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»L’chaim! – Auf das Leben!«

Nechuma Lubelski und ihr Sohn Chaim
Foto: Elkan Spiller

Chaim ist 63 und zieht zu seiner Mutter, einer KZ-Überlebenden, in ein jüdisches Altenwohnheim. Das gemeinsame Leben der beiden ist von Zärtlichkeit, liebevollen Sticheleien und Humor geprägt. Mit großer Nähe begleiteten wir ihren Alltag, teilen ihre Gedanken und ihr Lachen. Der Film wirft Fragen zur Familie auf, Fragen nach dem, was uns die Eltern mit- und was wir ihnen zurückgeben. Lebenskünstler Chaim scheint verloren zu sein, doch er ist überall zu Hause und dabei immer authentisch. Auf das Leben!

»L’chaim! – Auf das Leben!«, Dokumentation, Elkan Spiller, D 2015, 92 Min.
Trailer zum Film »L’chaim! – Auf das Leben!«

Eine Veranstaltung in der Reihe »Rückkehr nach Deutschland«. Die Reihe versucht die Geschichte von Juden zu ergründen, die nach 1946 zurück nach Deutschland kamen.

Veranstalter: Jüdischer Nationalfonds in Kooperation mit dem Lern- und Gedenkort Jawne.

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»Geben Sie diese Kinder nicht auf!«

Buchvorstellung mit Anne Prior, Dinslaken

(Foto: Anne Prior)

Das neue Buch von Anne Prior rekonstruiert ein fast unbekanntes Kapitel aus der Geschichte der Kindertransporte aus NS-Deutschland, in dem auch Köln eine wichtige Rolle spielt.

Ende Dezember 1938 erreichten 250 jüdische Kinder und Jugendliche aus Deutschland mit dem ersten von insgesamt vier Kindertransporten das Nachbarland Belgien. Unter dem Eindruck der Ereignisse vom 9./10. November hatte der belgische Staat den unbegleiteten Kindern die Einreise bewilligt. Auch Kinder und Jugendliche aus dem Israelitischen Waisenhaus Dinslaken gelangten mit diesem Transport nach Brüssel, nachdem das Gebäude am Morgen des 10. November 1938 überfallen, teilweise zerstört und seine Bewohner vertrieben worden waren. In den folgenden Tagen gelangten die Kinder und Jugendlichen nach Köln.

Im Wohlfahrtsamt der Synagogengemeinde Köln in der Rubensstraße 33 erfolgten in den nächsten Wochen die Vorbereitungen für die Kindertransporte nach Belgien. Die Kinder aus dem Waisenhaus erreichten Ende Dezember 1938 mit Kindern und Jugendlichen aus dem gesamten Rheinland, aber auch aus Berlin und Wien, das Nachbarland Belgien.

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Faschismen und Shoah auf Korfu

Die Korfu war früher eine international hart umkämpfte griechische Insel. Hier lebten seit Jahrhunderten nicht nur Orthodoxe, sondern auch Juden und Katholiken. Selbst nach einem Pogrom 1891 wohnten hier 2.000 Menschen im jüdischen Stadtviertel. Das blieb auch so, als Griechenland Monarchie, Republik, faschistische Diktatur und von Mussolini besetzt war. Doch die deutschen Besatzer deportierten 1944 fast die gesamte griechische Bevölkerung jüdischer Konfession ins Vernichtungslager nach Auschwitz. Wie konnte das passieren?

Die Historikerin Diana Siebert räumt dieser Frage in ihrer neuen Veröffentlichung »Aller Herren Außenposten – Korfu von 1797 bis 1944« breiten Raum ein.

Der Jugendclub Courage Köln e.V. lädt gemeinsam mit der Initiativgruppe Griechische Kultur (POP) und dem Lern- und Gedenkort Jawne zur Vorstellung des Buches und zur Diskussion mit der Autorin ein.

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Kölner Museumsnacht 2016

Am Samstag, 29. Oktober 2016 beteiligt sich der Lern- und Gedenkort Jawne wieder an der Kölner Museumsnacht.

Jacques Neureuter spielt „seltene Celloklänge für eine lange Nacht“ (Foto: Jacques Neureuter)

Programm

20.00 Uhr

Vernissage der Ausstellung »erinnertes vergessen« und Vortrag

Synagogenarchitektur in Deutschland heute von Ulrich Knufinke (Architekturhistoriker, Kurator und Autor)Seit 1990 sind in Deutschland zahlreiche neue Synagogen und jüdische Gemeindeeinrichtungen entstanden. Die manchmal spektakulären Bauwerke, die in Wort und Bild vorgestellt werden, gehören zu den interessantesten Beispielen gegenwärtiger Architektur und weisen auf die reiche, zugleich aber umstrittene religiöse und kulturelle Vielfalt in unseren Städten hin.

