Veranstaltungen

Sonntag, 19.04.2026 um 11.00 Uhr

Jawne-Salon | Auf den Spuren der Lehrerfamilie Hartog aus Jever

Bildvortrag von Ainslie Hepburn mit Lesung aus ausgewählten Briefen (englisch/deutsch)

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

„Es begann mit den Briefen. Es waren ziemlich viele, eng gepackt in einer großen Lederbrieftasche und ganz hinten im Schlafzimmerschrank verstaut.“

Als Ainslie Hepburn die Briefe fand, die Henny und Hermann Hartog an die Töchter Lore und Inge geschrieben hatten, wusste sie noch nicht, wohin sie diese Entdeckung führen würde. Die jüdische Familie Hartog lebte in den 1920er/30er Jahren in Jever und Wilhelmshaven, dort amtierte Hermann Hartog als Lehrer an jüdischen Schulen und Kantor. Die Töchter konnten noch rechtzeitig aus NS-Deutschland nach England emigrieren. Ihre Eltern flohen 1939/40 über Brüssel nach Südfrankreich. Die einzige Verbindung blieben die Briefe – bis die Eltern 1942 verhaftet und über das Lager Gurs nach Auschwitz deportiert und ermordet wurden.

© Pen & Sword Books

Ainslie Hepburn, Schriftstellerin und Historikerin, veröffentlichte 2025 das Buch „In the Footsteps of the Holocaust. The Story and Letters of a German Jewish Family“. Dort beschreibt sie die Spurensuche, auf die sie sich mit ihrem Mann Peter Hepburn, dem Enkel von Henny und Hermann Hartog, machte. Ihre Publikation ist ein berührendes Beispiel für die Erinnerungsarbeit der zweiten und dritten Generation im Andenken an die verfolgten und ermordeten jüdischen Verwandten.

Ainslie Hepburn und ihr Mann Peter leben in Brighton und im ländlichen Sussex.

Der Jawne-Salon ist ein Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkorts Jawne und Judaica Cologne und für diese Veranstaltung auch mit der „GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.“

Sonntag, 19.04.2026 um 13.30 Uhr

»DENKMAL AM ORT«

Ausstellung | Führungen

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Der Lern- und Gedenkort Jawne beteiligt sich mit zwei Führungen bzw. Rundgängen am Programm des überregionalen Projektes DENKMAL AM ORT. Details zu den Veranstaltungen in Köln finden Sie hier.

13:30 Uhr | Die Jawne – ein Zentrum jüdischen Lebens und Lernens in Köln (1919-1942)

Auf dem Erich-Klibansky-Platz nahe des Friesenviertels sprudelt der Löwenbrunnen. Er erinnert an die Deportation und Ermordung jüdischer Kinder und Jugendlicher aus Köln und an eines der Zentren jüdischen Lebens in der Domstadt. Neben einer Synagoge gehörte das Jüdische Gymnasium Jawne dazu.
Heute befindet sich hier der Lern- und Gedenkort Jawne, der die Geschichte der Schule und ihrer Schüler*innen lebendig hält. Eine Führung durch die Ausstellung und ein Gang um den ehemaligen Schulhof machen den Ort erfahrbar.

Eva Alsberg mit ihrem Bruder Fritz in London, 1940
© NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

14:30 Uhr | Spurensuche: Eva Alsberg – eine Schülerin der Jawne und die Geschichte ihrer Familie

Die Entfernung zwischen der Königin-Luise-Schule und der Jawne beträgt heute kaum 100 Meter. Doch für meine Mutter, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft diese Schule verlassen musste und auf die Jawne wechselte, muss es ein langer und schwieriger Weg gewesen sein.” (Barbara Walker)

Stadtteilrundgang auf der Suche nach Spuren, die Eva Alsberg und ihre Familie in der näheren Umgebung der Jawne hinterlassen hat. Die Künstlerin Barbara Walker aus Berlin und Tochter von Eva Alsberg wird den Rundgang mit Fotografien, Dokumenten und Erzählungen aus dem Familienkontext begleiten.

