Janek ist beinahe noch ein Kind, als ihn sein Vater im Wald versteckt. Tagelang haben sie die unterirdische Höhle gegraben, mit Schlafplatz, Feuerstelle und einem großen Vorrat an Kartoffeln. Es ist Winter, der Schnee liegt hoch, und in der Ferne tobt die Schlacht um Stalingrad. In anderen Höhlen, tiefer im Wald, verstecken sich die »Waldler«: Polen, Ukrainer, Juden im Kampf gegen die Besatzer.
Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Unser aktuelles Jahresprogramm finden Sie hier.
Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de
Donnerstag, 26.02.2026 um 19.00 Uhr
»Der Holocaust im familiären Gedächtnis – Die Dritte Generation«
Vortrag von Gabriele Kohlbauer-Fritz (Jüdisches Museum Wien)
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
Im Rahmen der Ausstellung „Als wäre nichts gewesen“ – Werke von Rita Frind spricht die Kuratorin Gabriele Kohlbauer-Fritz über das Ausstellungsprojekt „Der Holocaust im familiären Gedächtnis – Die Dritte Generation“. Die Schau wurde 2024 im Jüdischen Museum Wien gezeigt und läuft aktuell im Jüdischen Museum München.
Die Geschichte der Überlebenden der Schoa wurde an die Generationen der Kinder und Enkelkinder weitergegeben. Während die Zweite Generation mit den psychischen und physischen Verletzungen ihrer Eltern aufwuchs, blickt die Dritte mit einer größeren zeitlichen Distanz auf die Familiengeschichte. Dennoch ist das Erbe der Erinnerung und des Schweigens in den Familien allgegenwärtig. Die Ausstellung „Die Dritte Generation“ erkundet verschiedene Strategien der Bewältigung und Auseinandersetzung mit dem Erbe der Schoa. Sie zeigt mit künstlerischen Arbeiten, wie Traumata von Generation zu Generation weitergegeben und verarbeitet werden.
Die ausgestellten Objekte zeugen von Abgrenzung und Aneignung, von Erinnern und Vergessen-wollen, von den Versuchen, die großen Lücken in den Familiengeschichten zu füllen. Gleichzeitig reflektieren viele Werke das weltweite Erstarken des Antisemitismus und des Autoritarismus sowie Terror und Krieg. Dies führt einerseits zur Retraumatisierung, andererseits aber auch zu Anstößen für verstärktes Engagement für Frieden und Menschenrechte.
Gabriele Kohlbauer-Fritz, geboren in Friesach, studierte Slawistik und Judaistik in Wien und Moskau. Seit 1993 Kuratorin am Jüdischen Museum Wien, seit 2011 Sammlungsleiterin. Sie hat zahlreiche Ausstellungen kuratiert, u.a. „Beste aller Frauen – weibliche Dimensionen im Judentum“ (2007), „Genosse Jude. Wir wollten nur das Paradies auf Erden“ (2017), „Die Ephrussis – eine Zeitreise“ (2020), „Die Wiener Rothschilds. Ein Krimi“ (2021). Zudem hat sie zahlreiche Kataloge und Bücher herausgegeben und Aufsätze zur jüdischen Geschichte publiziert.
Eine Frau am Wendepunkt. Ein Geheimnis, das sie von allen trennt, die ihr wichtig sind. Und die Möglichkeit mit viel Verständnis füreinander Brücken zu schlagen. Surie Eckstein erfüllt ihr Leben als Oberhaupt einer Großfamilie. Sie erwartet gerade ihr erstes Urenkelkind, als eine Katastrophe eintritt – oder ist es ein Gottesgeschenk? Mit 57 Jahren ist sie noch einmal schwanger – mit Zwillingen!
Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Wir setzen darauf, dass auch viele sich selbst ein Buch vornehmen, um ihre Gedanken und Eindrücke dazu mit anderen zu teilen. Den aktuellen Flyer finden Sie hier.
Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de
Sonntag, 07.09.2025 um 11.00 Uhr
Jawne-Salon | »Spur und Abweg« – Lesung und Rap-Performance mit Kurt Tallert
Von Steinen, die nicht vergessen und Menschen, die nicht erinnern …
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
Eine deutsch-jüdische Familie, ein Vater der überlebte und die Spuren einer verlorenen Identität. Wie ist es, als Sohn eines Holocaust-Überlebenden zwischen Enkeln und Tätern aufzuwachsen und heute zu leben?
Kurt Tallert erzählt in seinem literarischen Debüt die Geschichte seines Vaters und seine eigene, in dem die Scherben eines Lebens zu einem Spiegelbild der Gesellschaft werden.
