Veranstaltungen

Sonntag, 12.04.2026 um 17.00 Uhr

Finissage der Ausstellung »Als wäre nichts gewesen« | Rita Frind – Werke  

Finissage | Performance | Gespräche

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

© Juliane Rückriem

Rita Frind wird zum letzten Mal ihre beeindruckende Performance »Geh nicht raus!« aufführen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit für Gespräche mit der Künstlerin und dem Ausstellungs-Team.

Seit dem 31. August 2025 fanden die außergewöhnlichen künstlerischen Formen und Werke bei vielen BesucherInnen große Resonanz. Es gab eine Vielzahl von Gesprächen mit der Künstlerin im Lernort, und es kamen viele Gruppen und Schulklassen. Besonders war die Veranstaltung mit Rita Frind, in der sie umfangreich Auskunft über ihre Arbeit und ihr Leben gab. Zum Thema der zweiten und dritten Generation hielt die Sammlungsleiterin des Jüdischen Museums Wien, Gabriele Kohlbauer-Fritz, einen Vortrag. Die Ausstellung war Teil der Gedenkveranstaltungen am 9.11.2025 und 27.01.2026.

Die Künstlerin und der Lern- und Gedenkort Jawne wurden für dieses Projekt von der Imhoff Stiftung mit einem Förderpreis ausgezeichnet.  

Dienstag, 14.04.2026 um 19.00 Uhr

Lesestunde | »Gewässer im Ziplock« (Dana Vowinckel)

Buchbesprechung mit Peter Weber

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

© Suhrkamp Verlag

Ein Sommer zwischen Berlin, Chicago und Jerusalem. Wie jedes Jahr verbringt die fünfzehnjährige Margarita ihre Ferien bei den Großeltern in den USA. Doch sie hat Heimweh, nach ihren Freunden und ihrem Vater. Die Mutter hat die beiden verlassen, als Margarita drei Jahre alt war. Höchste Zeit, beschließt der Familienrat, dass sie einander besser kennenlernen. Und so wird Margarita in ein Flugzeug nach Israel gesetzt, wo ihre Mutter seit Kurzem lebt. Gleich nach der Ankunft geht alles schief.

Die Lesestunde in der Jawne ist ein gemeinsames Veranstaltungsformat, organisiert von „Chaverim – Freundeskreis zur Unterstützung des liberalen Judentums in Köln“ und der „GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.“

Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Unser aktuelles Jahresprogramm finden Sie hier.

Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de

Sonntag, 19.04.2026 um 11.00 Uhr

Jawne-Salon | Auf den Spuren der Lehrerfamilie Hartog aus Jever

Bildvortrag von Ainslie Hepburn mit Lesung aus ausgewählten Briefen (englisch/deutsch)

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

„Es begann mit den Briefen. Es waren ziemlich viele, eng gepackt in einer großen Lederbrieftasche und ganz hinten im Schlafzimmerschrank verstaut.“

Als Ainslie Hepburn die Briefe fand, die Henny und Hermann Hartog an die Töchter Lore und Inge geschrieben hatten, wusste sie noch nicht, wohin sie diese Entdeckung führen würde. Die jüdische Familie Hartog lebte in den 1920er/30er Jahren in Jever und Wilhelmshaven, dort amtierte Hermann Hartog als Lehrer an jüdischen Schulen und Kantor. Die Töchter konnten noch rechtzeitig aus NS-Deutschland nach England emigrieren. Ihre Eltern flohen 1939/40 über Brüssel nach Südfrankreich. Die einzige Verbindung blieben die Briefe – bis die Eltern 1942 verhaftet und über das Lager Gurs nach Auschwitz deportiert und ermordet wurden.

© Pen & Sword Books

Ainslie Hepburn, Schriftstellerin und Historikerin, veröffentlichte 2025 das Buch „In the Footsteps of the Holocaust. The Story and Letters of a German Jewish Family“. Dort beschreibt sie die Spurensuche, auf die sie sich mit ihrem Mann Peter Hepburn, dem Enkel von Henny und Hermann Hartog, machte. Ihre Publikation ist ein berührendes Beispiel für die Erinnerungsarbeit der zweiten und dritten Generation im Andenken an die verfolgten und ermordeten jüdischen Verwandten.

