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Museumsnacht Köln

Sonderausstellung „Mein Leben muss irgendwo eine Wurzel haben“ (mehr Infos)

Geboren 1929 in Berlin in eine jüdische Familie, erfuhr Renate Friedländer die Ausgrenzung und Verfolgung in NS-Deutschland als Kind. Im Januar 1939 wurde sie zusammen mit ihrer Schwester mit einem Kindertransport nach Großbritannien gerettet und entkam so der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Schon früh zeigte Renate Friedländer ihre Begabung für bildende Kunst. Sie besuchte die Kunstakademie in Birmingham und studierte Kunstgeschichte in Freiburg.

Die Ausstellung „Mein Leben muss irgendwo eine Wurzel haben“ verbindet die Geschichte der Verfolgung von Renate Friedländer und ihrer Familie mit einer Auswahl von Arbeiten aus ihrem umfangreichen künstlerischen Werk.

Programm:

20:00 Uhr Renate Friedländer im Gespräch im den Kurator:innen Angelica Bergmann und Werner Fleischer.
21:00 Uhr Musik zur Ausstellung mit der Cellistin Birgit Heinemann
22:00 Uhr Kurator:innenführung durch die Sonderausstellung
23:00 Uhr Musik zur Ausstellung mit der Cellistin Birgit Heinemann

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»Mein Leben muss irgendwo eine Wurzel haben.«

Renate Friedländer – Kindertransportkind und Künstlerin

Auf meinem Tisch (Renate Friedländer, 2003)
© Rheinisches Bildarchiv

Zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung im Lern- und Gedenkort Jawne laden wir herzlich ein!

Die Ausstellung »Mein Leben muss irgendwo eine Wurzel haben.« verbindet die Geschichte der Verfolgung von Renate Friedländer und ihrer Familie mit einer Auswahl von Arbeiten aus ihrem umfangreichen künstlerischen Werk.

Mehr Information: Zu den Sonderausstellungen

Begrüßung:
Silke Engel (Vorstand Lern- und Gedenkort Jawne)
Andreas Hupke (Bezirksbürgermeister)

Redebeiträge:
Renate Friedländer (Künstlerin)
Angelica Bergmann und Werner Fleischer (Ausstellungsteam)

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

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Das Schicksal der Juden in der arabischen Welt

© Sophie Brüss

Die Geschichte der Jüdinnen und Juden in der arabischen Welt reicht über Jahrhunderte hinweg. Jüdinnen und Juden haben seit der Antike in verschiedenen Teilen des Nahen Ostens und von Nordafrika gelebt. Ihre Geschichte in der Region ist von Perioden relativer Toleranz und Koexistenz, aber auch von Zeiten der Diskriminierung und Verfolgung geprägt.

Während vor hundert Jahren noch mehr als 100 000 Jüdinnen und Juden in Tunesien lebten, so sind es heute ca. 1000, die meisten auf Djerba, wo die älteste Synagoge außerhalb Israels steht und dessen Grundstein laut Überlieferung vom ersten Tempel in Jerusalem stammte. Ihre Geschichte steht beispielhaft für die Geschichte der Jüdinnen und Juden in der Region, die abrupt in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts endete.

Sophie Brüss – Theaterkünstlerin und Referentin in der politischen und kulturellen Bildung – hat tunesisch-jüdische Wurzeln und verwebt das Schicksal der Jüdinnen und Juden mit der Geschichte ihrer eigenen Familie.

Der »Jawne-Salon« ist ein Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkort Jawne mit Judaica Cologne. Die Veranstaltungsreihe möchte der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Köln mehr Raum und Sichtbarkeit geben sowie Möglichkeiten der Begegnung schaffen.

© Sophie Brüss
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»eure Anwesenheit verwandelt meine Wildnis in einen Garten«

Portrait Karen Gershon
Karen Gershon, geb. Käthe Löwenthal
© Lilienfeld Verlag

Karen Gershon, 1923 als Käthe Löwenthal in Bielefeld in eine bürgerliche deutsch-jüdische Familie geboren, gelangte als 15-Jährige im Dezember 1938 mit einem Kindertransport nach Großbritannien. Ihre Eltern, die in Deutschland zurückbleiben mussten, wurden 1941 nach Riga deportiert und ermordet. Schon in Deutschland hatte Käthe zu dichten begonnen, später schrieb Karen auf Englisch Gedichte, Sachbücher und Romane. Mit ihrer Familie – ihrem Mann und vier Kindern – lebte Karen Gershon in England und von 1968 bis 1973 in Israel. Sie starb 1993 in London.