Kurt Tallert wurde 1986 in Bad Honnef geboren und studierte Germanistik und Hispanistik in Aachen und Santiago de Chile. Unter dem Künstlernamen „Retrogott“ prägt er als Rapper, DJ und Produzent seit mehr als zwanzig Jahren die deutsche Hip-Hop-Szene und veröffentlichte zahlreiche Alben.
Der »Jawne-Salon« ist ein Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkort Jawne mit Judaica Cologne. Die Veranstaltungsreihe möchte der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Köln mehr Raum und Sichtbarkeit geben sowie Möglichkeiten der Begegnung schaffen.
Eintritt frei.
Sonntag, 31.08.2025 um 11.00 Uhr
»Als wäre nichts gewesen«
Rita Frind – Werke | Eröffnung der Ausstellung
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
»Als wäre nichts gewesen« Foto: Jörn Neumann
Der Lern- und Gedenkort Jawne lädt herzlich ein zur Eröffnung der Ausstellung »Als wäre nichts gewesen« | Rita Frind – Werke
Nähere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.
Begrüßung: Dr. Ursula Reuter (Vorsitzende Förderverein Lern- und Gedenkort Jawne), Susanne Imhoff (Imhoff-Stiftung)
Einführung: Werner Fleischer (Kurator der Ausstellung)
12 Uhr – Performance »Geh nicht raus!« (Rita Frind)
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Sonntag, 03.08.2025 um 14.00 Uhr
Finissage der Sonderausstellung »Der Trost von Freundinnen und Freunden«
Ausstellungsführungen mit Kuratorin Cordula Lissner und Gästen
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
Am Sonntag, den 3. August 2025 laden wir von 14 bis 18 Uhr herzlich ein zur Finissage der Sonderausstellung »Der Trost von Freundinnen und Freunden – Kindertransporte aus Köln 1939 und die Jawne-Hostels in England«. Es erwarten Sie und Euch Ausstellungsführungen mit der Kuratorin Cordula Lissner bzw. Kurzvorträge von und mit besonderen Gästen, kühle Getränke und die Gelegenheit zum Austausch. Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.
Programm:
15 Uhr | Jawne-Schülerinnen und -schüler aus dem Ruhrgebiet. Mit Martina Strehlen, stellvertretende Leiterin der Alten Synagoge Essen.
16 Uhr | Köln-Liverpool-Australien-Palästina/Israel – Der Jawne-Schüler Alfred (Uri) Weinberg aus Erkelenz. Mit Hubert Rütten, Mitarbeiter des LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen und Experte für Erinnerungskultur in Erkelenz.
17 Uhr | Lebenslange Freundschaften – Die Jawne-Schülerinnen aus dem Hostel in Manchester. Mit Wolfgang Richter, Lern- und Gedenkort Jawne.
Samuel Königshöfer, Schüler des jüdischen Gymnasiums Jawne, war 14 Jahre alt, als er im Januar 1939 mit einem von Direktor Klibansky organisierten Kindertransport Nazi-Deutschland verlassen und nach England ausreisen konnte. Dort lebte er mit anderen Jawne-Schülern zunächst in einem Hostel in London. Noch während des Jahres 1939 fand er dort Kontakt zur zionistisch-sozialistischen Jugendbewegung Habonim. Der junge Samuel aus orthodoxem und strenggläubigem Hause, entwickelte sich in nur kurzer Zeit zu einem begeisterten, säkularen Zionisten und sah seine Perspektive nun in einem landwirtschaftlichen und kollektiven Leben in Palästina. Doch bevor er mit seinen Kameradinnen und Kameraden einen eigenen Kibbuz in Palästina bzw. Israel gründen konnte, sollten noch verschiedene Stationen der landwirtschaftlichen und ideologischen Schulung (Hachschara) in England durchlaufen werden.
Die Briefe und Postkarten die Samuel während dieser Zeit an seinen geliebten Bruder Jonas nach Palästina schrieb, sind erhalten geblieben. Sie gewähren lebendige und bewegende Einblicke in die Lebensrealität des jungen Samuel, der nun – unerwartet und plötzlich getrennt von seiner Familie – in einem fremden Land sehr schnell erwachsen werden mußte.
Wolfgang Richter (Lern- und Gedenkort Jawne), der Samuel kennenlernen durfte und seit vielen Jahren zur Geschichte der Kölner Familie Königshöfer forscht, wird Fragmente aus Samuels Briefen und Postkarten vorstellen bzw. kommentieren sowie Zusammenhänge erläutern. Außerdem wird Samuel Königshöfer (1924 – 2023) uns im Rahmen eines Video-Rundganges, entstanden im Jahr 2012, einige Minuten lang durch den Kibbuz Kfar HaNassi in Nord-Israel führen, einen Ort, den er nach seinen „englischen Jahren“ mit aufgebaut hat und dem er sein Leben lang treu geblieben ist.
