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»TIGERSPRUNG«

© Tigersprung GbR

„Tigersprung“ ist ein Dokumentarkurzfilm im Graphic-Novel-Stil. Es geht um die besondere Freundschaft des zur NS-Zeit erfolgreichen Bahnrennfahrers Albert Richter mit dem jüdischen Radsportmanager Ernst Berliner aus Köln-Ehrenfeld. Richter hatte sich geweigert, den Kontakt zu seinem jüdischen Manager abzubrechen, den Hitlergruß zu zeigen und während der Radrennen das Hakenkreuz-Trikot zu tragen. Er versuchte aus Deutschland zu fliehen, wurde verraten und von der Gestapo ermordet. Mehr Information: http://www.tigersprung-der-film.de/

Eine Veranstaltung im Rahmen des »Jawne-Salon«, einem Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkorts Jawne mit Judaica Cologne https://judaicacologne.de. Die Veranstaltungsreihe möchte der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Köln mehr Raum und Sichtbarkeit geben sowie Möglichkeiten der Begegnung schaffen. Geplant sind Lesungen, Vorträge & Diskussionsrunden, kleine Konzerte, Online-Gespräche z.B. mit Nachfahren ehemaliger Jawne-Schüler*innen und Rundgänge.

Der Eintritt ist frei.

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Öffentliches Gedenken | “Transport DA 219”

Am Donnerstag, den 20. Juli 2023 jährt sich zum 81. Mal die Deportation von über 1160 jüdischen Frauen, Männern, Jugendlichen und Kindern von Köln nach Minsk. Unmittelbar nach der Ankunft des als “Transport DA 219” bezeichneten Zuges, wurden sämtliche der Deportierten in den Wald von Blagowschtschina bei Maly Trostenez verbracht und dort von Angehörigen einer SS-Einheit erschossen.

Unter den Ermordeten befanden sich auch Meta und Erich Klibansky und ihre drei Kinder Michael, Hans-Raffael und Alexander. Erich Klibansky – seit 1929 Direktor des jüdischen Gymnasiums Jawne – war es zuvor gelungen etwa 130 seiner Schülerinnen und Schüler mit Kindertransporten nach England zu bringen und so vor der Deportation und Ermordung zu bewahren. Nachdem sie ihre Wohnung unfreiwillig verlassen musste, war die Familie Klibansky gezwungen, gemeinsam mit zahlreichen anderen Menschen zusammengepfercht im Schulgebäude des jüdischen Gymnasiums Jawne zu leben und dort auf ihre Deportation zu warten. Das Schulgebäude an der St.-Apern-Straße 29-31 war eines der größten Ghettohäuser für Jüdinnen und Juden in Köln.

Bei dem Ort, an den die Menschen aus Köln und dem Kölner Umland am 20. Juli 1942 gebracht und dort ermordet wurden, handelt es sich um die größte NS-Vernichtungsstätte auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. In Deutschland und auch in Köln sind der Name und die Bedeutung des Ortes im Zusammenhang mit den nationalsozialistischen Verbrechen jedoch noch weitgehend unbekannt.

Am Jahrestag dieser Deportation werden wir am Ort des ehemaligen Schulgebäudes mit verschiedenen Beiträgen der Familie Klibansky und aller anderen am 20. Juli 1942 deportierten Menschen gedenken und über die Umstände dieser Deportation und die Vernichtungsstätte Blagowschtschina / Maly Trostenez informieren.

Es besteht die Möglichkeit Blumen niederzulegen.

Alle Nachbarinnen, Nachbarn und Interessierten sind herzlich eingeladen!

Wir werden einige Getränke bereitstellen. Je nach Wetterlage empfehlen wir eine Kopfbedeckung bzw. einen Sonnenschutz oder ggf. einen Regenschirm mitzubringen.

Eine Veranstaltung des Lern- und Gedenkort Jawne und des Jugendclub Courage Köln e.V. in Zusammenarbeit mit der Synagogengemeinde Köln

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Was mir ein welkes Blatt erzählte …

Nachdem Jonas Hatsor (früher Jonas Königshöfer) im April 2015 in Tel Aviv starb, fanden sich in seinem umfangreichen Nachlass verschiedene Schulhefte und Aufsätze auf losen Blättern aus seiner Zeit als Schüler des jüdischen Gymnasiums Jawne. Es sind die bisher einzigen uns bekannten und mit dem Unterricht an der Jawne verbundenen Dokumente dieser Art.

Jonas Königshöfer, 17 Jahre alt
© Lern- und Gedenkort Jawne

Jonas erhalten gebliebene Schriften bieten einen unmittelbaren Einblick in einige der im Unterricht an der Jawne behandelten Themen und in die Gedankenwelt und das kreative Schaffen einer ihrer Schüler. In seinen Zeilen aus verschiedenen Jahren lässt Jonas Gegenstände und Tiere aus ihrem Alltag berichten, behandelt aber auch die Probleme des Erwachsenwerdens und beschreibt beispielsweise die „Verantwortung des Einzelnen in der Gruppe“ oder interpretiert religionsphilosophische Texte von Bialik und Buber.