Karen Gershons wunderbare Autobiografie Das Unterkind (erstmals 1992) wurde 2023 vom Lilienfeld Verlag neu herausgegeben. In diesem Buch schildert sie eindringlich aus der Perspektive der heranwachsenden Käthe ihr Leben bis zur Flucht nach England. Sie beschreibt ihre literarischen Anfänge, erste irritierende Liebesgefühle und bittere Selbsterkenntnisse – all dies vor dem Hintergrund der sich immer weiter steigernden Diskriminierung und Verfolgung in Nazi-Deutschland.

Buchcover "Das Unterkind" von Karen Gershon
© Lilienfeld Verlag 

Karen Gershon war eine sensible Beobachterin der Traumata ihrer und der nachfolgenden Generation. Schon in den 1960er Jahren beschäftigte sie sich mit dem Schicksal der inzwischen erwachsenen Kindertransport-Kinder. Und 1988 schrieb sie: „Vor ungefähr zwanzig Jahren sagte mir jemand, dass meine Kinder ebenfalls Opfer des Holocaust seien, doch ich weigerte mich, das zu glauben. Die Zeit hat bewiesen, dass es stimmt.“ Um beides wird es an diesem Abend gehen.

Axel von Ernst wird ausgewählte Passagen aus „Das Unterkind“ lesen. Naomi Shmuel wird über die Biografie ihrer Mutter berichten, die sie gerade abgeschlossen hat. Zusammen mit ihrer Schwester Stella Tripp wird sie über das Aufwachsen mit ihrer Mutter, generationenübergreifende Erinnerungen und Auswirkungen der Schoa berichten.

Die Veranstaltung findet in englischer und deutscher Sprache statt. Moderation: Dr. Ursula Reuter.

Dr. Naomi Shmuel ist Autorin, Illustratorin und Anthropologin und lebt in Israel. en.naomis-books.com

Stella Tripp ist Künstlerin und lebt in Großbritannien. www.stellatripp.co.uk

Axel von Ernst ist Schriftsteller und Verleger des Düsseldorfer Lilienfeld Verlags. www.lilienfeld-verlag.de

In Kooperation mit GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e. V., Bergische Universität Wuppertal und Lilienfeld Verlag

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Kölner Museumsnacht 2022

Auch in diesem Jahr nimmt der Lern- und Gedenkort Jawne mit einem spannenden Programm an der Kölner Museumsnacht teil – Sie sind herzlich eingeladen!

Bild: Ludwig Dunkel




20.00 Uhr | Eröffnung der Sonderausstellung „Ludwig Dunkel – Werke“
Ludwig Dunkel verarbeitet in vielfältiger Weise mit ganz unterschiedlichen Mitteln der Kunst Motive und Gedanken der Erinnerung an historische Ereignisse. Dies bezieht sich bei ihm in vielen Arbeiten auf die Geschichte des Holocaust. Dunkel verwendet Alltags- und Gebrauchsgegenstände, die er für seine Skulpturen neu montiert, bearbeitet und verfremdet. Er arbeitet mit Farbe, Schriften, Fotografie und Film. Seine Methode mobilisiert die jedem Ding innewohnende Geschichte. Die Gegenstände werden zu widerständigen Objekten und Bildern und weisen über ihre eigene Alltäglichkeit hinaus. Er stellt sie in das Spannungsverhältnis von szenischer Erzählung einerseits und der Abstraktion eines autonomen Kunstwerks andererseits.

Ludwig Dunkel, geboren 1961 in Neuss, bildender Künstler, lebt in Köln.

Foto: Verena Carballosa

21.00 Uhr und 22.30 Uhr | Verena Carballosa – zeitgenössische Musik für verschiedene Querflöten, solo unter Einbeziehung von improvisatorischen Elementen.

Die Künstlerin ist freischaffende Musikerin und Musiklehrerin im Kölner Raum

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25 Jahre Kindergedenkstätte Löwenbrunnen

© NS-Dokumentationszentrum Stadt Köln, Sammlung Corbach

Mein Ziel war, ein kleines Kunstwerk zu schaffen, welches trotz der grausamen Erinnerungen nicht nur von ehemaligen Jawne-Schülern gerne gesehen wird.

