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Sonderausstellung

Nie Wieder Rosenmontag

Porträt der ehemaligen Jawne-Schülerin Esther Giladi (Foto: Jörn Neumann)

Rund 1.100 jüdische Kinder und Jugendliche aus Köln wurden zwischen 1938 und 1945 deportiert und ermordet. Durch die unter anderem von Erich Klibansky, dem letzten Direktor des jüdischen Gymnasiums Jawne, organisierten »Kindertransporte« und das Rettungsprogramm »Jugend-Aliyah« konnten zahlreiche jüdische Jungen und Mädchen den Gaskammern und Erschießungskommandos der Nazis entkommen. Die Ausstellung zeigt großformatige Porträts sowie Dokumente ehemaliger Jawne-Schülerinnen und -Schüler, die nach ihrer Rettung eine Perspektive in Palästina bzw. Israel gefunden haben.

Ein Ausstellungsprojekt des Jugendclub Courage Köln e.V. in Zusammenarbeit mit dem Lern- und Gedenkort Jawne.

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Veranstaltung

Stimme und Atem – Out of Breath, Out of Mind

Peter Wortsman (© Ricky Owens)

In mir lebt ein ungeborener Dichter deutscher Sprache, schreibt der 1952 in New York geborene Sohn österreichisch-jüdischer Emigranten, Peter Wortsman. Erzogen wurde er »sprachverwirrt«, d.h. zweisprachig in Deutsch und Englisch. So erscheint es nur folgerichtig, dass er literarischer Übersetzer und Schriftsteller wurde.

Im Berliner Verlag PalmArtPress erscheint im Oktober 2019 sein neues deutsch/englisches Buch Stimme und Atem – Out of Breath, Out of Mind. In seinen teils quasi-autobiographischen, teils albtraumhaften Erzählungen, zumeist ursprünglich auf Deutsch geschrieben und danach vom Autor selbst ins Englische übertragen bzw. adaptiert, erschafft Peter Wortsman ein verlockendes, wenn auch verstörendes Bildnis, nicht nur seines Selbst, sondern auch unseres zersplitterten Zeitalters.

Eine Veranstaltung der Bibliothek Germania Judaica und des Lern- und Gedenkorts Jawne in Kooperation mit dem US-Generalkonsulat Düsseldorf.

Der Eintritt ist frei.

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Veranstaltung

Kölner Museumsnacht 2019

Am Samstag, 2. November 2019 nimmt der Lern- und Gedenkort Jawne wie jedes Jahr mit einem spannenden Programm an der Kölner Museumsnacht teil – Sie sind herzlich eingeladen!

© Yasmin Friedrichs, Robert-Schuman-Institut Eupen
© Lern- und Gedenkort Jawne

Programm

19.30 Uhr

Eröffnung der Kunstausstellung »Stimmungsbilder zu Kindertransporten« mit Schülerinnen und Schülern des Robert-Schuman-Instituts in Eupen
1938/39 konnten fast 1.000 jüdische Kinder und Jugendliche aus Deutschland und Österreich mit Kindertransporten nach Belgien ausreisen. Diese Rettungsgeschichte ist bis heute in Deutschland fast unbekannt. Seit mehreren Jahren forscht der Lern- und Gedenkort Jawne zu diesem Thema und bereitet eine große Ausstellung vor, die Ende November 2019 eröffnet wird.

Auf Anregung des Lern- und Gedenkorts Jawne haben sich Schülerinnen und Schüler des Robert-Schuman-Instituts im belgischen Eupen im Kunstunterricht mit den Kindertransporten nach Belgien auseinandergesetzt. Besonders wichtig waren für sie dabei Gespräche mit dem Brüsseler Zeitzeugen Henry Roanne-Rosenblatt, ehemals ein Kindertransportkind aus Wien. Erstmals wurden die Bilder und Filme am 27. Januar 2019 bei der Einweihung einer Kindertransportskulptur in Herbesthal gezeigt, dem ehemaligen Grenzbahnhof zwischen Deutschland und Belgien. Nun kommen sie nach Köln.

21.00 Uhr

Film: Präsentation von Kurzfilmen aus dem Kunstprojekt des Robert-Schuman-Instituts in Eupen

23.00 Uhr

Film: Kichka. Life is a Cartoon. Ein Film von Delfina Jalowik und Jürgen J. Kaumkötter, 2018
Der Film wird präsentiert in Kooperation mit dem Zentrum für verfolgte Künste Solingen. Nähere Informationen zum Film finden sich auf der Website des Zentrums.

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Sonderausstellung

Gerettet – auf Zeit

Eine Ausstellung des Lern- und Gedenkorts Jawne
in Kooperation mit Anne Prior

Aus dem gesamten Deutschen Reich können 1938 und 1939 etwa tausend jüdische Kinder der Ausgrenzung und Verfolgung im nationalsozialistischen Deutschland entkommen: In 17 Kindertransporten werden sie nach Belgien in Sicherheit gebracht – eine nur vorläufige Sicherheit, wie sich spätestens nach der deutschen Besetzung Belgiens im Mai 1940 herausstellt.