21.00 und 22.00 Uhr

Konzert: Seltene & magische Celloklänge für eine lange Nacht

Ausgewählte Stücke für Cello aus dem 20. Jahrhundert, gespielt von Jacques Neureuter.

23.00 Uhr

Film: Ein vergessener Gerechter. Konsul Feliks Chiczewski (1889–1972)

Ein berührender Dokumentarfilm aus dem Jahr 2015 von Jacek Kubiak und der Fundacja TRES über die »Polenaktion« 1938 in Leipzig und den Mut eines polnischen Diplomaten. Gefördert von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.

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Deportiert, als alle schon ans Ende dachten: Emil Marx

Josef Wißkirchen (Foto: Josef Wißkirchen)

XII/10 – ein bisher übersehener Kölner Transport im Februar 1945

Noch am 14. Februar 1945, drei Wochen vor dem Einmarsch der Amerikaner, wurde der Kölner Kaufmann Emil Marx zusammen mit 13 Kölner Juden nach Theresienstadt deportiert: in einem 616 Personen umfassenden Sammeltransport von Personen aus dem Rheinland, Westfalen, Frankfurt, Halle und Leipzig. In Theresienstadt wurde der Transport mit der römischen Ziffer XII (für Frankfurt) versehen. Dass in ihm auch 13 Kölner waren, von denen zwei starben, wurde bisher übersehen. Wegen der Bombardierung Dresdens musste der Zug über Nebenstrecken umgeleitet werden.

Anhand wertvoller Dokumente aus dem Besitz der Tochter Edith Schmitz geb. Marx (u.a. mehrere Postkarten, die der Vater während der viertägigen Fahrt geschrieben hat), werden der Transport und das Schicksal der Familie genau dokumentiert. Der Vortrag fußt auf Wißkirchens 2016 im Klartext-Verlag erschienenen Buch »Verfolgte Nachbarn am Gillbach – Juden in Rommerskirchen«. Die Flucht- und Verfolgungsgeschichten zahlreicher Kölner Juden, die ihre familiären Wurzeln in Rommerskirchen hatten, werden darin beschrieben.

Edith Schmitz, die Tochter von Emil Marx, stellt sich nach dem Vortrag den Fragen des Publikums (Moderation: Manfred Hoeffken, WDR).

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»Erhobenen Hauptes. (Über)leben im Kibbuz Ma’abarot«

Anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz zeigen wir den Dokumentarfilm »Erhobenen Hauptes. (Über)leben im Kibbuz Ma’abarot«.

Die Lebensgeschichten von fünf Personen, die zwei Dinge teilen: Sie alle sind als Kinder in Deutschland geboren und aufgewachsen und wurden als Juden und Jüdinnen ab 1933 von den Nazis verfolgt – und sie alle leben im gemeinschaftlich-sozialistisch organisierten Kibbuz Ma’abarot in Israel. Wann, wie und warum sie dorthin kamen, erzählen sie auf eindrückliche Weise. Wenn sie vom Leben im Kibbuz berichten, spürt man ihre Begeisterung und Leidenschaft.

Eine Veranstaltung des Jugendclub Courage Köln e.V. in Zusammenarbeit mit dem Lern- und Gedenkort Jawne

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Gedenkstunde für die aus Köln deportierten und ermordeten Kinder

Die Gedenkstunde wird von der Synagogen-Gemeinde Köln, dem Katholischen Stadtdekanat und dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region in Verbindung mit dem Lern- und Gedenkort Jawne veranstaltet. In diesem Jahr werden neben VertreterInnen dieser Institutionen und Bürgermeister Hans-Werner Bartsch Schülerinnen und Schüler aus Leverkusen, Neuss und Mechernich die Gedenkstunde mit Beiträgen gestalten.

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Öffentliches Gedenken

Gedenkveranstaltung am Ort der ehemaligen Wohnung der Familie Klibansky

Am 20. Juli 1942 verließ gegen 15 Uhr ein als TRANSPORT DA 219 bezeichneter Zug den Köln-Deutzer Bahnhof in Richtung Minsk in Weißrussland. Darin befanden sich 1164 Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder, die sich am Tage zuvor in den Kölner Messehallen hatten einfinden müssen; einige Personen wurden auch mit Lastwagen dorthin gebracht.

Mitzubringen waren die Wohnungsschlüssel, »Wertsachen jeder Art«, ein Rucksack mit Bettwäsche und Kleidern sowie Verpflegung für drei Tage und 50 Reichsmark, denn die Reise in den Tod musste selbst bezahlt werden.

Viele Menschen kamen aus Köln, aber auch aus dem Kölner Umland, zum Beispiel aus Troisdorf und Siegburg und etwa 220 aus Bonn.

Auch Erich Klibansky, der Direktor des jüdischen Gymnasiums Jawne (St.-Apern-Straße, Nähe Friesenplatz), befand sich mit seiner Mutter, seiner Frau Meta und den drei Söhnen auf dem sogenannten TRANSPORT DA 219. Rektor Klibansky war es im Verlauf des Jahres 1939 gelungen, etwa 130 seiner Schülerinnen und Schüler mit Kindertransporten nach Großbritannien zu bringen und so vor der Deportation und Ermordung zu retten.

