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»Erinnerung an Shmuel Hatsor«

Shnuel Hatsor (früher Samuel Königshöfer), ca. 1938
© Lern- und Gedenkort Jawne

Vor 85 Jahren, am 17. Januar 1939, verließen etwa 30 Schüler des jüdischen Gymnasiums Jawne den Kölner Hauptbahnhof mit einem Zug in die Niederlande. Von dort ging es weiter nach England in den Londoner Stadtteil Cricklewood. Dort, in der Minster Road No.1, befand sich das erste von Direktor Klibansky organisierte “Jawne-Hostel”, das den Kölner Jugendlichen Schutz vor weiterer Ausgrenzung und Verfolgung durch die Nazis bot. Drei weitere Gruppen konnten im Laufe des Jahres 1939 folgen – über hundert Schülerinnen und Schüler der Jawne konnten Nazi-Deutschland auf diesem Weg entkommen.

Einer der Jungen, die Köln im Januar 1939 verließen, war Samuel Königshöfer (später Shmuel Hatsor), der in der Dasselstraße wohnte.

Am 85. Jahrestag dieses ersten Jawne-Kindertransports werden wir Teile des sehr persönlichen Video-Interviews zeigen, das wir 2012 in Israel mit Shmuel führen konnten. Darin berichtet er über den “Kindertransport” und die sozialistisch-zionistische Jugendbewegung “Habonim”, sowie seine Emigration nach Palästina und die Gründung des Kibbuz Kfar HaNassi im Norden Israels, in dem er sein ganzes Leben verbrachte. Am 26. August 2023, nur wenige Tage vor seinem 99. Geburtstag, starb er dort.

Zwischen den Video-Clips werden Fragmente aus Shmuels Briefen vorgestellt, die er aus England an seinen Bruder in Palästina schrieb. Diese gewähren bewegende Einblicke in die Realität des 15-jährigen Samuel, der nun, plötzlich getrennt von seiner geliebten Familie, sehr schnell erwachsen werden musste…

Nach der Präsentation besteht die Möglichkeit zum Austausch bei einem Getränk.

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Veranstaltung

»Jawne-Salon« mit Lara Morris

Der »Jawne-Salon« beginnt das Jahr 2024 musikalisch und lädt zum Konzert und Musikgespräch mit der israelischen Flötistin Lara Morris ein.

Auf dem Programm werden Werke aus der Zeit des 16.-18. Jahrhunderts stehen (Jonkheer Jacob van Eyck | G. Bassano Boismortier | Georg Philipp Telemann | Johann Sebastian Bach).

Mehr Informationen zu Lara Morris unter: https://www.laramorris.com/

© Lara Morris

Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns über Ihren Besuch!

Der »Jawne-Salon« ist ein Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkort Jawne mit Judaica Cologne. Die Veranstaltungsreihe möchte der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Köln mehr Raum und Sichtbarkeit geben sowie Möglichkeiten der Begegnung schaffen.

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Aktuelles

Enfant Caché

Eine Theaterinszenierung im öffentlichen Raum

(Täglich, 5. bis einschließlich 8. Dezember 2023 | Beginn: 15 Uhr 35, Schulhof Lindenstrasse 78; Ende: 17 Uhr 05, Yitzhak-Rabin Platz, Köln (Eintritt frei)

Die Performance erinnert an Adi Bader (1931-2023), der im Grundschulalter aus seiner Familie in der Engelbertstraße gerissen wurde und in Belgien die Besatzung und den Terror der Nazis überlebte – als “christliches” Kind in einer katholischen Familie, in zwei jüdischen Waisenhäusern, sowie unter falscher Identität in einem Kloster.

Nach einer kurzen Einführung startet die Performance im historischen Schulhof der jüdischen Volksschule Lützowstraße – heute Berufskolleg an der Lindenstraße. Der ehemalige Schulweg der Bader-Brüder führt die Teilnehmenden durch die Mozartstraße zum Yitzhak-Rabin Platz, unweit der ehemaligen Wohnung der Familie Bader.