Hermann Gurfinkel / Bildhauer und ehemaliger Schüler der Jawne

Seit 25 Jahren erinnert die Kindergedenkstätte Löwenbrunnen mit der Bronzefigur eines brüllenden und sich verzweifelt zum Himmel reckenden Löwen von Juda und mit acht den Brunnen umlaufenden Bronzetafeln an die Deportation und Ermordung von über 1.100 jüdischen Kindern und Jugendlichen aus Köln, aber auch an die jüdische Gemeinde Adass Jeschurun, die bis 1942 ein bedeutendes Zentrum jüdischen Lebens und Lernens war. Erich Klibansky, der Namensgeber des Platzes, war Direktor der Jawne, des damals ersten und einzigen jüdischen Gymnasiums im Rheinland.

Der Lern- und Gedenkort Jawne möchte das 25-jährige Jubiläum zum Anlass nehmen, mit einem großen Fest an die Entstehung dieses bedeutenden Denkmals zu erinnern. Lange Jahre war die Geschichte des orthodoxen jüdischen Gemeindezentrums und des Gymnasiums Jawne, aber auch das Rettungswerk Erich Klibanskys in Köln nahezu unbekannt. Es ist das Verdienst von Dieter und Irene Corbach, dem Bildhauer Hermann Gurfinkel und vielen ehemaligen Jawne-Schüler:innen, dass die Geschichte dieses bedeutenden Ortes und das Schicksal jüdischer Kinder in der NS-Zeit dem Vergessen entrissen werden konnte.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Programmablauf und weitere Details finden Sie auf dem Flyer zur Veranstaltung.

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Nach Deutschland geflohen

Zeitzeuge und Historiker Boris Zabarko (© Toni Heigl)

Boris Zabarko überlebte als Kind das Ghetto Schargorod in der Ukraine. Als Historiker hat er es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Berichte von Überlebenden des Holocaust in der Ukraine zu sammeln und zu veröffentlichen. In Deutschland haben Margret und Werner Müller (Köln) zwei Bücher herausgegeben, die von ihm gesammelte Erinnerungen enthalten (2004 ‚Nur wir haben überlebt‘ Holocaust in der Ukraine, Zeugnisse und Dokumente, Dittrich Verlag /// 2019 ‚Leben und Tod in der Epoche des Holocaust in der Ukraine‘ Zeugnisse von Überlebenden, Metropol-Verlag).

Lange hatte Boris Zabarko geglaubt, dass er nie wieder einen Krieg erleben müsse. Anfang März 2022 musste er jedoch aus Kiew fliehen, um sich und seine Enkelin in Sicherheit zu bringen. Als Präsident der ukrainischen Vereinigung jüdischer ehemaliger Häftlinge der Ghettos und nationalsozialistischen Konzentrationslager hält er von Deutschland aus weiterhin Kontakt zu den in der Ukraine verbliebenen Mitgliedern. Im Gespräch wird er sein Lebenswerk vorstellen und auf das Schicksal der Überlebenden des Holocaust eingehen.

Er und seine Familie vermissen die Heimat und warten auf das Ende des Krieges.

Eintritt frei – Spende erbeten!

Eine Kooperationsveranstaltung von: Verein EL-DE-Haus, Förderverein Lern- und Gedenkort Jawne, Germania Judaica – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums & NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln.

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Peter Wortsman – Geistertanz in Berlin

In mir lebt ein ungeborener Dichter deutscher Sprache, schreibt Peter Wortsman, der 1952 in New York geborene Sohn österreichisch-jüdischer Emigranten. Erzogen wurde er sprachverwirrt, d.h. zweisprachig in Deutsch und Englisch. So erscheint es nur folgerichtig, dass er literarischer Übersetzer, Autor und Dramatiker wurde.

© Jean-Luc Fievet

Wir freuen uns sehr, Peter Wortsman nach 2019 erneut in Köln zu einer Lesung begrüßen zu dürfen. Er wird Auszüge aus seinen Werken auf Englisch und Deutsch vorstellen: aus der zweisprachigen Kurzgeschichtensammlung „Stimme und Atem/Out of Breath, Out of Mind“ (Palm Art Press, Berlin, 2019), der deutschen Übersetzung seiner Reiseerinnerungen „Geistertanz in Berlin“ (Palm Art Press, Berlin 2021; die englische Version wurde mit dem Independent Publishers Book Award 2014 ausgezeichnet) und seinem Theaterstück „Der tätowierte Mann“, das derzeit am Deutschen Theater in Göttingen aufgeführt wird.