Ainslie Hepburn und ihr Mann Peter leben in Brighton und im ländlichen Sussex.

Der Jawne-Salon ist ein Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkorts Jawne und Judaica Cologne und für diese Veranstaltung auch mit der „GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.“

Sonntag, 19.04.2026 um 13.30 Uhr

»DENKMAL AM ORT«

Ausstellung | Führungen

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Der Lern- und Gedenkort Jawne beteiligt sich mit zwei Führungen bzw. Rundgängen am Programm des überregionalen Projektes DENKMAL AM ORT. Details zu den Veranstaltungen in Köln finden Sie hier.

13:30 Uhr | Die Jawne – ein Zentrum jüdischen Lebens und Lernens in Köln (1919-1942)

Auf dem Erich-Klibansky-Platz nahe des Friesenviertels sprudelt der Löwenbrunnen. Er erinnert an die Deportation und Ermordung jüdischer Kinder und Jugendlicher aus Köln und an eines der Zentren jüdischen Lebens in der Domstadt. Neben einer Synagoge gehörte das Jüdische Gymnasium Jawne dazu.
Heute befindet sich hier der Lern- und Gedenkort Jawne, der die Geschichte der Schule und ihrer Schüler*innen lebendig hält. Eine Führung durch die Ausstellung und ein Gang um den ehemaligen Schulhof machen den Ort erfahrbar.

Eva Alsberg mit ihrem Bruder Fritz in London, 1940
© NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

14:30 Uhr | Spurensuche: Eva Alsberg – eine Schülerin der Jawne und die Geschichte ihrer Familie

Die Entfernung zwischen der Königin-Luise-Schule und der Jawne beträgt heute kaum 100 Meter. Doch für meine Mutter, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft diese Schule verlassen musste und auf die Jawne wechselte, muss es ein langer und schwieriger Weg gewesen sein.” (Barbara Walker)

Stadtteilrundgang auf der Suche nach Spuren, die Eva Alsberg und ihre Familie in der näheren Umgebung der Jawne hinterlassen hat. Die Künstlerin Barbara Walker aus Berlin und Tochter von Eva Alsberg wird den Rundgang mit Fotografien, Dokumenten und Erzählungen aus dem Familienkontext begleiten.


Veranstaltungen (Archiv)

Donnerstag, 17.01.2019 um 19.00 Uhr

Das Deportationslager Köln-Müngersdorf

Vom »vergessenen« Ort des NS-Terrors zum würdigen Gedenkort

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz

Das Foto ist eines von nur zwei existierenden Bildern des Lagers. Es zeigt einige Frauen die in den Gewölben des »Fort V« leben mussten und vermittelt einen Eindruck von den ärmlichen Verhältnissen, denen die Menschen dort ausgesetzt waren.
(Foto: Synagogengemeinde Köln)

Kaum ein Ort in Köln ist mit der Entrechtung, Deportation und Ermordung der jüdischen Bevölkerung so eng verbunden wie das ehemalige »Judenlager Müngersdorf«, das Ende 1941 in den Kasematten des »Fort V« (aus den 1870er Jahren stammende preußische Befestigungsanlage) und als dort in der Nähe gelegenes Barackenlager existierte. Das Lager wurde 1941 von der Stadt Köln in Abstimmung mit der Gestapo als Lager für die zu diesem Zeitpunkt noch verbliebene jüdische Bevölkerung Kölns und der Umgebung geplant und errichtet. Zwangsfinanziert wurde es aus dem Vermögen der jüdischen Gemeinde, die mehrere hunderttausend Reichsmark zur Verfügung stellen musste.
 
Das Lager Müngersdorf war die »Endstation« vor der endgültigen Deportation der Juden im Großraum Köln. Es wird davon ausgegangen, das etwa 4.000 bis 5.000 Personen in dem Lager lebten bzw. durchgeschleust wurden, bevor sie vom Bahnhof Deutz-Tief aus den Weg in die Vernichtungslager in Osteuropa antreten mussten.

Gegen Ende des Krieges wurde das Gelände auch als Arbeitserziehungslager (AEL) unter dem berüchtigten Lagerleiter Heinrich Brodesser genutzt. Mit dem Näherrücken der US-amerikanischen Truppen wurde das Lager am 1. März 1945 geräumt; die verbliebenen Häftlinge wurden mit einem »Evakuierungsmarsch« über Wipperfürth in das »AEL Hunswinkel« bei Lüdenscheid getrieben.
 