Dienstag, 12.05.2026 um 19.00 Uhr

Lesestunde | »Die Hochzeitsgabe« (Geraldine Brooks)

Buchbesprechung mit Axel Berger

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

© btb Verlag

Die Buchrestauratorin Hanna wird 1996 von Sydney in das vom Bürgerkrieg zerrissene Sarajevo gerufen. Sie soll dort die kostbare Sarajevo-Haggadah, eine jüdische Handschrift aus dem 15. Jahrhundert untersuchen. In der Bibliothek angekommen, trifft sie auf den zurückhaltenden moslemischen Museumsleiter, der das Buch vor der Zerstörung gerettet hat. Er irritiert und fasziniert sie gleichermaßen. Und je mehr sich Hanna auf ihrer Spurensuche durch ganz Europa, mit der Schrift und ihrer geheimnisvollen Geschichte beschäftigt, desto mehr wird sie auch mit ihrer Vergangenheit und Herkunft konfrontiert,

Die Lesestunde in der Jawne ist ein gemeinsames Veranstaltungsformat, organisiert von „Chaverim – Freundeskreis zur Unterstützung des liberalen Judentums in Köln“ und der „GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.“

Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Unser aktuelles Jahresprogramm finden Sie hier.

Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de


Veranstaltungen (Archiv)

Montag, 27.01.2025 um 12.30 Uhr

Gedenkstunde am Löwenbrunnen

80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Am 27. Januar 2025 findet anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus die Gedenkstunde am Löwenbrunnen statt. Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region, das Katholische Stadtdekanat und die Synagogen-Gemeinde Köln laden mit dem Lern- und Gedenkort Jawne dazu ein. 

Der Löwenbrunnen auf dem Erich-Klibansky-Platz erinnert an die über 1.100 deportierten und ermordeten jüdischen Kinder und Jugendlichen aus Köln. Auf dem Brunnenrand finden sich die Namen dieser Kinder und Jugendlichen und ebenso das Gebot aus der Tora „Liebe deinen Nächsten, er ist wie du.“ (3. Mose/Wajikra 19,18 in der Übersetzung Buber/Rosenzweig).

Beide Perspektiven sind für die Gedenkstunde wichtig: das Erinnern an die Ermordeten und die nationalsozialistische Verfolgung und die Frage nach dem Zusammenleben in Frieden und gegenseitiger Achtung heute. Davon sind wir angesichts des aktuellen Antisemitismus leider weit entfernt. Umso wichtiger, dass wir gemeinsam das Gedenken am Löwenbrunnen gestalten. Neben Vertreter:innen der Kirchen, der Synagogen-Gemeinde und der Stadt Köln, werden auch Schülerinnen und Schüler ihre Gedanken und Perspektiven einbringen.

Wir freuen uns über alle, die durch die Teilnahme an der Gedenkstunde ein Zeichen des Erinnerns sowie gegen Antisemitismus und für ein friedliches, tolerantes Zusammenleben setzen.

Dienstag, 21.01.2025 um 19.00 Uhr

Die Malerin und Zeichnerin Else Meidner

Vortrag von Erik Riedel (Jüdisches Museum Frankfurt)

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Else Meidner (1901–1987),
Selbstbildnis, 1951, Kohlezeichnung
© Ludwig Meidner-Archiv

Leben und Werk von Else Meidner sind in Köln bislang eher unbeachtet geblieben. Geboren 1901 in Berlin war sie eine von drei Töchtern des Arztes Dr. Heinrich Meyer und seiner Frau Margarete, geb. Fürst. In ihrem Wunsch Künstlerin zu werden von Käthe Kollwitz und Max Slevogt bestärkt, studierte Else Meidner an der Kunstgewerbeschule und der Kunstakademie in Berlin. Später besuchte sie am Berliner Studienatelier für Malerei und Plastik die Zeichenklasse des berühmten expressionistischen Künstlers Ludwig Meidner, den sie 1927 heiratete. 1929 wurde ihr Sohn David geboren.

In den späten 1920ern und frühen 1930ern gelang ihr mit Ausstellungen und Auszeichnungen ein erster Durchbruch. Die thematischen Schwerpunkte im künstlerischen Schaffen von Else Meidner bilden einerseits Porträts und Selbstporträts und andererseits Landschaften und Stillleben.

1933 wurden die künstlerischen Möglichkeiten von Else Meidner durch den in Deutschland herrschenden Antisemitismus jäh beendet. Die Familie zog 1935 nach Köln, wo Ludwig Meidner an der Jawne Zeichenunterricht gab. Nachdem Anfang 1939 der Sohn David mit einem Kindertransport nach Großbritannien gerettet wurde, gelang im August 1939 auch dem Ehepaar die Flucht. In Großbritannien lebten die Meidners unter kärglichsten materiellen Bedingungen. Nach ihrer Ankunft arbeitete Else Meidner zunächst als Dienstmädchen bei einer älteren Frau im Süden Londons. Auch später lebte die Familie in prekären materiellen Verhältnissen. Die künstlerische Anerkennung blieb weitgehend aus.