Ermöglicht werden die Kindertransporte durch das außergewöhnliche Engagement vieler Organisationen und Individuen in Belgien und im Deutschen Reich. Wichtige Impulse gehen von dem Israelitischen Waisenhaus in Dinslaken aus. Neben den zentralen Stellen in Berlin und Wien übernimmt der Provinzialverband für jüdische Wohlfahrtspflege in der Rheinprovinz mit Sitz in Köln bedeutende Organisationsaufgaben. Der Stadt Köln kommt aufgrund ihrer geografischen Lage und der Größe der jüdischen Gemeinde eine besondere Rolle zu.

Die Ausstellung stellt nahezu unbekannte Rettungsgeschichten und die außergewöhnlichen Lebenswege der geretteten Jungen und Mädchen vor. Nicht zuletzt thematisiert sie die große Hilfsbereitschaft der belgischen Bevölkerung, der viele Kinder ihr Leben verdanken.

In Kooperation mit der Ausstellung wird eine skulpturale Installation des Künstlers Ludwig Dunkel gezeigt.

Bitte beachten Sie die ausstellungsbegleitende Filmreihe »Gerettet – auf Zeit« vom 17. bis 19. Januar 2020 im Filmforum NRW im Museum Ludwig. (Filmprogramm als PDF runterladen)

In Korrespondenz zur Ausstellung stellen Schülerinnen und Schüler des Robert-Schuman-Instituts in Eupen, Studienrichtung Angewandte Kunst und Grafik, Stimmungsbilder zu Kindertransporten aus. Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Erich-Klibansky-Platz, Albertusstraße 26, 50667 Köln.

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Sonderausstellung

Meta und Erich Klibansky

Verlobung von Meta und Erich Klibansky, 1927 (Foto: NS-DOK Köln, Sammlung Corbach)

Ausstellungseröffnung:
Donnerstag, 26. Oktober 2017, 19.00 Uhr

Als Ergänzung zur Ausstellung »Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung« des NS-DOK Köln stellt der Lern- und Gedenkort Jawne in seinen Galerieräumen das Leben und die Arbeit von Erich und Meta Klibansky vor. In dieser Ausstellung sind auch zahlreiche bislang nicht gezeigte Bilder und Dokumente zu sehen.

Dr. Erich Klibansky, Direktor des einzigen jüdischen Gymnasiums im Rheinland, rettete von Januar bis Juli 1939 mehr als 130 Kinder mit Kindertransporten nach Großbritannien. Der Beginn des Krieges zerschlug seinen Plan, die gesamte Schule nach Großbritannien zu verlegen. Meta Klibansky, geborene David, war vor ihrer Heirat Lehrerin an der Israelitischen Töchterschule in Hamburg. In der Jawne unterrichtete sie Englisch. Das Ehepaar hatte drei Kinder: Hans Raffael, Alexander und Michael.

Meta und Erich Klibansky repräsentieren diejenigen jüdischen Deutschen, die bewusst orthodox, »thoratreu«, lebten und zugleich politisch und intellektuell Teil der modernen deutschen Gesellschaft waren. Zusammen mit mehr als 1.000 jüdischen Menschen aus Köln und dem Umland wurde die Familie am 20. Juli 1942 nach Minsk deportiert. Sie alle wurden sofort nach der Ankunft ermordet.

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Aktuelles

Erklärung zur Schändung der Gedenkstätte Löwenbrunnen

In der Nacht vom 10. auf den 11. Juli 2020 wurden mehrere Brunnen in Köln mit der Parole »animals bleed for human greed« und einem symbolischen Stierkopf besprüht. Das Wasser dieser Brunnen wurde rot eingefärbt.

Einer dieser Brunnen ist der Löwenbrunnen am Erich-Klibansky-Platz in Köln vor dem Lern- und Gedenkort Jawne, in dem nun »blutiges« Wasser floss.

In die Seitenwände des Brunnens sind die Namen von aus Köln deportierten und ermordeten Kindern eingraviert. Eine Statue »Löwe von Juda« von Herman Gurfinkel, einem überlebenden jüdischen Künstler, der in seiner Jugend das Gymnasium Jawne besuchte, steht in der Mitte des Brunnens. Den Löwenbrunnen am relativ versteckt in der Innenstadt liegenden kleinen Erich-Klibansky-Platz kennen nicht viele Menschen, auch nicht in Köln. Die Täter:innen müssen von seiner Existenz gewusst haben und sie müssen auch gewusst haben, dass es sich hier um eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer der Shoah handelt.

Mitglieder und Vorstand des Arbeitskreises Lern- und Gedenkort Jawne sind schockiert über die Schändung des Brunnens. Wir können uns keine Argumentation vorstellen, die diese Schändung erklärt, und wir wollen es auch nicht. Es ist einfach nur zum Kotzen.

Köln, 13. Juli 2020
Lern- und Gedenkort Jawne – Arbeitskreis und Förderverein