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Veranstaltung

Gedenkstunde anlässlich der Novemberpogrome

Löwenbrunnen
Namen ermordeter Kölner Kinder auf dem Löwenbrunnen. Foto: M. Paret

Am 9. November findet um 12 Uhr am Löwenbrunnen auf dem Erich-Klibansky-Platz die Gedenkstunde zu den antijüdischen Pogromen im November 1938 statt. An diesem Ort befand sich die Synagoge der orthodoxen Gemeinde Adass Jeschurun sowie das jüdische Gymnasium Jawne. Beide Gebäude wurden während der sogenannten Pogromnacht angegriffen und schwer beschädigt.

An der Gedenkstunde nehmen Schüler:innengruppen von drei Kölner Schulen teil, für die Stadt Köln wird Bürgermeister Andreas Wolter eine Ansprache halten. Wir laden herzlich dazu ein, teilzunehmen und damit ein Zeichen für das Erinnern und gegen Antisemitismus und Rassismus zu setzen!

Auch wenn für eine Veranstaltung dieser Größe im Freien keine Maskenpflicht besteht, empfehlen wir entsprechend der Corona-Schutzverordnung das Tragen einer Maske. Für den Besuch der Räumlichkeiten des Lern- und Gedenkortes Jawne (Ausstellungsräume) ist der 3G-Nachweis sowie eine Maske erforderlich.

Der Arbeitskreis des Lern- und Gedenkortes Jawne freut sich über Ihre Teilnahme! Rückfragen gerne per Mail an info@jawne.de

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Aktuelles

Ausstellung »Gerettet – auf Zeit« Kindertransporte nach Belgien 1938 / 1939 bis zum 1. August 2021 im Kulturkino Vogelsang IP

Blick in die Ausstellung »Gerettet – auf Zeit«. Teil der Ausstellung ist eine skulpturale Installation des Künstlers Ludwig Dunkel. (Foto: Lern- und Gedenkort Jawne)

Die Ausstellung des Lern- und Gedenkorts Jawne in Kooperation mit Anne Prior wird vom 1. April bis zum 1. August 2021 im Kulturkino Vogelsang IP gezeigt. Bitte informieren Sie sich vor Ihrem Besuch auf der Website von Vogelsang IP, ob und unter welchen Auflagen die Ausstellung aufgrund der Pandemie-Lage geöffnet ist.

Das Video der digitalen Eröffnungsveranstaltung, u.a. mit Grußworten ehemals versteckter Kinder und ihrer Nachfahren, lässt sich unter nachstehendem Link anschauen:

Transkripte bzw. Übersetzungen der Grußworte, die in französischer und englischer Sprache gehalten wurden, finden Sie im PDF auf der Homepage des Vogelsang IP.

Aus dem gesamten Deutschen Reich können 1938 und 1939 etwa tausend jüdische Kinder der Ausgrenzung und Verfolgung im nationalsozialistischen Deutschland entkommen: In 17 Kindertransporten werden sie nach Belgien in Sicherheit gebracht – eine nur vorläufige Sicherheit, wie sich spätestens nach der deutschen Besetzung Belgiens im Mai 1940 herausstellt. Ermöglicht werden die Kindertransporte durch das außergewöhnliche Engagement von Organisationen und Individuen in Belgien und im Deutschen Reich.

Die Ausstellung stellt nahezu unbekannte Rettungsgeschichten und die außergewöhnlichen Lebenswege der geretteten Jungen und Mädchen vor. Nicht zuletzt thematisiert sie die große Hilfsbereitschaft der belgischen Bevölkerung, der viele Kinder ihr Leben verdanken.

Wenn Sie Fragen haben oder den Ausstellungskatalog bestellen möchten, können Sie   unter info@jawne.de gerne eine Mail schicken.

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Veranstaltung

Filmreihe »Gerettet – auf Zeit«

Ein Filmwochenende vom 17. bis 19. Januar 2020
begleitet die Ausstellung.


In den Dokumentarfilmen von Esther Hoffenberg/Myriam Abramowicz, Aviva Slesin und Bernard Balteau erinnern sich Überlebende, die als Kinder versteckt wurden, häufig erstmals öffentlich an ihre Verfolgung. WiderstandskämpferInnen berichten, mit welchen Mitteln sie das Leben der Kinder retten konnten. Der Dokumentarfilm wird hier selbst zum Dokument dieses Widerstands, zur Stätte der Erinnerung und zum Mittel gegen das Vergessen.

Häufig waren es die Kinder der Überlebenden, die Second Generation, die die Erinnerung an die Verfolgung der Juden am Beispiel ihrer Familien in Wort und Bild aufzuzeichnen begannen, so zum Beispiel Chantal Akerman. Michel Kichka hat die Geschichte seiner Familie in Comics verarbeitet, der Film von Delfina Jalowik und Jürgen Joseph Kaumkötter zeigt diese künstlerische Verarbeitung der Traumata der Eltern eindrucksvoll.