Die in jeder Hinsicht besonderen Zeitzeugnisse sind Teil der aktuell im Lern- und Gedenkort Jawne gezeigten Sonderausstellung Zwischen den Zeilen“, in der Kunstwerke, Fotografien, Briefe und weitere Dokumente aus dem Nachlass der Familie Königshöfer erstmalig in der Öffentlichkeit zu sehen sind.

An diesem Nachmittag möchten wir in entspannter Atmosphäre die Schulhefte von Jonas Königshöfer und einige seiner Texte vorstellen.

Dazu: Apfelkuchen, Kaffee und kühle Getränke!

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Die Versöhnungsarbeit der Geschichtswerkstatt Minsk und die Herausforderung durch den russischen Krieg gegen die Ukraine

Die Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin“ Minsk erforscht, bewahrt und vermittelt die Geschichte des Minsker Ghettos und von Malyj Trostenez, dem größten NS-Vernichtungsort im besetzten Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Im Rahmen des Vortrags werden die Ergebnisse des deutsch-belarusischen Projekts aus 20 Jahren sowie die Bildungsarbeit im Kontext des russischen Krieges gegen die Ukraine vorgestellt.

Aliaksandr Dalhouski vor dem “Wald der Namen”, in der Nähe des Ortes der Massenerschießungen im Wald von Blagowschtschina (Teil der Gedenkanlage Malyj Trostenez). Foto: privat

Dr. Aliaksandr Dalhouski ist stellvertretender Leiter der Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin“. Unter seiner Mitwirkung entstand die Wanderausstellung „Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung“, die 2017/18 in Köln gezeigt wurde. http://www.trostenez.org

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»Jetzt riecht es an vielen Ecken und Enden nach Gift, Gewalt und bösem Lauern«

Vortrag von Dr. Katja Lambert

Ludwig Meidner (rechts) und Musiklehrer Julius Goldberg vor dem Schulgebäude der Jawne, 1937 (Foto: Jonas Königshöfer)

Der Maler, Zeichner und Dichter Ludwig Meidner wurde aufgrund seines künstlerischen Schaffens als Expressionist und seiner als jüdisch definierten Herkunft im Nationalsozialismus diffamiert und verfolgt. Um dem steigenden antisemitischen Druck in Berlin zu entgehen, nahm er 1935 eine Stelle als Zeichenlehrer am jüdischen Reform-Realgymnasium Jawne in Köln an. Im August 1939 emigrierte Meidner nach England.

Meidner war immer ein Mahner in seiner Zeit, so wurden seine »Apokalytischen Landschaften« , die bereits ab 1912 entstanden, als Vorahnungen des Ersten Weltkriegs interpretiert. Nach seiner Rückkehr aus dem Exil 1952 sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis sein Werk wieder angemessen gewürdigt wurde.

Die Veranstaltung ist Teil der Aktionswoche “verbrannt & verbannt” des Vereins EL-DE-Haus zur Erinnerung an die Bücherverbrennung durch die Nazis vor 90 Jahren. Mehr Information unter: https://verbranntundverbannt.info

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Zwischen den Zeilen

Einführung in die Ausstellung mit anschließendem Umtrunk

Der ehemalige Jawne-Schüler Jona Hatsor (früher Jonas Königshöfer) und der Lern- und Gedenkort Jawne waren im Rahmen verschiedener Projekte sowie einer persönlichen Freundschaft eng miteinander verbunden. Nachdem Jona im April 2015 starb, fanden sich in seinem Nachlass auch unmittelbar mit dem Unterricht an der Jawne verbundene Dokumente in Form von Schulheften, Schulbüchern, Linoldrucken und Zeichnungen.

Der einzige uns bekannte Stundenplan des jüdischen Gymnasiums Jawne entstammt dem Englischheft von Jonas Königshöfer aus dem Jahr 1937. © Lern- und Gedenkort Jawne

Vor dem Hintergrund der nahezu vollständigen Auslöschung der Geschichte der Jawne und des jüdischen Zentrums, das sich in der St.-Apern-Straße befand, sind die erhalten gebliebenen Zeugnisse des kreativen Geschehens und Lernens an diesem Ort von größter Bedeutung. Einige dieser besonderen und wertvollen Dokumente werden in unserer neuen Sonderausstellung nun erstmals öffentlich gezeigt.

An diesem Abend möchten wir über Hintergründe zum Schicksal der Familie Königshöfer informieren, einige der Exponate in den näheren Augenschein nehmen und dazu einladen bei Apfelsaft oder einem Schluck Wein die Ausstellung kennenzulernen.

