Veranstaltungen

Dienstag, 13.10.2026 um 19.00 Uhr

Lesestunde | Ehrensachen (Louis Begley)

Buchbesprechung mit Hedda Pauli und Heinz-Peter Katlewski

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

© Suhrkamp Verlag

Harvard, Anfang der fünfziger Jahre: Wo die Sprösslinge der Ostküstenelite ihre soziale Stellung einüben, zählen vor allem Stil, Prestige und die Einladungslisten der wichtigen Partys. Herkunft ist alles, doch Henry, ein rothaariger und obendrein schlecht angezogener Schlaks aus jüdischer Familie, hat nur Talent vorzuweisen, anders als seine Zimmergenossen Sam und Archie, die aus reichen Elternhäusern stammen.

Die Lesestunde in der Jawne ist ein gemeinsames Veranstaltungsformat, organisiert von „Chaverim – Freundeskreis zur Unterstützung des liberalen Judentums in Köln“ und der „GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.“

Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Unser aktuelles Jahresprogramm finden Sie hier.

Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de


Veranstaltungen (Archiv)

Dienstag, 19.05.2015 um 18.30 Uhr

Ludwig Meidner. Der heißeste Krater einer vulkanischen Epoche

Vortrag

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Vortrag von Erik Riedel (Frankfurt am Main) anlässlich der Wiedereröffnung der Ausstellung „HORCHER IN DIE ZEIT – Ludwig Meidner, Expressionist, Zeichenlehrer an der Jawne“

Ludwig Meidner, Apokalyptische Stadt, 1913 (Bild: Westfälisches Landesmuseum Münster)

Der Maler, Zeichner und Dichter Ludwig Meidner ist vor allem wegen seiner „Apokalyptischen Landschaften“ bekannt. Diese gemalten Katastrophenszenarien und Weltuntergangsvisionen, die bereits ab 1912 entstanden, wurden (nicht nur von Meidner selbst) als Vorahnungen des Ersten Weltkriegs interpretiert. Als expressionistischer Zeichner und Grafiker porträtierte er zahlreiche Dichter und Intellektuelle der Berliner Kulturszene und schuf Illustrationen für Bücher und Zeitschriften.

Nach dem Ersten Weltkrieg wandte er sich der jüdischen Religion zu und proklamierte seinen „Gang in die Stille“ – so der Titel seines 1929 erschienen Bandes mit autobiographischer Kurzprosa. Durch die Nationalsozialisten wurde er als „entartet“ verfemt und nahm, um dem steigenden antisemitischen Druck in Berlin zu entgehen, eine Stelle als Zeichenlehrer am jüdischen Reformrealgymnasium Jawne in Köln an. Buchstäblich in letzter Sekunde, im August 1939, emigrierte Meidner nach England. Nach der Rückkehr aus dem Exil war Meidner beinahe vergessen, und es sollte noch Jahrzehnte dauern, bis sein Werk wieder angemessen gewürdigt wurde.

Der Vortrag stellt Leben und Werk dieses faszinierenden Künstlers vor, den der Kunstkritiker Willi Wolfradt treffend als den „heißesten Krater der vulkanischen Epoche“ des Expressionismus charakterisierte.

Erik Riedel ist Kunsthistoriker und Kurator des Ludwig Meidner-Archivs am Jüdischen Museum Frankfurt, das den künstlerischen Nachlass Meidners betreut.