Vom Schulgong bis zur einbrechenden Dunkelheit vergegenwärtigen die beiden Performer*innen Martina Kock und Taly Journo mit dem Publikum die Erinnerung an Adi Bader und andere gerettete Kinder aus Köln.

Info: https://www.theaterkunstkoeln.de/enfant-cache

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Veranstaltung

»Wir waren eine Gruppe von 54 Kindern«

In einer brutalen Massenabschiebung wurden am 28. und 29. Oktober 1938 Juden und Jüdinnen mit polnischem Familienhintergrund aus dem Deutschen Reich vertrieben. Diese „Deportation vor den Deportationen“ betraf auch jüdische Kölner und Kölnerinnen, die verhaftet, in Züge gepfercht und mit Gewalt über die polnische Grenze getrieben wurden – darunter auch Schülerinnen und Schüler des jüdischen Gymnasiums Jawne. In der Grenzstadt Zbąszyń entstand ein großes Flüchtlingslager. Eine polnisch-jüdische Hilfsorganisation rettete etwa 250 Kinder, die in drei „Kindertransporten“ über Gdynia mit einem Schiff nach London gelangten.

Die Historikerin Dr. Cordula Lissner beleuchtet Biographien jüdischer Kinder, die vor 85 Jahren aus Köln vertrieben wurden und von denen einige in England wieder mit ihren früheren Klassenkamerad*innen zusammengefunden haben.

Großbritannien: Kinder polnischer Juden aus dem Gebiet zwischen Deutschland und Polen bei Ihrer Ankunft mit der “Warschau” in London. Fotografie, Februar 1939 ©Bundesarchiv Bild 183-S69279
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Veranstaltung

Der Name auf einer Liste. Adolf Hochberg – ein Warschauer Ghettokämpfer aus Köln

Adolf Hochberg (Mitte) mit seinen drei jüngeren Brüdern: Max (links), Willi und Bernhard (rechts). Vor Adolf steht sein Cousin Bernhard Szleper, das Foto entstand Mitte der 1930er Jahre. Max und Willi Hochberg wurden in Auschwitz ermordet. Bernhard Hochberg und Bernhard Szleper überlebten.
© Familie Szleper.

Im Sommer 1943, wenige Wochen nach dem Aufstand im Warschauer Ghetto, begannen drei der überlebenden Anführerinnen des Aufstands: Yitzak Zuckerman, Zivia Lubetkin und Marek Edelman, mit der Niederschrift einer Liste, die die Namen aller ehemaligen Mitkämpferinnen ihrer Kampforganisation enthalten sollte. Sie kamen auf 222 Kombattant:innen. Auf der Liste findet sich auch der Name von Adolf Hochberg, einem deutschen Juden, der aus Leipzig stammen soll. Unlängst hat der israelische Historiker Tom Navon in einem Aufsatz darauf hingewiesen, dass jener Adolf Hochberg jedoch aus Köln kam.
Wahrscheinlich wurde er, zusammen mit seinem Vater, seinem Onkel und dem jüngeren Bruder Bernhard, am 28. Oktober 1938 von Köln aus nach Zbąszyń abgeschoben.

Die Biographie Adolf Hochbergs ist, bis auf einige kleinere Annotationen und Navons Aufsatz, bisher unerzählt. Die Veranstaltung möchte versuchen, sich anhand weiterer Puzzleteile, dieser Geschichte zu nähern. Auch wenn Vieles, vor allem auf Grund fehlender Quellen, nur angedeutet und vermutet werden kann, lohnt es sich diese Fragmente einer Geschichte von Adolf Hochberg, dem Warschauer Ghettokämpfer aus Köln, genauer anzuschauen. Eine Annäherung, in der auch der Kontext der jüdischen Jugendbewegung in Deutschland und Polen im Focus stehen wird.

Knut Bergbauer (Dipl.-Sozpäd.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des DFG-Forschungsprojektes “Zwischen Alijah und Flucht. Jüdische Jugendbünde und zionistische Erziehung unter dem NS-Regime und im vorstaatlichen Israel zwischen 1933-1945“. Seine Forschungsschwerpunkte sind die jüdische Jugendbewegung im 20. Jahrhundert sowie Geschichte der Arbeiterbewegung und des Widerstandes im Nationalsozialismus in Deutschland.