Claude Berri und Gilles Paquet-Brenner sahen in Spielfilmen eine Möglichkeit, die eigenen Erfahrungen zu verarbeiten. Die Fiktion lässt die Wirklichkeit kenntlich werden und an die ihr innewohnende Wahrheit erinnern.

Die Filmreihe versteht sich als ein Beitrag zum Gedenken an die Opfer der Schoa und als Erinnerung an den Widerstand, der in Belgien besonders erfolgreich Jüdinnen und Juden vor der Vernichtung retten konnte.

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Aktuelles

Online-Gedenkstunde »Löwenbrunnen«

Isabell vom Gymnasium Thusneldastraße (Köln-Deutz) bei einem musikalischen Beitrag für die Online-Gedenkstunde © Amt f. Presse u. Kommunikation

Da wir uns aufgrund der Pandemie diesmal nicht gemeinsam am Löwenbrunnen treffen konnten, haben alle Beteiligten Videobeiträge erstellt, die zu einer Online-Gedenkstunde zusammengefügt wurden.

Wie immer war dies eine gemeinsame Veranstaltung der Synagogen-Gemeinde Köln, des Katholischen Stadtdekanats und des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region in Verbindung mit dem Arbeitskreis Lern- und Gedenkort Jawne.

Unser herzlicher Dank gilt allen Beteiligten der Evangelischen und Katholischen Kirche, der Synagogen-Gemeinde Köln, der Stadt Köln und der drei beteiligten Schulen: Thusnelda-Gymnasium Köln, Schiller-Gymnasium Köln und Collegium Josephinum Bonn. Wir danken dem Amt für Presse und Kommunikation des Ev. Kirchenverbandes für die technische Realisierung dieses Projektes!

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Aktuelles

Wir trauern um Harry Dreifuss

Am 16. Dezember 2020 ist unser Freund Harry Dreifuss gestorben. Wir sind sehr traurig.

Harry Dreifuss wurde am 18. Mai 1935 in Mannheim geboren. Er war erst wenige Monate alt, als seine Eltern und Großeltern sich entschieden, vor der nationalsozialistischen Verfolgung zu flüchten und eine neue Heimat in Palästina zu suchen. So wuchs Harry in Tel Aviv auf, ging dort zur Schule, erlebte das Kriegsende und 1948 die israelische Staatsgründung.

Harry Dreifuss im Lern- und Gedenkort Jawne, 2015 (Foto: Axel Joerss)

Schon als Jugendlicher interessierte sich Harry, der in Tel Aviv den hebräischen Namen „Zwi“ angenommen hatte, für Fotografie. Während seines Dienstes in der israelischen Armee arbeitete er dort auch im Fotolabor und plante anschließend ein Studium von Film und Fotografie in Deutschland. Seine Freundin Tamar Shapiro konnte sich anfangs nicht vorstellen, ihm nach Köln zu folgen, wo Harry an der Fachhochschule für Fotografie eingeschrieben worden war. 1959 heirateten die beiden in Israel. Schließlich entschied sich Tamar doch, zu ihrem Mann nach Köln zu ziehen. Tamar und Harry Dreifuss fanden Anschluss an die Synagogengemeinde, wo Tamar als Erzieherin und Religionslehrerin arbeitete.

Harry Zwi Dreifuss wurde Kameramann und arbeitete für dokumentarische Film- und Fernsehproduktionen. 1962 drehte er in eigener Regie einen kurzen Spielfilm mit dem Titel „Begegnungen“, der eine schwierige Rückkehr aus Israel nach Deutschland thematisiert.
2006 wurde im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln eine Ausstellung über den Lischka-Prozess in Köln 1979/80 gezeigt. Teil dieser Ausstellung war auch die Geschichte von Harry Dreifuss, der 1971 als Kameramann mit Serge und Beate Klarsfeld den NS-Verbrecher Kurt Lischka in Köln aufgespürt und gefilmt hatte.

Schon viele Jahre hatte Tamar Dreifuss als Zeitzeugin an die Geschichte ihrer aus Wilna stammenden Familie erinnert. In den folgenden Jahren engagierten sich Tamar und Harry auch immer wieder gemeinsam in Zeitzeug*innen-Projekten. Harry Dreifuss wurde für Jugendliche und Erwachsene, die sich mit der Geschichte der nationalsozialistischen Verbrechen auseinandersetzen wollten, ein überaus wichtiger Gesprächspartner.

Harry hatte die wunderbare Begabung, auf eine leise und freundliche Art zwischendrin etwas Lustiges zu sagen, auch, wenn es eigentlich im Gespräch um ernste Themen ging. Tamar und Harry warfen sich dabei oft die Bälle zu, und es wurde immer viel gelacht an den Nachmittagen, an denen sie ihre Freunde und Freundinnen in ihr gastfreundliches Haus nach Pulheim eingeladen hatten. Auch das wird uns sehr fehlen.

