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Was mir ein welkes Blatt erzählte …

Nachdem Jonas Hatsor (früher Jonas Königshöfer) im April 2015 in Tel Aviv starb, fanden sich in seinem umfangreichen Nachlass verschiedene Schulhefte und Aufsätze auf losen Blättern aus seiner Zeit als Schüler des jüdischen Gymnasiums Jawne. Es sind die bisher einzigen uns bekannten und mit dem Unterricht an der Jawne verbundenen Dokumente dieser Art.

Jonas Königshöfer, 17 Jahre alt
© Lern- und Gedenkort Jawne

Jonas erhalten gebliebene Schriften bieten einen unmittelbaren Einblick in einige der im Unterricht an der Jawne behandelten Themen und in die Gedankenwelt und das kreative Schaffen einer ihrer Schüler. In seinen Zeilen aus verschiedenen Jahren lässt Jonas Gegenstände und Tiere aus ihrem Alltag berichten, behandelt aber auch die Probleme des Erwachsenwerdens und beschreibt beispielsweise die „Verantwortung des Einzelnen in der Gruppe“ oder interpretiert religionsphilosophische Texte von Bialik und Buber.

Die in jeder Hinsicht besonderen Zeitzeugnisse sind Teil der aktuell im Lern- und Gedenkort Jawne gezeigten Sonderausstellung Zwischen den Zeilen“, in der Kunstwerke, Fotografien, Briefe und weitere Dokumente aus dem Nachlass der Familie Königshöfer erstmalig in der Öffentlichkeit zu sehen sind.

An diesem Nachmittag möchten wir in entspannter Atmosphäre die Schulhefte von Jonas Königshöfer und einige seiner Texte vorstellen.

Dazu: Apfelkuchen, Kaffee und kühle Getränke!

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Veranstaltung

Die Versöhnungsarbeit der Geschichtswerkstatt Minsk und die Herausforderung durch den russischen Krieg gegen die Ukraine

Die Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin“ Minsk erforscht, bewahrt und vermittelt die Geschichte des Minsker Ghettos und von Malyj Trostenez, dem größten NS-Vernichtungsort im besetzten Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Im Rahmen des Vortrags werden die Ergebnisse des deutsch-belarusischen Projekts aus 20 Jahren sowie die Bildungsarbeit im Kontext des russischen Krieges gegen die Ukraine vorgestellt.

Aliaksandr Dalhouski vor dem “Wald der Namen”, in der Nähe des Ortes der Massenerschießungen im Wald von Blagowschtschina (Teil der Gedenkanlage Malyj Trostenez). Foto: privat

Dr. Aliaksandr Dalhouski ist stellvertretender Leiter der Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin“. Unter seiner Mitwirkung entstand die Wanderausstellung „Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung“, die 2017/18 in Köln gezeigt wurde. http://www.trostenez.org

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»Jetzt riecht es an vielen Ecken und Enden nach Gift, Gewalt und bösem Lauern«

Vortrag von Dr. Katja Lambert

Ludwig Meidner (rechts) und Musiklehrer Julius Goldberg vor dem Schulgebäude der Jawne, 1937 (Foto: Jonas Königshöfer)

Der Maler, Zeichner und Dichter Ludwig Meidner wurde aufgrund seines künstlerischen Schaffens als Expressionist und seiner als jüdisch definierten Herkunft im Nationalsozialismus diffamiert und verfolgt. Um dem steigenden antisemitischen Druck in Berlin zu entgehen, nahm er 1935 eine Stelle als Zeichenlehrer am jüdischen Reform-Realgymnasium Jawne in Köln an. Im August 1939 emigrierte Meidner nach England.

Meidner war immer ein Mahner in seiner Zeit, so wurden seine »Apokalytischen Landschaften« , die bereits ab 1912 entstanden, als Vorahnungen des Ersten Weltkriegs interpretiert. Nach seiner Rückkehr aus dem Exil 1952 sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis sein Werk wieder angemessen gewürdigt wurde.