1947 standen, wie ein Foto aus jenem Jahr bezeugt, noch die Reste der massiven Umzäunung des Barackenlagers. Ebenfalls nur wenige Monate nach Ende des Krieges begann man links und rechts der Lagerstraße mit ersten Anpflanzungen und dem Anlegen der Schrebergartensiedlung, die heute den Namen »Kleingärtnerverein Waldfriede e.V.« trägt.

Mit der Erinnerung an die Geschehnisse tat man sich schwer. Erst 1981 wurde von der Stadt Köln auf dem Gelände des ehemaligen »Fort V« ein Findling mit einer kleinen Gedenktafel installiert.

Der Initiative des »Bürgervereins Köln-Müngersdorf e.V.«, der 2014 begann, die historischen Ereignisse in den genaueren Blick zu nehmen, ist es zu danken, dass nun ein würdiger Gedenkort sowohl am Ort des ehemaligen »Fort V« als auch am Standort des ehemaligen Barackenlagers entstehen wird.
 
Roland Schüler, Kurt Schlechtriemen und Hildegard Jahn-Schnelle vom Bürgerverein Müngersdorf werden an diesem Abend die Geschichte des Ortes skizzieren, Biografien einzelner NS-Opfer vorstellen und über den Weg zu einem würdigen Gedenken an diesem viel zu lange Zeit »vergessenen« Ort des NS-Terrors berichten.
 
Eine Veranstaltung des Jugendclub Courage Köln e.V. und des Arbeitskreises Lern- und Gedenkort Jawne

Freitag, 09.11.2018 um 12.00 Uhr

Gedenkstunde

für die deportierten und ermordeten jüdischen Kinder und Jugendlichen aus Köln

Ort: Kindergedenkstätte Löwenbrunnen am Erich-Klibansky-Platz (Albertusstr. 26), Köln

Am 9. November 1938 – also vor 80 Jahren – wurden in ganz Deutschland jüdische Einrichtungen zerstört, jüdisches Eigentum beschädigt, Jüdinnen und Juden verhaftet und die ersten Ermordungen geschahen. Der Arbeitskreis des Lern- und Gedenkortes Jawne lädt am Freitag, 9. November 2018 von 12.00 Uhr bis etwa 12.45 Uhr zu einer Gedenkstunde am Löwenbrunnen ein.

Schülerinnen und Schüler, die am Vormittag in der Jawne einen Workshop durchführen, präsentieren ihre Ergebnisse, Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes wird eine Ansprache halten – und mit Henny Franks wird eine Zeitzeugin anwesend sein. Sie ist für eine Woche in Köln zu Gast und führt Gespräche mit Lehrern und Schülern in Köln. Die 95-Jährige wurde mit den Kindertransporten der Jawne nach England gerettet, dort lebt sie bis heute, ist aber gerne zu Besuch in Köln. Interessierte sind herzlich eingeladen, an der Gedenkstunde am Löwenbrunnen teilzunehmen.

Die Gedenkstunde wird von der Synagogen-Gemeinde Köln, dem Katholischen Stadtdekanat und dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region in Verbindung mit dem Lern- und Gedenkort Jawne veranstaltet.

Samstag, 03.11.2018 um 19.30 Uhr

Kölner Museumsnacht 2018

Konzerte

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz

Am Samstag, 3. November 2018 beteiligt sich der Lern- und Gedenkort Jawne wieder an der Kölner Museumsnacht.

Inna Sokol (© privat)
Erich Wolfgang Korngold (1897–1957) (Foto: Madame d’Ora, Bildarchiv Austria)

Programm

19.30 Uhr

Konzert: Inna Sokol singt jüdische Volkslieder
Die Sängerin Inna Sokol hat an der berühmten Musikhochschule Gnessin in Moskau studiert und lebt heute in Köln. Sie singt jüdische Volkslieder, aber auch Klassiker von Franz Schubert, Pjotr Tschaikowski und anderen.