Peter Wortsman schreibt auf Deutsch und Englisch. Er ist Autor von vier belletristischen Werken, darunter dem Roman „Cold Earth Wanderers“ (Finalist des Foreword INDIES Book of the Year Award 2014), zwei Sachbüchern, zwei Theaterstücken und einem in Kürze erscheinenden Gedichtband „Borrowed Words“. Er ist auch ein von der Kritik gefeierter literarischer Übersetzer, der deutsche Klassiker ins Englische übertragen hat, u.a. Werke von Peter Altenberg, den Brüdern Grimm, Heinrich Heine, Franz Kafka, Heinrich von Kleist und Robert Musil. 

Eintritt frei

Bitte beachten Sie die derzeitig gültigen Corona-Regelungen zum Besuch der Veranstaltung unter www.stbib-koeln.de/corona.

Eine Veranstaltung der Germania Judaica in Kooperation mit dem Lern- und Gedenkort Jawne. Mit freundlicher Unterstützung der U.S. Botschaft in Berlin, des U.S. Generalkonsulats Düsseldorf, des Amerikahaus NRW und der Kölner Stadtbibliothek

Unter diesem Link kann der Flyer zur Veranstaltung heruntergeladen werden.

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Naomi Shmuel – Generationenübergreifende Erinnerungen an den Kindertransport. Die Auswirkungen des Holocaust auf zukünftige Generationen

© Naomi Shmuel

Naomi Shmuel wird anhand ihrer eigenen Familiengeschichte über die generationenübergreifenden Erinnerungen und Auswirkungen der Shoah sprechen.
Ihre Mutter, die Schriftstellerin Karen Gershon (1923-1993), kam als Käthe Löwenthal im Alter von 15 Jahren kurz vor dem Zweiten Weltkrieg mit einem der ersten Kindertransporte aus Deutschland nach England. Ihre beiden Schwestern Anne und Lise konnten ebenfalls nach England fliehen, wurden jedoch bald nach ihrer Ankunft getrennt, und Anne starb schon während des Krieges. Ihre Eltern und Großfamilie wurden im Holocaust getötet. 1988 schrieb Karen Gershon: „Vor ungefähr zwanzig Jahren sagte mir jemand, dass meine Kinder ebenfalls Opfer des Holocaust seien, doch ich weigerte mich, das zu glauben. Die Zeit hat bewiesen, dass es stimmt.“

In ihrem Vortrag wird Naomi Shmuel das Konzept von Postmemory und die langfristigen Auswirkungen des Holocaust auf künftige Generationen erörtern und mit den Teilnehmenden diskutieren.

Dr. Naomi Shmuel ist Autorin, Illustratorin und Anthropologin und lebt in Israel. Ihre preisgekrönten Kinderbücher werden in israelischen Schulen häufig verwendet, um interkulturelles Verständnis und Toleranz zu fördern. 2011 mit dem Literaturpreis des israelischen Premierministers ausgezeichnet, lehrt Naomi an verschiedenen akademischen Institutionen und leitet Workshops, die Fachleute für den Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt ausbilden. Sie ist aktives Mitglied von Nevet, einem internationalen und multidisziplinären Forschungs- und Ausbildungszentrum an der Schule für Sozialarbeit der Hebräischen Universität, Jerusalem, das junge Wissenschaftler und Praktiker der Kinder- und Familienarbeit fortbildet.

Eintritt frei, Spende erbeten

Anmeldung unter schulreferat.kirche-koeln@ekir.de

Veranstaltet von: Schulreferat des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, Lern- und Gedenkort Jawne, Melanchthon Akadamie

Unter diesem Link kann der Flyer zur Veranstaltung heruntergeladen werden.

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Gedenkstunde am Löwenbrunnen

Am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wird wieder eine Gedenkstunde am Löwenbrunnen auf dem Erich-Klibansky-Platz stattfinden.

Vertreter:innen der Synagogengemeinde, der Kirchen und der Stadt Köln sowie drei Schüler:innengruppen aus Köln und Bergisch Gladbach werden die Gedenkstunde gestalten.

Für die Veranstaltung besteht auch draußen eine Maskenpflicht (FFP2 oder medizinische Maske). Die Räumlichkeiten des Lern- und Gedenkorts Jawne bleiben bis Ende Februar geschlossen, dies gilt leider auch für den 27. Januar.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen; wir treffen uns um 12:30 Uhr am Löwenbrunnen.