Als Ludwig Meidner 1953 nach Deutschland zurückkehrte, blieb Else Meidner in London. Sie hatte inzwischen die britische Staatsangehörigkeit angenommen und weigerte sich, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Der gemeinsame Sohn David war bereits 1951 nach Israel ausgewandert und wurde Mitglied in einem Kibbuz. Ihre letzten Arbeiten schuf Else Meidner Mitte der 1960er Jahre. Danach gab sie ihre künstlerische Tätigkeit auf. Sie starb 1987 in London.

Der gut 1.300 Werke umfassende künstlerische Nachlass von Else Meidner wird im Ludwig Meidner-Archiv des Jüdischen Museum Frankfurt betreut. Aktuell werden im Jüdischen Museum Frankfurt in der Ausstellung »Else Meidner. Melancholia« Arbeiten aus ihrem Werk präsentiert.

Erik Riedel ist Ausstellungsleiter und Kurator für den Bereich Bildende Kunst einschließlich des Ludwig Meidner-Archivs. Er hat seit 1991 zahlreiche Ausstellungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts kuratiert, etwa zu Moritz Daniel Oppenheim, Ludwig und Else Meidner, Charlotte Salomon oder Arie Goral. In einer Vielzahl von Publikationen und Katalogen veröffentlichte Erik Riedel Beiträge zur Exilkunst, Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und jüdischen Kulturgeschichte. Gegenwärtig läuft im Jüdischen Museum Frankfurt die von ihm kuratierte Ausstellung »Im Angesicht des Todes«. Er ist auch Kurator der aktuellen Ausstellung mit Werken von Else Meidner.


Dienstag, 14.01.2025 um 19.00 Uhr

Lesestunde | »Die Erwählten« (v. Chaim Potok)

Buchbesprechung mit Heinz-Peter Katlewski

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

© Wunderlich Verlag

»Die Erwählten« handelt von der engen aber komplizierten Freundschaft zwischen zwei Jugendlichen aus unterschiedlichen jüdischen Milieus im New York der 1940er Jahre.
Chaim Potok (1929 – 2002) war ein erfolgreicher jüdisch-amerikanischer Schriftsteller und Rabbiner. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehören sowohl Sach- als auch Erzählliteratur.

Die Lesestunde in der Jawne ist ein neues Veranstaltungsformat, gemeinsam organisiert von „Chaverim – Freundeskreis zur Unterstützung des liberalen Judentums in Köln“ und der „GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e.V.“

Ab 2025 wollen wir jeden zweiten Dienstagabend im Monat um 19 Uhr zusammenkommen, um uns gegenseitig jüdische Erzählliteratur aus aller Welt, sofern sie in deutscher Sprache verfügbar ist, vorzustellen, daraus zu lesen und sie zu besprechen. Mit „jüdisch“ meinen wir fiktionale Bücher und Biografien die aus einem jüdischen Hintergrund geschrieben wurden. Dabei kann es um jüdische Religion gehen, muss es aber nicht. Das Spektrum an Literatur ist breit: Romane, Novellen, Lyrik, Kurzgeschichten, Theaterstücke, Märchen, Legenden, Kinder- und Jugendbücher.

Jede und jeder ist eingeladen die oder der Freude daran hat sich aktiv mit jüdischer Literatur zu beschäftigen. Wir setzen darauf, dass auch viele sich selbst ein Buch vornehmen, um ihre Gedanken und Eindrücke dazu mit anderen zu teilen. Das erste Quartal bereiten wir vor. Es wäre schön, wenn in den folgenden Monaten andere „ihr“ Buch oder eines ihrer Bücher präsentieren würden. Den Flyer zur Veranstaltungsreihe finden Sie hier.

Die Teilnahme an den Lesestunden ist kostenlos (Spenden sind willkommen). Wir bitten um Anmeldung per Mail unter: lesestunde_jawne@email.de

Sonntag, 12.01.2025 um 11.00 Uhr

1000 Km. Zu Fuß. Durch die Wüste.

Bildvortrag von Lea Hößl im »Jawne-Salon«

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

© Lea Hößl

Weiß-blau-orange. Bei vielen Reisen nach Israel war dieses Zeichen an Wanderwegen zu sehen. Sie markieren den Shvil Israel, den Fernwanderweg der einmal quer durch Israel führt.