21.30 Uhr

Konzert: Erich Wolfgang Korngold und seine Musik
Obwohl epigonal-konservativer Komponist, war Erich Wolfgang Korngold (1897–1957) als österreichischer Jude vom NS-Regime als »entartet« gebrandmarkt. Der im »Dritten Reich« verfemte und schließlich in die USA emigrierte Komponist wurde einer der wichtigsten Filmkomponisten Hollywoods; zwei seiner Filmmusiken wurden mit dem Oscar prämiert. Nach dem Krieg gelang es ihm nicht mehr, an seine früheren Erfolge mit klassischer Orchestermusik anzuknüpfen, seine Werke wurden ignoriert und vergessen. Erst in den 1970er Jahren wurden die Werke des genialen Komponisten neu aufgelegt und seitdem verschiedentlich wieder aufgeführt. Nach einer kurzen Einführung präsentiert Sebastian Olles (Klavier) Fragmente aus dem Werk Korngolds, darunter aus seinem wohl bedeutendsten Erfolg, der Oper »Die tote Stadt« (1920, uraufgeführt am Stadttheater Köln und in Hamburg).

Donnerstag, 07.12.2017 um 19.00 Uhr

Die vergessenen Kinder von Köln

Dokumentarfilm von Jürgen Naumann, D 2006, 60 Min.

Ort: EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23–25, Köln

Anschließendes Podiumsgespräch mit Paul Kohl

Jürgen Naumann folgt den Spuren von über dreihundert jüdischen Kindern und Jugendlichen, die im Juli 1942 von Köln aus deportiert wurden. Viele von ihnen hatten in der Jawne, dem einzigen jüdischen Gymnasium im Rheinland, Zuflucht gefunden. Ehemalige Schülerinnen und Schüler der Jawne, die auf Kindertransporten nach Großbritannien durch den Direktor der Schule Dr. Erich Klibanksy gerettet werden konnten, berichten über das Schicksal von Schulkameraden und Familienangehörigen.

Unter den insgesamt 1.164 Juden aus Köln, Bonn und anderen Städten der Region, die am 24. Juli 1942 im Wald von Blagowschtschina, in der Nähe von Minsk, erschossen wurden, befanden sich auch Dr. Erich Klibansky mit seiner Frau Meta und ihren drei Kindern.

Im Anschluss an die Filmvorführung berichtet der Autor Paul Kohl über die Entstehung des Dokumentarfilms. Er hat über die Verbrechen der Wehrmacht und Polizei in den eroberten Gebieten der Sowjetunion publiziert und die Filmaufnahmen in Belarus begleitet.

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zu den aktuellen Sonderausstellungen »Vernichtungsort Malyj Trostenez« und »Meta und Erich Klibansky« des NS-Dokumentationszentrums (EL-DE-Haus) und des Lern- und Gedenkorts Jawne

Dienstag, 28.11.2017 um 19.00 Uhr

Zur Geschichte der Wahrnehmung von Malyj Trostenez

Vortrag von Dr. Aliaksandr Dalhouski (Minsk)

Ort: EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23–25, Köln

Der Wald von Blagowschtschina im Jahr 2017 (Foto: Dirk Planert)

Der Vortrag thematisiert die Probleme der Historisierung sowie Besonderheiten der sowjetischen Wahrnehmung und Gestaltung von Gedenkstätten an den Orten der Massenvernichtung bei Malyj Trostenez. Auch geht es um gegenwärtige Tendenzen zur Transformation des sowjetischen Gedenkortes in einen gesamteuropäischen Erinnerungsort.

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zu den aktuellen Sonderausstellungen »Vernichtungsort Malyj Trostenez« und »Meta und Erich Klibansky« des NS-Dokumentationszentrums (EL-DE-Haus) und des Lern- und Gedenkorts Jawne

Sonntag, 19.11.2017 um 14.00 Uhr

Stadtführung: Der Vernichtungsort Malyj Trostenez

Stolpersteinführung mit Dr. Katja Lambert

Ort: Treffpunkt: NS-Dokumentationszentrum

Die internationale Sonderausstellung Malyj Trostenez erinnert anhand einzelner Schicksale an die Geschichte des Vernichtungslagers und die Ermordung der meist jüdischen Opfer. In einer zweistündigen Führung durch Köln wird von Stolperstein zu Stolperstein der Schicksale der über 1.000 Kölnerinnen und Kölner gedacht, die von Köln nach Belarus deportiert und ermordet wurden. Sowohl in der Ausstellung als auch in der Führung spielt die Kölner Jawne eine besondere Rolle. Deren Direktor Dr. Erich Klibansky wurde mit seiner Familie und seinen Schülerinnen und Schülern in das Vernichtungslager deportiert und ermordet.

