AJR), will talk about her new discoveries around the Jawne and its headmaster, Dr Erich Klibansky, Cologne, and the broader story of the Kindertransport.

Michael Newman OBE, CEO of the AJR, will speak about “Dislocation and reunion: the fate of a Jawne boy”, namely his uncle Max Geppert (born Jungleib) of Cologne whose fate he has researched for many years.

Michael Newman © Adam Soller Photography

Amy and Michael will also tell us about the Association of Jewish Refugees’ (AJR) preparations for the 90th anniversary of the Kindertransport in 2028 and its challenges in the present political and social climate. 

Historian Dr Amy Williams discovered hitherto unknown Kindertransport lists in Israel while she was a fellow at Yad Vashem in 2024 and thereby brought Kindertransport research to a new level. In 2025 she was appointed Kindertransport Scholar in Residence at the Association of Jewish Refugees (AJR). Amy’s key roles involve helping to lead historical and commemorative efforts, generating awareness of the Kindertransport in the lead-up to the 90th anniversary in 2028, and creating a platform with AJR partners which will unite Kindertransport records for the first time. Amy is also working with Prof. Bill Niven on her second co-authored book on the transnational history of the Kindertransport for Yale University Press.

Michael Newman is Chief Executive of the Association of Jewish Refugees (AJR), which represents and supports Holocaust refugees and survivors in Great Britain. He is the grandson of a refugee who attended the Jawne school and lived in the Old City of Cologne before fleeing to Great Britain in August 1939 on a domestic visa.

Among many other positions, Michael is a member of the UK delegation to the International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) and is the 2026 chair of the IHRA’s Committee on Antisemitism and Holocaust Denial. He is a regular speaker, panellist and moderator at commemorative, cultural and literary events.

Michael Newman was awarded an OBE (Officer of the Order of the British Empire) in Her Majesty The Queen’s Birthday Honours list 2021.


Veranstaltungen (Archiv)

Donnerstag, 31.08.2017 um 20.00 Uhr

Neue Wege des Gedenkens und Erinnerns – neue Ansätze zur Demokratieerziehung

Vortrag mit Stefanie Ritter und Barbara Kirschbaum

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz

Die Gedenkstättenpädagogik steht Anfang des 21. Jahrhunderts vor neuen Herausforderungen: die zunehmende zeitliche Distanz zum historischen Ereignis und ein multi-ethnisches Publikum, neue Medien und Konzepte, die Auseinandersetzung mit aktuellen Formen von Rechtsextremismus und Demokratiefeindschaft.

In dieser Veranstaltung geht es darum, wie Gedenkstättenpädagogik heute und in Zukunft gestaltet werden soll und wie das Erinnern an die NS-Zeit mit einer erlebnisorientierten Demokratieerziehung zusammenpasst.

Die Hamburger Künstlerin und Filmemacherin Stefanie Ritter stellt ihren Film »Lebendig weitertragen« über die Arbeit der Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule Hamburg vor. Wie kann das Erinnern an den Nationalsozialismus und die Shoah weitergetragen werden, wenn die zeitliche Distanz zu den Ereignissen mehrere Generationen beträgt und die unmittelbare Begegnung mit ZeitzeugInnen kaum mehr möglich ist?

Im Juli 2017 stimmte der Rat der Stadt Köln der Erweiterung des NS-Dokumentationszentrums im EL-DE-Haus zu einem »Haus für Erinnern und Demokratie« zu. Barbara Kirschbaum, Museumspädagogin im NS-Dokumentationszentrum, stellt das pädagogische Konzept für das neue »Erlebnismuseum« vor. Ist die Verzahnung des Erinnerns an die NS-Zeit mit einem auf eigenes Erleben und aktuelle Erfahrung ausgerichteten Ansatz eine wirksame Strategie zur Demokratieförderung und gegen Rechtsextremismus?

Referentinnen: Stefanie Ritter, Künstlerin und Filmemacherin, Hamburg; Barbara Kirschbaum, Museumspädagogin im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln.

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zur Sonderausstellung »Die Brauns und die Grünebaums«, die noch bis 15. Oktober 2017 im Lern- und Gedenkort Jawne gezeigt wird.