Lea Hößl hat sich im März 2022 in Eilat auf den Weg gemacht, um Israel zu Fuß zu durchqueren. Allein, mit Zelt und mit dem Rucksack auf dem Rücken.

In Ihrem Vortrag erzählt sie mit vielen Bildern von 2,5 Monaten voller Eindrücke, Erlebnisse und Begegnungen – von phantastischer Natur, aber auch von Gefühlen der Einsamkeit und dem Erfahren körperlicher Grenzen. Vor allem die Begegnungen mit Menschen machten die Reise letztlich zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Der Eintritt ist frei. Die Referentin spendet ihr Honorar für die „tribe of nova foundation“. Die Spenden kommen Überlebenden des Nova Festivals sowie deren Angehörigen zu Gute. Das Nova Festival wurde am 7. Oktober 2023 von Terroristen der Hamas überfallen, 360 junge Erwachsene dabei ermordet.

Mehr Information zu diesem Projekt und Spendenmöglichkeit unter: 
https://www.novaexhibition.com/the-tribe-of-nova-foundation

Sonntag, 24.11.2024 um 11.00 Uhr

»Nur seine Geige ist geblieben«

Die Geschichte von Itzhak Orloff musikalisch erzählt im »Jawne-Salon«

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

In einem moderierten Konzert erinnern Roman Salyutov (Moderation und Klavier) und Alexander Lifland (Violine) an das Leben des Holocaust-Opfers Itzhak Orloff, eines russisch-jüdischen Violinisten, der Ende des 19. Jahrhunderts noch im Zarenrussland geboren wurde. Im Mittelpunkt steht das einzig erhaltene ‚Dokument‘ von Orloffs Leben: seine Geige. Sie hat den Holocaust überlebt, ihr einstiger Besitzer nicht.

Es erklingen Werke von P. Tschaikowsky, M. Mussorgski, P. Sarasate, V. Monti, J. Brahms, J. Strauß, A. Gold, M. Ravel u. a.

Der »Jawne-Salon« ist ein Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkort Jawne mit Judaica Cologne. Die Veranstaltungsreihe möchte der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Köln mehr Raum und Sichtbarkeit geben sowie Möglichkeiten der Begegnung schaffen.

Roman Salyutov (Klavier) © F. Bolte
Alexander Lifland (Violine) © F. Bolte

Freitag, 08.11.2024 um 12.00 Uhr

Gedenkstunde am Löwenbrunnen

86. Jahrestag der Novemberpogrome

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Wir erinnern an die Pogrome vom 9. und 10. November 1938, die sich gegen die jüdische Bevölkerung in Köln und allen anderen Orten Deutschlands richteten. Zugleich setzen wir ein Zeichen der Anteilnahme und Verbundenheit mit Jüdinnen und Juden in Köln, die auch heute wieder und immer noch von Antisemitismus betroffen sind.

Die Gedenkstunde wird von Schülergruppen von zwei Kölner Schulen mitgestaltet. Wir laden alle Bürger:innen, die ein Zeichen der Solidarität und ein Zeichen gegen Antisemitismus und jede Form von Rassismus und Hass setzen möchten, zur Teilnahme ein.

Donnerstag, 07.11.2024 um 19.00 Uhr

Worüber mein Vater kaum sprach: Verfolgung, Flucht und Erinnerung in der deutsch-jüdischen Familie Heydt aus Köln

Vortrag von Prof. Dr. David Heyd (Jerusalem)

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Die deutsch-jüdische Familie Heydt lebte bis 1933 in enger Nachbarschaft im Kölner Agnesviertel, bevor sie durch die NS-Judenverfolgungen auf diverse Kontinente verstreut und manche Familienmitglieder im Holocaust ermordet wurden. Ein Sohn der Familie war Hans Heydt (Jhrg. 1913), der nach seiner Flucht nach Palästina an der Hebrew University in Jerusalem ein international renommierter Wissenschaftler wurde. Sein Sohn David Heyd, emeritierter Professor für Philosophie an der Hebrew University Jerusalem, zeigt in seinem Vortrag anhand von Dokumenten und Bildern aus dem Familienarchiv, wie die Familie die Verfolgungen erlebte und wie die nachfolgenden Generationen mit der Erinnerung daran umgingen.

Die Veranstaltung findet in englischer und deutscher Sprache statt.