Nach vier Tagen erreichte der Zug schließlich den Bahnhof im fernen Minsk. Sämtliche Deportierte wurden noch am gleichen Tag in den einige Kilometer südöstlich von Minsk gelegenen Wald von Blagowschtschina gebracht und dort erschossen. Einige der Opfer wurden möglicherweise auch in sogenannten »Gaswagen« ermordet; auch diese wurden dort ab Juni 1942 bei den Tötungsaktionen eingesetzt. HistorikerInnen schätzen heute, dass mindestens 60.000 Menschen im Wald von Blagowschtschina ermordet wurden.

Am 75. Jahrestag des Verbrechens möchten wir vor der ehemaligen Wohnung der Familie Klibansky an das Geschehene erinnern, das Rettungswerk Erich Klibanskys und seine Familie vorstellen, über die Umstände der Deportation und die NS-Verbrechen in Weißrussland informieren und der Opfer gedenken.

Dazu laden wir alle Nachbarinnen, Nachbarn und alle anderen interessierten Menschen sehr herzlich ein!

Eine Veranstaltung der »Nachbarschaftsinitiative Klibansky« in Zusammenarbeit mit dem »Jugendclub Courage Köln e.V.« und dem »Lern- und Gedenkort Jawne«

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Neue Wege des Gedenkens und Erinnerns – neue Ansätze zur Demokratieerziehung

Die Gedenkstättenpädagogik steht Anfang des 21. Jahrhunderts vor neuen Herausforderungen: die zunehmende zeitliche Distanz zum historischen Ereignis und ein multi-ethnisches Publikum, neue Medien und Konzepte, die Auseinandersetzung mit aktuellen Formen von Rechtsextremismus und Demokratiefeindschaft.

In dieser Veranstaltung geht es darum, wie Gedenkstättenpädagogik heute und in Zukunft gestaltet werden soll und wie das Erinnern an die NS-Zeit mit einer erlebnisorientierten Demokratieerziehung zusammenpasst.

Die Hamburger Künstlerin und Filmemacherin Stefanie Ritter stellt ihren Film »Lebendig weitertragen« über die Arbeit der Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule Hamburg vor. Wie kann das Erinnern an den Nationalsozialismus und die Shoah weitergetragen werden, wenn die zeitliche Distanz zu den Ereignissen mehrere Generationen beträgt und die unmittelbare Begegnung mit ZeitzeugInnen kaum mehr möglich ist?

Im Juli 2017 stimmte der Rat der Stadt Köln der Erweiterung des NS-Dokumentationszentrums im EL-DE-Haus zu einem »Haus für Erinnern und Demokratie« zu. Barbara Kirschbaum, Museumspädagogin im NS-Dokumentationszentrum, stellt das pädagogische Konzept für das neue »Erlebnismuseum« vor. Ist die Verzahnung des Erinnerns an die NS-Zeit mit einem auf eigenes Erleben und aktuelle Erfahrung ausgerichteten Ansatz eine wirksame Strategie zur Demokratieförderung und gegen Rechtsextremismus?

Referentinnen: Stefanie Ritter, Künstlerin und Filmemacherin, Hamburg; Barbara Kirschbaum, Museumspädagogin im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln.

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zur Sonderausstellung »Die Brauns und die Grünebaums«, die noch bis 15. Oktober 2017 im Lern- und Gedenkort Jawne gezeigt wird.

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»Ich bin ein kölsch Mädchen«

Henny Franks, 2015 in Köln
(Foto: Tal Kaizman)

Henny Franks hatte 1939 das große Glück, zu den Kindern zu gehören, die mit einem Kindertransport nach England ausreisen konnten. Der Schulleiter des jüdischen Gymnasiums Jawne, Dr. Erich Klibansky, organisierte diese Rettungsaktion in Köln – 130 Kinder konnten durch ihn gerettet werden.

Henny Franks wurde 1923 in Köln geboren, heute lebt die 94jährige in London. Und sie kommt uns wieder besuchen, so dass wir Gelegenheit haben, ihre Geschichte zu hören und mit ihr ins Gespräch zu kommen. Ferner stellen wir Materialien – Video- und Textdokumente – über Henny Franks für die Arbeit mit Schüler*innen vor, die bei ihrem letzten Besuch 2016 entstanden.

Dieses Seminar findet in Kooperation mit dem evangelischen Schulreferat Köln und Region statt. Bitte melden Sie sich bis zum 7. September 2017 verbindlich im Schulreferat (Kartäusergasse 9, 50678 Köln, Tel. 0221/33 82-274) an.

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zur Sonderausstellung »Die Brauns und die Grünebaums«, die noch bis 15. Oktober 2017 im Lern- und Gedenkort Jawne gezeigt wird.