Donnerstag, 20.07.2017 um 18.00 Uhr

Öffentliches Gedenken

anlässlich des 75. Jahrestages der Deportation und Ermordung von 1164 jüdischen Menschen aus Köln und dem Kölner Umland

Ort: Volksgartenstraße 10, Köln (Südstadt)

Gedenkveranstaltung am Ort der ehemaligen Wohnung der Familie Klibansky

Am 20. Juli 1942 verließ gegen 15 Uhr ein als TRANSPORT DA 219 bezeichneter Zug den Köln-Deutzer Bahnhof in Richtung Minsk in Weißrussland. Darin befanden sich 1164 Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder, die sich am Tage zuvor in den Kölner Messehallen hatten einfinden müssen; einige Personen wurden auch mit Lastwagen dorthin gebracht.

Mitzubringen waren die Wohnungsschlüssel, »Wertsachen jeder Art«, ein Rucksack mit Bettwäsche und Kleidern sowie Verpflegung für drei Tage und 50 Reichsmark, denn die Reise in den Tod musste selbst bezahlt werden.

Viele Menschen kamen aus Köln, aber auch aus dem Kölner Umland, zum Beispiel aus Troisdorf und Siegburg und etwa 220 aus Bonn.

Auch Erich Klibansky, der Direktor des jüdischen Gymnasiums Jawne (St.-Apern-Straße, Nähe Friesenplatz), befand sich mit seiner Mutter, seiner Frau Meta und den drei Söhnen auf dem sogenannten TRANSPORT DA 219. Rektor Klibansky war es im Verlauf des Jahres 1939 gelungen, etwa 130 seiner Schülerinnen und Schüler mit Kindertransporten nach Großbritannien zu bringen und so vor der Deportation und Ermordung zu retten.

Nach vier Tagen erreichte der Zug schließlich den Bahnhof im fernen Minsk. Sämtliche Deportierte wurden noch am gleichen Tag in den einige Kilometer südöstlich von Minsk gelegenen Wald von Blagowschtschina gebracht und dort erschossen. Einige der Opfer wurden möglicherweise auch in sogenannten »Gaswagen« ermordet; auch diese wurden dort ab Juni 1942 bei den Tötungsaktionen eingesetzt. HistorikerInnen schätzen heute, dass mindestens 60.000 Menschen im Wald von Blagowschtschina ermordet wurden.

Am 75. Jahrestag des Verbrechens möchten wir vor der ehemaligen Wohnung der Familie Klibansky an das Geschehene erinnern, das Rettungswerk Erich Klibanskys und seine Familie vorstellen, über die Umstände der Deportation und die NS-Verbrechen in Weißrussland informieren und der Opfer gedenken.

Dazu laden wir alle Nachbarinnen, Nachbarn und alle anderen interessierten Menschen sehr herzlich ein!

Eine Veranstaltung der »Nachbarschaftsinitiative Klibansky« in Zusammenarbeit mit dem »Jugendclub Courage Köln e.V.« und dem »Lern- und Gedenkort Jawne«

Freitag, 27.01.2017 um 12.30 Uhr

Gedenkstunde für die aus Köln deportierten und ermordeten Kinder

Ort: Kindergedenkstätte Löwenbrunnen, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Die Gedenkstunde wird von der Synagogen-Gemeinde Köln, dem Katholischen Stadtdekanat und dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region in Verbindung mit dem Lern- und Gedenkort Jawne veranstaltet. In diesem Jahr werden neben VertreterInnen dieser Institutionen und Bürgermeister Hans-Werner Bartsch Schülerinnen und Schüler aus Leverkusen, Neuss und Mechernich die Gedenkstunde mit Beiträgen gestalten.

Dienstag, 24.01.2017 um 19.30 Uhr

»Erhobenen Hauptes. (Über)leben im Kibbuz Ma’abarot«

Dokumentarfilm und Gespräch mit den anwesenden Regisseur*innen

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz zeigen wir den Dokumentarfilm »Erhobenen Hauptes. (Über)leben im Kibbuz Ma’abarot«.

Die Lebensgeschichten von fünf Personen, die zwei Dinge teilen: Sie alle sind als Kinder in Deutschland geboren und aufgewachsen und wurden als Juden und Jüdinnen ab 1933 von den Nazis verfolgt – und sie alle leben im gemeinschaftlich-sozialistisch organisierten Kibbuz Ma’abarot in Israel. Wann, wie und warum sie dorthin kamen, erzählen sie auf eindrückliche Weise. Wenn sie vom Leben im Kibbuz berichten, spürt man ihre Begeisterung und Leidenschaft.