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Sonderausstellung

Zwischen den Zeilen

Die Geschwister Ludwig, Lea, Jonas und Samuel Königshöfer im Jahr 1929

Der ehemalige Jawne-Schüler Jona Hatsor (früher Jonas Königshöfer) und der Lern- und Gedenkort Jawne waren zwischen 2007 und seinem Tod im April 2015 im Rahmen verschiedener Projekte eng miteinander verbunden. Die fünf Kinder der Familie Königshöfer besuchten die Grundschule Moriah, die Söhne Samuel und Jonas später auch das Gymnasium Jawne.

Bei der Durchsicht des umfangreichen Nachlasses von Jona Hatsor fanden sich verschiedene unmittelbar mit dem Unterricht an der Jawne verbundene Dokumente in Form von Schulheften, Schulbüchern, losen Aufsätzen, Linoldrucken und Zeichnungen. Einige dieser sehr besonderen und wertvollen Dokumente werden nun erstmals öffentlich gezeigt. Von Jonas’ Schulheften und einigen seiner Zeichnungen haben wir hochwertige Reproduktionen anfertigen können. Vor dem Hintergrund der nahezu vollständigen Auslöschung der Geschichte der Jawne und des jüdischen Zentrums, das sich in der St.-Apern-Straße befand, sind die Zeugnisse des kreativen Geschehens und Lernens an diesem Ort von größter Bedeutung.

Neben einer Reihe von Einzelbildern des fotobegeisterten Jonas sind kommentierte Reproduktionen dreier sehr unterschiedlicher Fotoalben zu sehen, darunter die liebevoll angefertigte Dokumentation einer Reise nach Palästina im Jahr 1936, die er als Fünfzehnjähriger bei einem Aufsatzwettbewerb gewann.

Briefe und Postkarten geben Einblick in die Situation und Entwicklung der Geschwister, die mit Kindertransporten nach England gelangten. Ihre Mutter Else konnte aufgrund der strengen Zensur ihre Verzweiflung kaum ausdrücken und versuchte die Beschreibung ihrer persönlichen Situation und der Bedingungen in Deutschland zwischen den Zeilen zu verstecken.

Weitere Dokumente informieren über Jonas’ freiwilligen Dienst als Soldat in der britischen Armee sowie über die Verhaftung, Deportation und Ermordung seiner Eltern – Else und Leo Königshöfer – in Auschwitz.

Wir freuen uns über Ihr Interesse!

Gruppenführungen sind, nach Absprache, auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Anfragen dazu bitte per E-Mail an info@jawne.de

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Gedenkstunde

Am 27. Januar 2023, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wird am Löwenbrunnen auf dem Erich-Klibansky-Platz in Köln eine Gedenkstunde stattfinden.

Beginn ist um 12:30 Uhr.

Die Gedenkstunde gestalten Vertreter:innen der Synagogen-Gemeinde Köln, der evangelischen und katholischen Kirche und der Stadt Köln sowie Schüler:innengruppen u.a. aus dem Gymnasium Rodenkirchen und dem Städtischen Gymnasium Hennef.

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Sonderausstellung

“Ludwig Dunkel – Werke”

Ludwig Dunkel verarbeitet in vielfältiger Weise mit sehr unterschiedlichen Mitteln der Kunst Motive und Gedanken der Erinnerung an historische Ereignisse. Dies bezieht sich bei ihm in vielen Arbeiten auf die Geschichte des Holocausts. Dunkel verwendet Alltags- und Gebrauchsgegenstände, die er für seine Skulpturen neu montiert, bearbeitet und verfremdet. Er arbeitet mit Farbe, Schriften, Fotografie und Film. Seine Methode mobilisiert die jedem Ding innewohnende Geschichte. Die Gegenstände werden zu widerständigen Objekten und Bildern und weisen über ihre eigene Alltäglichkeit hinaus. Er stellt sie in das Spannungsverhältnis von szenischer Erzählung einerseits und der Abstraktion eines autonomen Kunstwerks andererseits.

Ludwig Dunkel, geboren 1961 in Neuss, bildender Künstler, lebt in Köln.  

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Gedenkstunde am Löwenbrunnen

Drei Schulklassen aus Köln werden die Gedenkstunde mit inhaltlichen Beiträgen gestalten. U.a. werden Schüler:innen der Königin-Luise-Schule Einblicke in die Biografie von Charlotte Gabel-Weissberg geben. Ihre Familie gehörte zur Gemeinde Adass Jeschurun, sie selbst besuchte die Königin-Luise-Schule. Wir freuen uns sehr, dass eine Nichte von Charlotte Gabel-Weissberg aus Jerusalem anwesend sein wird. 

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!