Moderation: Dr. Annemone Christians-Bernsee (NS-Dokumentationszentrum) und PD Dr. Felix Römer (Humboldt-Universität zu Berlin)

In Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Samstag, 02.11.2024 um 20.00 Uhr

Museumsnacht Köln

Ausstellung | Gespräch | Führung | Cello

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Sonderausstellung „Mein Leben muss irgendwo eine Wurzel haben“ (mehr Infos)

Geboren 1929 in Berlin in eine jüdische Familie, erfuhr Renate Friedländer die Ausgrenzung und Verfolgung in NS-Deutschland als Kind. Im Januar 1939 wurde sie zusammen mit ihrer Schwester mit einem Kindertransport nach Großbritannien gerettet und entkam so der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Schon früh zeigte Renate Friedländer ihre Begabung für bildende Kunst. Sie besuchte die Kunstakademie in Birmingham und studierte Kunstgeschichte in Freiburg.

Die Ausstellung „Mein Leben muss irgendwo eine Wurzel haben“ verbindet die Geschichte der Verfolgung von Renate Friedländer und ihrer Familie mit einer Auswahl von Arbeiten aus ihrem umfangreichen künstlerischen Werk.

Programm:

20:00 Uhr Renate Friedländer im Gespräch im den Kurator:innen Angelica Bergmann und Werner Fleischer.
21:00 Uhr Musik zur Ausstellung mit der Cellistin Birgit Heinemann
22:00 Uhr Kurator:innenführung durch die Sonderausstellung
23:00 Uhr Musik zur Ausstellung mit der Cellistin Birgit Heinemann

Sonntag, 06.10.2024 um 15.00 Uhr

»Mein Leben muss irgendwo eine Wurzel haben.«

Ausstellungseröffnung

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

Renate Friedländer – Kindertransportkind und Künstlerin

Auf meinem Tisch (Renate Friedländer, 2003)
© Rheinisches Bildarchiv

Zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung im Lern- und Gedenkort Jawne laden wir herzlich ein!

Die Ausstellung »Mein Leben muss irgendwo eine Wurzel haben.« verbindet die Geschichte der Verfolgung von Renate Friedländer und ihrer Familie mit einer Auswahl von Arbeiten aus ihrem umfangreichen künstlerischen Werk.

Mehr Information: Zu den Sonderausstellungen

Begrüßung:
Silke Engel (Vorstand Lern- und Gedenkort Jawne)
Andreas Hupke (Bezirksbürgermeister)

Redebeiträge:
Renate Friedländer (Künstlerin)
Angelica Bergmann und Werner Fleischer (Ausstellungsteam)

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Sonntag, 01.09.2024 um 11.00 Uhr

Das Schicksal der Juden in der arabischen Welt

Einblicke in eine tunesisch-jüdische Familiengeschichte. Vortrag von Sophie Brüss im Rahmen des »Jawne-Salon«

Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstr. 26 / Erich-Klibansky-Platz, Köln

© Sophie Brüss

Die Geschichte der Jüdinnen und Juden in der arabischen Welt reicht über Jahrhunderte hinweg. Jüdinnen und Juden haben seit der Antike in verschiedenen Teilen des Nahen Ostens und von Nordafrika gelebt. Ihre Geschichte in der Region ist von Perioden relativer Toleranz und Koexistenz, aber auch von Zeiten der Diskriminierung und Verfolgung geprägt.

Während vor hundert Jahren noch mehr als 100 000 Jüdinnen und Juden in Tunesien lebten, so sind es heute ca. 1000, die meisten auf Djerba, wo die älteste Synagoge außerhalb Israels steht und dessen Grundstein laut Überlieferung vom ersten Tempel in Jerusalem stammte. Ihre Geschichte steht beispielhaft für die Geschichte der Jüdinnen und Juden in der Region, die abrupt in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts endete.

Sophie Brüss – Theaterkünstlerin und Referentin in der politischen und kulturellen Bildung – hat tunesisch-jüdische Wurzeln und verwebt das Schicksal der Jüdinnen und Juden mit der Geschichte ihrer eigenen Familie.

Der »Jawne-Salon« ist ein Kooperationsprojekt des Lern- und Gedenkort Jawne mit Judaica Cologne. Die Veranstaltungsreihe möchte der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Köln mehr Raum und Sichtbarkeit geben sowie Möglichkeiten der Begegnung schaffen.

© Sophie Brüss