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zu den aktuellen Sonderausstellungen »Vernichtungsort Malyj Trostenez« und »Meta und Erich Klibansky« des NS-Dokumentationszentrums (EL-DE-Haus) und des Lern- und Gedenkorts Jawne

Mittwoch, 08.11.2017 um 19.00 Uhr

»Vergessen kann man‘s nicht und verstehen kann man‘s auch nicht«

Podiumsdiskussion mit Kurt Marx

Ort: EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23–25, Köln

Der ehemalige Jawne-Schüler Kurt Marx (geb. 1925) im Wald von Blagowschtschina bei Malyj Trostenez (Belarus), dem Ort der Ermordung seiner Eltern im Jahr 1942 (Foto: Dirk Planert)

Kurt Marx wurde 1925 in Köln als einziges Kind von Siegmund und Irma Marx geboren. Obwohl seine Eltern sich um eine gemeinsame Emigration in die USA bemühten, unterstützten sie zunächst die Ausreise ihres Sohnes nach England. 1939 kam er mit einem von Dr. Erich Klibansky, dem Direktor der Jawne, organisierten Kindertransport nach London. Die Eltern von Kurt Marx konnten sich nicht retten. Sie wurden im Juli 1942 nach Malyj Trostenez deportiert und dort ermordet.

Moderation: Larissa Schmitz

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zu den aktuellen Sonderausstellungen »Vernichtungsort Malyj Trostenez« und »Meta und Erich Klibansky« des NS-Dokumentationszentrums (EL-DE-Haus) und des Lern- und Gedenkorts Jawne

Samstag, 04.11.2017 um 19.30 Uhr

Kölner Museumsnacht 2017

Buchvorstellung und Konzert

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz

Meitar Duo

Programm

19.30 Uhr

Gerda Eisler: Alles, woran ich glaube, ist der Zufall. Eine Jugend in Graz und Tel Aviv

Buchvorstellung mit Gerda Eisler und der Autorin Inga Fischer

»Alles, woran ich glaube, ist der Zufall« – In ihrem Buch schildert die jüdische Zeitzeugin Gerda Eisler, wie sie die Machtergreifung der Nazis in Österreich erlebt und als Zwölfjährige mit ihren Eltern nach Palästina flieht. Dort dient sie als junge Frau im Unabhängigkeitskrieg. Seit 1969 lebt sie in Deutschland, doch Graz und Tel Aviv bleiben die Orte, die ihr Leben ganz wesentlich geprägt haben.

20.30 und 21.30 Uhr

Ein jüdisches und israelisches Potpourri
Konzert mit dem Meitar Duo –Sivan Yonna (Gesang) und Tal Botvinik (Gitarre)

Das Meitar Duo ist ein junges Ensemble aus zwei israelischen Musikern, die in Köln leben. Beide haben bereits viele Erfahrungen als Solisten und Kammermusiker gesammelt – ihre gemeinsame Leidenschaft für jüdische und israelische Musik führte sie jetzt zusammen.Das Meitar Duo bringt ein reiches Repertoire auf die Bühne: „Eretz Israel Hayafa“-Lieder (klassische israelische Lieder), sephardische und Ladino-Lieder in originalen Arrangements und ein klassisches Repertoire von jüdischen Komponisten der Vergangenheit und Gegenwart – ein Mosaik, das die reiche israelische und jüdische Musikkultur widerspiegelt.