Die Veranstaltung ist Teil der Aktionswoche “verbrannt & verbannt” des Vereins EL-DE-Haus zur Erinnerung an die Bücherverbrennung durch die Nazis vor 90 Jahren. Mehr Information unter: https://verbranntundverbannt.info

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Veranstaltung

Zwischen den Zeilen

Einführung in die Ausstellung mit anschließendem Umtrunk

Der ehemalige Jawne-Schüler Jona Hatsor (früher Jonas Königshöfer) und der Lern- und Gedenkort Jawne waren im Rahmen verschiedener Projekte sowie einer persönlichen Freundschaft eng miteinander verbunden. Nachdem Jona im April 2015 starb, fanden sich in seinem Nachlass auch unmittelbar mit dem Unterricht an der Jawne verbundene Dokumente in Form von Schulheften, Schulbüchern, Linoldrucken und Zeichnungen.

Der einzige uns bekannte Stundenplan des jüdischen Gymnasiums Jawne entstammt dem Englischheft von Jonas Königshöfer aus dem Jahr 1937. © Lern- und Gedenkort Jawne

Vor dem Hintergrund der nahezu vollständigen Auslöschung der Geschichte der Jawne und des jüdischen Zentrums, das sich in der St.-Apern-Straße befand, sind die erhalten gebliebenen Zeugnisse des kreativen Geschehens und Lernens an diesem Ort von größter Bedeutung. Einige dieser besonderen und wertvollen Dokumente werden in unserer neuen Sonderausstellung nun erstmals öffentlich gezeigt.

An diesem Abend möchten wir über Hintergründe zum Schicksal der Familie Königshöfer informieren, einige der Exponate in den näheren Augenschein nehmen und dazu einladen bei Apfelsaft oder einem Schluck Wein die Ausstellung kennenzulernen.

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Sonderausstellung

Zwischen den Zeilen

Die Geschwister Ludwig, Lea, Jonas und Samuel Königshöfer im Jahr 1929

Der ehemalige Jawne-Schüler Jona Hatsor (früher Jonas Königshöfer) und der Lern- und Gedenkort Jawne waren zwischen 2007 und seinem Tod im April 2015 im Rahmen verschiedener Projekte eng miteinander verbunden. Die fünf Kinder der Familie Königshöfer besuchten die Grundschule Moriah, die Söhne Samuel und Jonas später auch das Gymnasium Jawne.

Bei der Durchsicht des umfangreichen Nachlasses von Jona Hatsor fanden sich verschiedene unmittelbar mit dem Unterricht an der Jawne verbundene Dokumente in Form von Schulheften, Schulbüchern, losen Aufsätzen, Linoldrucken und Zeichnungen. Einige dieser sehr besonderen und wertvollen Dokumente werden nun erstmals öffentlich gezeigt. Von Jonas’ Schulheften und einigen seiner Zeichnungen haben wir hochwertige Reproduktionen anfertigen können. Vor dem Hintergrund der nahezu vollständigen Auslöschung der Geschichte der Jawne und des jüdischen Zentrums, das sich in der St.-Apern-Straße befand, sind die Zeugnisse des kreativen Geschehens und Lernens an diesem Ort von größter Bedeutung.

Neben einer Reihe von Einzelbildern des fotobegeisterten Jonas sind kommentierte Reproduktionen dreier sehr unterschiedlicher Fotoalben zu sehen, darunter die liebevoll angefertigte Dokumentation einer Reise nach Palästina im Jahr 1936, die er als Fünfzehnjähriger bei einem Aufsatzwettbewerb gewann.

Briefe und Postkarten geben Einblick in die Situation und Entwicklung der Geschwister, die mit Kindertransporten nach England gelangten. Ihre Mutter Else konnte aufgrund der strengen Zensur ihre Verzweiflung kaum ausdrücken und versuchte die Beschreibung ihrer persönlichen Situation und der Bedingungen in Deutschland zwischen den Zeilen zu verstecken.

Weitere Dokumente informieren über Jonas’ freiwilligen Dienst als Soldat in der britischen Armee sowie über die Verhaftung, Deportation und Ermordung seiner Eltern – Else und Leo Königshöfer – in Auschwitz.

Wir freuen uns über Ihr Interesse!

Gruppenführungen sind, nach Absprache, auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Anfragen dazu bitte per E-Mail an info@jawne.de

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Veranstaltung

Gedenkstunde

Am 27. Januar 2023, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wird am Löwenbrunnen auf dem Erich-Klibansky-Platz in Köln eine Gedenkstunde stattfinden.