Eine Begleitveranstaltung zur aktuellen Sonderausstellung»Der Trost von Freundinnen und Freunden – Kindertransporte aus Köln 1939 und die Jawne-Hostels in England«
Als Kind glaubte Eduardo Halfon an die Lüge, die eintätowierten Ziffern auf dem Arm seines Großvaters seien dessen Telefonnummer. Nun, als Erwachsener, forscht er in seinem “Roman in zehn Runden” nach der wahren Geschichte: Auf seiner Spurensuche stößt er auf neue Fragen und erstaunliche Antworten.
Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Wir setzen darauf, dass auch viele sich selbst ein Buch vornehmen, um ihre Gedanken und Eindrücke dazu mit anderen zu teilen.
Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de
Dienstag, 10.06.2025 um 19.00 Uhr
Lesestunde | »Unter Freunden« (Amos Oz)
Buchbesprechung mit Barbara Walter-Jung u. Wilhelm Jung
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
Amos Oz (1939 – 2018) war ein israelischer Journalist und Intellektueller. Er gilt als einer der bedeutendsten israelischen Schriftsteller.
»Unter Freunden« erzählt Geschichten aus der Zeit, die ihn am meisten inspiriert hat: seine Kibbuz-Jahre. Es geht darin um die elementaren Kräfte menschlicher Existenz: Einsamkeit, Liebe, Verlust, Tod, Sehnsucht, Verzicht und Verlangen.
Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Wir setzen darauf, dass auch viele sich selbst ein Buch vornehmen, um ihre Gedanken und Eindrücke dazu mit anderen zu teilen.
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Sonntag, 25.05.2025 um 11.00 Uhr
Jawne-Salon | Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom
Lesung und Gespräch mit Mona Yahia
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
“Für meine Eltern, die mir Sprachen gaben statt Wurzeln”
So lautet die Widmung, die Mona Yahia ihrem 2002 erschienenen Roman voranstellt. In diesem geht es um eine jüdische Familie während der 1950er und 1960er Jahre in Bagdad. Aus der Sicht eines jungen Mädchens schildert Mona den Alltag der Familie in einer Zeit, die von zunehmender Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung geprägt ist und letztlich zur Flucht der Jüdinnen und Juden aus dem Irak führte. Das Buch gibt Einblicke in eine jüdisch-arabische Welt, die es heute nicht mehr gibt.
Mona wurde 1954 in Bagdad geboren und floh 1970 mit ihrer Familie über den Iran nach Israel. Sie studierte und arbeitete in Tel Aviv. Seit 1985 lebt Mona als Autorin und Künstlerin in Deutschland.
Die jüdische Schule, die Mona in Bagdad besuchte, wurde 1973 geschlossen. Aufgrund glücklicher Umstände konnte die Schulaktevon Mona Yahia, die sich im Archiv der jüdischen Gemeinde von Bagdad befand, gerettet und erhalten werden. Wir möchten daher auch gern auf die noch bis Herbst laufende Ausstellung „Yalla. Arabisch-jüdische Berührungen“ im Jüdischen Museum Hohenems aufmerksam machen, in der es um die Geschichte arabisch-jüdischer Lebenswelten geht. Mona Yahias Schulakte ist dort ausgestellt.
Diese Veranstaltung des »Jawne-Salon« ist eine Kooperation mit der Germania Judaica – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.
Dienstag, 13.05.2025 um 19.00 Uhr
Lesestunde | »Wer wir sind« (Lena Gorelik)
Buchbesprechung mit Dilara Demirdögen, Christian Hoiß und Studierenden der Universität zu Köln
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln
Ein Mädchen reist mit den Eltern, der Großmutter und ihrem Bruder nach Deutschland aus, in die Freiheit. Was sie dafür zurücklässt, sind ihre geliebte Hündin Asta, die Märchen-Telefonnummer und fast alles was sie mit Djeduschka, Opa, verbindet – letztlich ihre Kindheit. Im Westen merkt die Elfjährige, dass sie jetzt eine andere und “die Fremde” ist.
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Als Kind glaubte Eduardo Halfon an die Lüge, die eintätowierten Ziffern auf dem Arm seines Großvaters seien dessen Telefonnummer. Nun, als Erwachsener, forscht er in seinem “Roman in zehn Runden” nach der wahren Geschichte: Auf seiner Spurensuche stößt er auf neue Fragen und erstaunliche Antworten.
Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Wir setzen darauf, dass auch viele sich selbst ein Buch vornehmen, um ihre Gedanken und Eindrücke dazu mit anderen zu teilen.
Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de