Eine Veranstaltung des Jugendclub Courage Köln e.V. in Zusammenarbeit mit dem Lern- und Gedenkort Jawne

Donnerstag, 17.11.2016 um 19.00 Uhr

Deportiert, als alle schon ans Ende dachten: Emil Marx

Lichtbildvortrag von Josef Wißkirchen mit der Zeitzeugin Edith Schmitz

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Josef Wißkirchen (Foto: Josef Wißkirchen)

XII/10 – ein bisher übersehener Kölner Transport im Februar 1945

Noch am 14. Februar 1945, drei Wochen vor dem Einmarsch der Amerikaner, wurde der Kölner Kaufmann Emil Marx zusammen mit 13 Kölner Juden nach Theresienstadt deportiert: in einem 616 Personen umfassenden Sammeltransport von Personen aus dem Rheinland, Westfalen, Frankfurt, Halle und Leipzig. In Theresienstadt wurde der Transport mit der römischen Ziffer XII (für Frankfurt) versehen. Dass in ihm auch 13 Kölner waren, von denen zwei starben, wurde bisher übersehen. Wegen der Bombardierung Dresdens musste der Zug über Nebenstrecken umgeleitet werden.

Anhand wertvoller Dokumente aus dem Besitz der Tochter Edith Schmitz geb. Marx (u.a. mehrere Postkarten, die der Vater während der viertägigen Fahrt geschrieben hat), werden der Transport und das Schicksal der Familie genau dokumentiert. Der Vortrag fußt auf Wißkirchens 2016 im Klartext-Verlag erschienenen Buch »Verfolgte Nachbarn am Gillbach – Juden in Rommerskirchen«. Die Flucht- und Verfolgungsgeschichten zahlreicher Kölner Juden, die ihre familiären Wurzeln in Rommerskirchen hatten, werden darin beschrieben.

Edith Schmitz, die Tochter von Emil Marx, stellt sich nach dem Vortrag den Fragen des Publikums (Moderation: Manfred Hoeffken, WDR).

Samstag, 29.10.2016 um 20.00 Uhr

Kölner Museumsnacht 2016

Ausstellung, Konzert und Film

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz

Am Samstag, 29. Oktober 2016 beteiligt sich der Lern- und Gedenkort Jawne wieder an der Kölner Museumsnacht.

Jacques Neureuter spielt „seltene Celloklänge für eine lange Nacht“ (Foto: Jacques Neureuter)

Programm

20.00 Uhr

Vernissage der Ausstellung »erinnertes vergessen« und Vortrag

Synagogenarchitektur in Deutschland heute von Ulrich Knufinke (Architekturhistoriker, Kurator und Autor)Seit 1990 sind in Deutschland zahlreiche neue Synagogen und jüdische Gemeindeeinrichtungen entstanden. Die manchmal spektakulären Bauwerke, die in Wort und Bild vorgestellt werden, gehören zu den interessantesten Beispielen gegenwärtiger Architektur und weisen auf die reiche, zugleich aber umstrittene religiöse und kulturelle Vielfalt in unseren Städten hin.

21.00 und 22.00 Uhr

Konzert: Seltene & magische Celloklänge für eine lange Nacht

Ausgewählte Stücke für Cello aus dem 20. Jahrhundert, gespielt von Jacques Neureuter.

23.00 Uhr

Film: Ein vergessener Gerechter. Konsul Feliks Chiczewski (1889–1972)

Ein berührender Dokumentarfilm aus dem Jahr 2015 von Jacek Kubiak und der Fundacja TRES über die »Polenaktion« 1938 in Leipzig und den Mut eines polnischen Diplomaten. Gefördert von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.

Donnerstag, 06.10.2016 um 19.30 Uhr

Faschismen und Shoah auf Korfu

Buchvorstellung und Diskussion mit Diana Siebert

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Die Korfu war früher eine international hart umkämpfte griechische Insel. Hier lebten seit Jahrhunderten nicht nur Orthodoxe, sondern auch Juden und Katholiken. Selbst nach einem Pogrom 1891 wohnten hier 2.000 Menschen im jüdischen Stadtviertel. Das blieb auch so, als Griechenland Monarchie, Republik, faschistische Diktatur und von Mussolini besetzt war. Doch die deutschen Besatzer deportierten 1944 fast die gesamte griechische Bevölkerung jüdischer Konfession ins Vernichtungslager nach Auschwitz. Wie konnte das passieren?