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Sonderausstellung

Was erinnert heute an den Oktober 1938?

Zum 85. Jahrestag der so genannten „Polenaktion“ vom 28. und 29. Oktober 1938 zeigt der Lern- und Gedenkort Jawne eine Ausstellung der Fotografin Sabine Würich. Würich hat sich künstlerisch mit den Orten auseinandergesetzt, die in Köln und in anderen Städten eine zentrale Rolle für diese „Deportation vor den Deportationen“ spielten.

Die „Polenaktion“ war eine brutale Massenabschiebung, in der 25.000 deutsche Jüdinnen und Juden mit polnischem Familienhintergrund verhaftet, in Züge gepfercht und gewaltsam über die polnische Grenze getrieben wurden. Die aus Köln Vertriebenen gelangten in die polnische Grenzstadt Zbąszyń, wo ein großes Flüchtlingslager entstand.

Bitte beachten Sie auch das Begleitprogramm zur Ausstellung (siehe Veranstaltungen).

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Veranstaltung

Neue Wege der Erinnerungsarbeit in Zbąszyń

Die Aktivist:innen der „Fundacja TRES“ stellen künstlerische und dokumentarische Projekte vor, mit denen sie an die Geschichte der 1938 nach Zbąszyń deportierten Menschen erinnern. 

Die in Zbąszyń ansässige Fundacja TRES engagiert sich seit über 16 Jahren auf lokaler Ebene, um vor Ort kulturelle Initiativen und interkulturelle Kommunikation zu unterstützen, oft auch in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Kooperationspartner:innen. Durch die Organisation von Seminaren, Ausstellungen, Konzerten und sonstigen Kultur- und Bildungsveranstaltungen trägt sie zum Aufbau einer vielfältigen Zivilgesellschaft und zur Förderung von Demokratie und Toleranz bei.

 

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Veranstaltung

»Der Mantel«

© Jungbrunnen Verlag

Das Buch basiert auf einer wahren Geschichte. Fanette, ein 14jähriges Mädchen aus Paris, geht ihr auf die Spur. Sie kümmert sich liebevoll um ihren 95jährigen Nachbarn, Aron Schatz. Er kommt aus Deutschland und überlässt ihr den Abholschein für einen Mantel, von dem niemand glaubt, dass er noch existiert. Der Mantel, weit mehr als nur ein Kleidungsstück, erzählt Geschichte. Er erzählt von der Hoffnung auf die Rückkehr einer jüdischen Familie, die 1942 deportiert wurde. Arons Erinnerungen und Fanettes Nachforschungen nähern sich der Vergangenheit Stück für Stück an.

Brigitte Jünger lädt mit ihrem Buch ein, mehr darüber zu erfahren, und sie wirft Fragen auf, die uns heute umtreiben. Wer gehört zur Gesellschaft? Hat jemand mehr Recht, an einem Ort zu leben, als ein anderer? Was kann ich tun, damit jeder Mensch gleichermaßen frei und ohne Angst leben kann?

Eine Veranstaltung im Rahmen des »Jawne-Salon«, einem Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkorts Jawne mit Judaica Cologne https://judaicacologne.de. Die Veranstaltungsreihe möchte der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Köln mehr Raum und Sichtbarkeit geben sowie Möglichkeiten der Begegnung schaffen. Geplant sind Lesungen, Vorträge & Diskussionsrunden, kleine Konzerte, Online-Gespräche z.B. mit Nachfahren ehemaliger Jawne-Schüler*innen und Rundgänge.

Der Eintritt ist frei.

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Gedenkstunde am Löwenbrunnen

unter Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Schaurtestraße, Bürgermeister Dr. Ralph Elster und einem Vertreter der Synagogen-Gemeinde Köln.  

Im Anschluß kann die Ausstellung »Was erinnert heute an den Oktober 1938? Gedenken an die Verschleppung von Kölner Juden und Jüdinnen im Herbst 1938« im Lern- und Gedenkort Jawne besichtigt werden.

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Aktuelles

Veranstaltungsreihe zum 85. Jahrestag der sogenannten “Polenaktion”