Im Sommer 2021 werden wir im Lernort Jawne zu einem Erinnerungsabend für Harry einladen.

Wir trauern mit Tamar und der Familie Dreifuss

Köln, im Dezember 2020
Vorstand und Mitglieder des Arbeitskreis Lern- und Gedenkort Jawne

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Sonderausstellung

»Polenaktion«

Der Bahnhof von Zbąszyń (Foto: Sabine Würich)

Zum 80. Jahrestag der sogenannten Polenaktion präsentiert der Lern- und Gedenkort Jawne Arbeiten der Fotokünstlerin Sabine Würich.

Die Fotos wurden erstmals im Jahr 2013 im Rahmen der Ausstellung »Kinder abreisen 17 Uhr 13. Erinnerungen an Polenaktion und Kindertransporte«gezeigt. Sabine Würich hat sich künstlerisch mit den zentralen Orten der Polenaktion in NRW und in Polen auseinandergesetzt. Sechs dieser Fotos, die zusammen mit Aussagen von Überlebenden gezeigt werden, sind nun im Lern- und Gedenkort Jawne zu sehen.

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Sonderausstellung

Die Brauns und die Grünebaums

Heinz Grünebaum (Mitte) und Walter Braun (rechts) mit Nachbarskindern in Köln um 1928 (Foto: Henry Grün)
Passfoto in Heinz Grünebaums 1940 in Großbritannien ausgestelltem Ausweis (Foto: Henry Grün)

Die Ausstellung »Die Brauns und die Grünebaums« erinnert an die Geschichte der Städtischen Israelitischen Volksschule zu Köln in der Lützowstraße. Inspiriert wurde sie durch die Lebensgeschichten von Walter Braun und Heinz Grünebaum, die Mitte der 1920er Jahre in Köln geboren wurden und seit frühester Kindheit befreundet sind. Beide besuchten vier Jahre lang die Schule Lützowstraße, wo ihre beiden Väter, Dr. Siegfried Braun und Leopold Grünebaum, als Lehrer arbeiteten.

Die Ausstellung geht auf ein Projektseminar des Historischen Seminars und des Instituts für Jüdische Studien der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im WS 2007/08 zurück.

Zur Ausstellung, die bis zum 15. Oktober 2017 zu sehen ist, gibt es im September und Oktober mehrere Begleitveranstaltungen.

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Sonderausstellung

Synagogen weltweit

Die Schau zeigt jüdische Gotteshäuser in fünf Erdteilen.
Besondere Kapitel sind Israel und der Ukraine gewidmet.

Eröffnung: Mittwoch, 15. März 2017, 17.00 Uhr

Begrüßung:
Dr. Ursula Reuter, Lern- und Gedenkort Jawne

Hebräische und jiddische Lieder zur Ausstellung:
Dina Goncharova, Illya Bortnik und Nina Nesterenko

Einführung mit Bild-Beispielen:
Heinz Steinmetz, Architekt in Porz-Zündorf, der die Ausstellung in
Kooperation mit der Germania Judaica erarbeitet hat

Gespräch mit den Gästen

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Sonderausstellung

erinnertes vergessen

erinnertes vergessen. Köln-Bocklemünd. Foto und ©: Ulrich Knufinke.
erinnertes vergessen. Dortmund, Hiltropwall. Foto und ©: Ulrich Knufinke.

Seit 1998 entsteht das Fotoprojekt »erinnertes vergessen« mit Fotografien von Standorten von Synagogen, die 1938 zerstört worden sind. Die Serie wurde bisher in rund 20 Orten in Deutschland gezeigt. Sie umfasst immer acht Texttafeln und 16 Fotografien. Sie verwandelt sich von Ausstellung zu Ausstellung, da neue Fotografien, meist aus der Umgebung des Ausstellungsorts, in die Serie integriert und andere weggelassen werden.

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Sonderausstellung

Horcher in die Zeit

Ludwig Meidner, Apokalyptische Stadt, 1913 (Bild: Westfälisches Landesmuseum Münster)

Im Lern- und Gedenkort Jawne ist noch bis Mitte Oktober 2016 erneut die Ausstellung über den Expressionisten Ludwig Meidner zu sehen, der von 1935 bis 1939 am Jüdischen Gymnasium Jawne als Zeichenlehrer gearbeitet hat. Gezeigt werden Reproduktionen von Bildern und Zeichnungen Meidners seiner gesamten Schaffenszeit, vor allem aber der Kölner Zeit, sowie dokumentarisches Material wie Briefe und persönliche Erinnerungen von Schülern an ihren unkonventionellen Zeichenlehrer.