Die Historikerin Diana Siebert räumt dieser Frage in ihrer neuen Veröffentlichung »Aller Herren Außenposten – Korfu von 1797 bis 1944« breiten Raum ein.

Der Jugendclub Courage Köln e.V. lädt gemeinsam mit der Initiativgruppe Griechische Kultur (POP) und dem Lern- und Gedenkort Jawne zur Vorstellung des Buches und zur Diskussion mit der Autorin ein.

Donnerstag, 30.06.2016 um 19.00 Uhr

»Geben Sie diese Kinder nicht auf!«

Kindertransport nach Belgien und die Schicksale der Bewohner des Israelitischen Waisenhauses Dinslaken 1938–1945

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Buchvorstellung mit Anne Prior, Dinslaken

(Foto: Anne Prior)

Das neue Buch von Anne Prior rekonstruiert ein fast unbekanntes Kapitel aus der Geschichte der Kindertransporte aus NS-Deutschland, in dem auch Köln eine wichtige Rolle spielt.

Ende Dezember 1938 erreichten 250 jüdische Kinder und Jugendliche aus Deutschland mit dem ersten von insgesamt vier Kindertransporten das Nachbarland Belgien. Unter dem Eindruck der Ereignisse vom 9./10. November hatte der belgische Staat den unbegleiteten Kindern die Einreise bewilligt. Auch Kinder und Jugendliche aus dem Israelitischen Waisenhaus Dinslaken gelangten mit diesem Transport nach Brüssel, nachdem das Gebäude am Morgen des 10. November 1938 überfallen, teilweise zerstört und seine Bewohner vertrieben worden waren. In den folgenden Tagen gelangten die Kinder und Jugendlichen nach Köln.

Im Wohlfahrtsamt der Synagogengemeinde Köln in der Rubensstraße 33 erfolgten in den nächsten Wochen die Vorbereitungen für die Kindertransporte nach Belgien. Die Kinder aus dem Waisenhaus erreichten Ende Dezember 1938 mit Kindern und Jugendlichen aus dem gesamten Rheinland, aber auch aus Berlin und Wien, das Nachbarland Belgien.

Mittwoch, 25.05.2016 um 19.00 Uhr

»L’chaim! – Auf das Leben!«

Film und Diskussion mit Regisseur Elkan Spiller

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Nechuma Lubelski und ihr Sohn Chaim
Foto: Elkan Spiller

Chaim ist 63 und zieht zu seiner Mutter, einer KZ-Überlebenden, in ein jüdisches Altenwohnheim. Das gemeinsame Leben der beiden ist von Zärtlichkeit, liebevollen Sticheleien und Humor geprägt. Mit großer Nähe begleiteten wir ihren Alltag, teilen ihre Gedanken und ihr Lachen. Der Film wirft Fragen zur Familie auf, Fragen nach dem, was uns die Eltern mit- und was wir ihnen zurückgeben. Lebenskünstler Chaim scheint verloren zu sein, doch er ist überall zu Hause und dabei immer authentisch. Auf das Leben!

»L’chaim! – Auf das Leben!«, Dokumentation, Elkan Spiller, D 2015, 92 Min.
Trailer zum Film »L’chaim! – Auf das Leben!«

Eine Veranstaltung in der Reihe »Rückkehr nach Deutschland«. Die Reihe versucht die Geschichte von Juden zu ergründen, die nach 1946 zurück nach Deutschland kamen.

Veranstalter: Jüdischer Nationalfonds in Kooperation mit dem Lern- und Gedenkort Jawne.

Sonntag, 24.04.2016 um 17.00 Uhr

Reisebericht

mit Peter Finkelgruen und David Seehaus-Finkelgruen

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Peter Finkelgruen und sein Enkel David Seehaus-Finkelgruen erzählen von ihrer Reise nach Shanghai, dem Geburtsort von Peter Finkelgruen

Eine Veranstaltung in der Reihe »Rückkehr nach Deutschland«. Diese Reihe versucht die Geschichte von Juden zu ergründen, die nach 1946 zurück nach Deutschland kamen.

Veranstalter: Jüdischer Nationalfonds in Kooperation mit dem Lern- und Gedenkort Jawne.