Beginn ist um 12:30 Uhr.

Die Gedenkstunde gestalten Vertreter:innen der Synagogen-Gemeinde Köln, der evangelischen und katholischen Kirche und der Stadt Köln sowie Schüler:innengruppen u.a. aus dem Gymnasium Rodenkirchen und dem Städtischen Gymnasium Hennef.

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Sonderausstellung

“Ludwig Dunkel – Werke”

Ludwig Dunkel verarbeitet in vielfältiger Weise mit sehr unterschiedlichen Mitteln der Kunst Motive und Gedanken der Erinnerung an historische Ereignisse. Dies bezieht sich bei ihm in vielen Arbeiten auf die Geschichte des Holocausts. Dunkel verwendet Alltags- und Gebrauchsgegenstände, die er für seine Skulpturen neu montiert, bearbeitet und verfremdet. Er arbeitet mit Farbe, Schriften, Fotografie und Film. Seine Methode mobilisiert die jedem Ding innewohnende Geschichte. Die Gegenstände werden zu widerständigen Objekten und Bildern und weisen über ihre eigene Alltäglichkeit hinaus. Er stellt sie in das Spannungsverhältnis von szenischer Erzählung einerseits und der Abstraktion eines autonomen Kunstwerks andererseits.

Ludwig Dunkel, geboren 1961 in Neuss, bildender Künstler, lebt in Köln.  

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Veranstaltung

Gedenkstunde am Löwenbrunnen

Drei Schulklassen aus Köln werden die Gedenkstunde mit inhaltlichen Beiträgen gestalten. U.a. werden Schüler:innen der Königin-Luise-Schule Einblicke in die Biografie von Charlotte Gabel-Weissberg geben. Ihre Familie gehörte zur Gemeinde Adass Jeschurun, sie selbst besuchte die Königin-Luise-Schule. Wir freuen uns sehr, dass eine Nichte von Charlotte Gabel-Weissberg aus Jerusalem anwesend sein wird. 

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

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Aktuelles

Giesberts-Lewin-Preis

Giesberts-Lewin-Preis, Skulptur von Ansgar Nierhoff (Foto: Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit)

Am 22. November 2021 wurden die Zeitzeugin und Shoah-Überlebende Tamar Dreifuss sowie der Lern- und Gedenkort Jawne mit dem Giesberts-Lewin-Preis ausgezeichnet. Mit dem Preis würdigt die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit herausragendes ehrenamtliches Engagement im Einsatz gegen rassistische und antisemitische Tendenzen in der Gesellschaft und für Toleranz und Völkerverständigung in Politik, Gesellschaft und Kultur.
 
Die Preisverleihung fand in den Räumen des Käthe Kollwitz Museums statt.
Unter nachstehendem Link lässt sich die Videoaufzeichnung der Veranstaltung anschauen.

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Veranstaltung

Europäischer Tag der jüdischen Kultur 2021

Auf dem Schulhof der Jawne – eine Spurensuche für Kinder und Eltern

Uhrzeit: 12 – 13 Uhr
Referent: Adrian Stellmacher

Wir laden ein zu einer Spurensuche für Kinder und Erwachsene rund um den ehemaligen Schulhof des jüdischen »Reform-Realgymnasiums Jawne«. Das Schulgebäude steht nicht mehr, aber auf dem Gelände gibt es viele Spuren, die die Geschichte der Schule und ihrer Schüler*innen erzählen. So erfahrt Ihr auch, was es mit dem Löwenbrunnen auf dem Erich-Klibansky-Platz auf sich hat.

St. Apernstraße 29 – 31: Ein Spaziergang des Lern- und Gedenkorts Jawne zur Geschichte eines Kölner jüdischen Ortes

Uhrzeit: 14 – 15 Uhr
Referentin: Dr. Ursula Reuter

Rund um den heutigen Erich-Klibansky-Platz befand sich bis 1942 ein Zentrum jüdischen Lebens und Lernens in Köln: die Synagoge der Gemeinde Adass Jeschurun, ein Lehrerseminar, die Volksschule Moriah sowie seit 1919 das
Reform-Realgymnasium Jawne. Heute erinnert der Lern- und Gedenkort Jawne an die Geschichte des Ortes und derjenigen, die dort lehrten und lernten.