Montag, 09.10.2017 um 19.00 Uhr

»Wir lernten einen halben Tag, und den anderen halben Tag arbeiteten wir.«

Rettung, Aufbauwerk und Fürsorge: Die Jugend-Aliyah von 1932 bis in die 1950er Jahre

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz

Vortrag von Dr. Susanne Urban

1932 wurde die Jugend-Aliyah gegründet: Jüdische Jugendliche sollten frei und selbstbewusst, abseits von Antisemitismus, ein neues Leben beginnen und den Zionismus aus der Theorie in die Praxis überführen. Nach 1933 erweiterte die Jugend-Aliyah unaufhörlich ihren Aktionsradius – 1938 nach Österreich, später auch in Länder wie Holland, Dänemark und England. Aus dem Ausbildungswerk für zionistische Pioniere wurde immer mehr ein Rettungswerk. Bis 1940 konnte die Jugend-Aliyah rund 5.000 Kinder und Jugendliche in Sicherheit bringen. Nach 1945 kümmerte sie sich um Kinder, die die Shoah überlebt hatten. In dem Vortrag werden Strukturen, Akteure, Biografien, Zitate und Erinnerungen ein breit gefächertes Bild dieser Institution vermitteln, die auch heute noch in Israel aktiv ist.

Referentin: Dr. Susanne Urban, seit 11/2015 Geschäftsführerin der SchUM-Städte e.V.; 2009 bis 2015 Leiterin der Forschung und Bildung im ITS/ Arolsen; 2005 bis 2009 Yad Vashem/ International School for Holocaust Studies; 2004 Fellow Researcher in Yad Vashem. 2003 Kuratorin der Ausstellung zur Jugend-Aliyah: »Rettet die Kinder«. Bis 2004 u.a. Mitarbeiterin des Jüdischen Museums Frankfurt und der Zeitschrift TRIBÜNE. Veröffentlichungen u.a. zu Displaced Persons, Repatriierung, zur Bricha, Zeitzeugenberichten, Kinder-Überlebenden und zur Jugend-Aliyah. Entwicklung auch von Unterrichtsmaterialien. Promotion 2000 am Moses Mendelssohn Zentrum / Universität Potsdam.

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zur Sonderausstellung »Die Brauns und die Grünebaums«, die noch bis 15. Oktober 2017 im Lern- und Gedenkort Jawne gezeigt wird.

Dienstag, 19.09.2017 um 19.00 Uhr

Die Gedenk- und Begegnungsstätte »Ehemalige Jüdische Schule«

Der letzte »steinerne Zeuge« der Synagogengemeinde Leer

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz

1909 wurde mit dem Bau des Hauses begonnen, das heute als die Gedenk- und Begegnungsstätte »Ehemalige Jüdische Schule« in Leer bekannt ist. Im Juni 1910 begann Lasser Abt mit dem Unterricht für ca. 25 Mädchen und Jungen in der Elementarschule der jüdischen Gemeinde. Bis zu ihrer Schließung im Jahr 1939 unterrichteten insgesamt vier Lehrer. Drei von ihnen wurden zusammen mit zahlreichen anderen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Leer in Konzentrationslagern ermordet.

Im Vortrag wird die Geschichte der Jüdischen Schule, ihrer Lehrer und Schulkinder erzählt und über die heutige Arbeit in der Gedenk- und Begegnungsstätte berichtet.

Die Ehemalige Jüdische Schule Leer ist eine Gedenk- und Begegnungsstätte in Trägerschaft des Landkreises Leer. Als letzter »steinerner Zeuge« der Synagogengemeinde Leer widmet sie sich dem Gedenken an die jüdische Bevölkerung aus dem Landkreis. Zu ihren Aufgaben gehören die Erforschung, Vermittlung und Präsentation jüdischer Lokalgeschichte sowie Veranstaltungen zu aktuellem jüdischen Leben in Deutschland. In der Einrichtung werden die Dauerausstellung zur Schule mit Interviewsequenzen ehemaliger Schüler_innen sowie wechselnde Sonderausstellungen gezeigt.

Referentin: Dr. phil. Juliane Irma Mihan hat an den Universitäten Erfurt und Potsdam Neuere Geschichte (Schwerpunkt deutsch-jüdische Geschichte), Jüdische Studien, Religions- und Erziehungswissenschaft studiert und wurde 2016 mit einer Arbeit über die jüdische-christliche Simultanschule in Lengsfeld (Sachsen-Weimar-Eisenach) promoviert. Ihre Forschungsschwerpunkte und Interessen liegen in der deutsch-jüdischen Geschichte des 19. Jahrhunderts, der jüdischen Kultur und Religion sowie im interreligiösen Dialog.

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zur Sonderausstellung »Die Brauns und die Grünebaums«, die noch bis 15. Oktober 2017 im Lern- und Gedenkort Jawne gezeigt wird.