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Kölner Museumsnacht 2017

Am Samstag, 4. November 2017 (19.00 bis 2.00 Uhr) beteiligt sich der Lern- und Gedenkort Jawne wieder an der Kölner Museumsnacht. Nähere Informationen siehe auch hier.


Programm:

Gerda und Kurt Eisler auf dem See Genezareth bei Tiberias, 1949. © Gerda Eisler

19.30 Uhr

Gerda Eisler: Alles, woran ich glaube, ist der Zufall. Eine Jugend in Graz und Tel Aviv
Buchvorstellung mit Gerda Eisler und der Autorin Inga Fischer

»Alles, woran ich glaube, ist der Zufall« – In ihrem Buch schildert die jüdische Zeitzeugin Gerda Eisler, wie sie die Machtergreifung der Nazis in Österreich erlebt und als Zwölfjährige mit ihren Eltern nach Palästina flieht. Dort dient sie als junge Frau im Unabhängigkeitskrieg. Seit 1969 lebt sie in Deutschland, doch Graz und Tel Aviv bleiben die Orte, die ihr Leben ganz wesentlich geprägt haben.


Meitar Duo © Privat

20.30 und 21.30 Uhr

Ein jüdisches und israelisches Potpourri
Konzert mit dem Meitar Duo –
Sivan Yonna (Gesang) und Tal Botvinik (Gitarre)


Das Meitar Duo ist ein junges Ensemble aus zwei israelischen Musikern, die in Köln leben. Beide haben bereits viele Erfahrungen als Solisten und Kammermusiker gesammelt – ihre gemeinsame Leidenschaft für jüdische und israelische Musik führte sie jetzt zusammen.

Das Meitar Duo bringt ein reiches Repertoire auf die Bühne: „Eretz Israel Hayafa“-Lieder (klassische israelische Lieder), sephardische und Ladino-Lieder in originalen Arrangements und ein klassisches Repertoire von jüdischen Komponisten der Vergangenheit und Gegenwart – ein Mosaik, das die reiche israelische und jüdische Musikkultur widerspiegelt.





Sonderausstellung:

Meta und Erich Klibansky
Zwischen selbstbewusstem Judentum
und Moderne


Ausstellungseröffnung:
Donnerstag, 26. Oktober 2017, 19.00 Uhr


Als Ergänzung zur Ausstellung »Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung« stellt der Lern- und Gedenkort Jawne in seinen Galerieräumen das Leben und die Arbeit von Erich und Meta Klibansky vor. In dieser Ausstellung sind auch zahlreiche bislang nicht gezeigte Bilder und Dokumente zu sehen.

Dr. Erich Klibansky, Direktor des einzigen jüdischen Gymnasiums im Rheinland, rettete von Januar bis Juli 1939 mehr als 130 Kinder mit Kindertransporten nach Großbritannien. Der Beginn des Krieges zerschlug seinen Plan, die gesamte Schule nach Großbritannien zu verlegen. Meta Klibansky, geborene David, war vor ihrer Heirat Lehrerin an der Israelitischen Töchterschule in Hamburg. In der Jawne unterrichtete sie Englisch. Das Ehepaar hatte drei Kinder: Hans Raffael, Alexander und Michael.

Meta und Erich Klibansky repräsentieren diejenigen jüdischen Deutschen, die bewusst orthodox, »thoratreu«, lebten und zugleich politisch und intellektuell Teil der modernen deutschen Gesellschaft waren. Zusammen mit mehr als 1.000 jüdischen Menschen aus Köln und dem Umland wurde die Familie am 20. Juli 1942 nach Minsk deportiert. Sie alle wurden sofort nach der Ankunft ermordet.

26. Oktober 2017 bis 30. April 2018



Vernichtungsort Malyj Trostenez
Geschichte und Erinnerung

Ausstellung im EL-DE-Haus

Die Ausstellung würdigt die Opfer des Vernichtungslagers Malyj Trostenez. Zwischen 1942 und 1944 wurden in dem nahe Minsk gelegenen Lager 40.000 bis 60.000 Menschen – überwiegend Juden – ermordet. Unter ihnen befanden sich mehr als 1.000 Männer, Frauen und Kinder aus Köln.

Die Ausstellung zeigt zugleich, auf welche Weise und an welchen Orten in Belarus, Deutschland, Österreich und Tschechien der Ermordeten gedacht wird. Malyj Trostenez soll so in der öffentlichen Wahrnehmung als europäischer Tat- und Erinnerungsort verankert werden.

Ausstellung und Begleitprogramm werden als Kooperationsprojekt des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, des Lern- und Gedenkorts Jawne und der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus – An der Synagoge e.V. und des IBB Dortmund präsentiert.

19. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018

EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23–25, Köln



Details zu den Veranstaltungen des Begleitprogramms:

Ausstellungseröffnung:
Vernichtungsort Malyj Trostenez
Geschichte und Erinnerung

Mittwoch, 18. Oktober 2017, 19.00 Uhr
EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23–25, Köln


Podiumsdiskussion:
»Vergessen kann man‘s nicht und verstehen kann man‘s auch nicht«

Kurt Marx wurde 1925 in Köln als einziges Kind von Siegmund und Irma Marx geboren. Obwohl seine Eltern sich um eine gemeinsame Emigration in die USA bemühten, unterstützten sie zunächst die Ausreise ihres Sohnes nach England. 1939 kam er mit einem von Dr. Erich Klibansky, dem Direktor der Jawne, organisierten Kindertransport nach London. Die Eltern von Kurt Marx konnten sich nicht retten. Sie wurden im Juli 1942 nach Malyj Trostenez deportiert und dort ermordet.

Moderation: Larissa Schmitz

Mittwoch, 8. November 2017, 19.00 Uhr
EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23–25, Köln



Stadtführung:
Der Vernichtungsort Malyj Trostenez
Eine Stolpersteinführung
Mit Dr. Katja Lambert

Die internationale Sonderausstellung Malyj Trostenez erinnert anhand einzelner Schicksale an die Geschichte des Vernichtungslagers und die Ermordung der meist jüdischen Opfer. In einer zweistündigen Führung durch Köln wird von Stolperstein zu Stolperstein der Schicksale der über 1.000 Kölnerinnen und Kölner gedacht, die von Köln nach Belarus deportiert und ermordet wurden. Sowohl in der Ausstellung als auch in der Führung spielt die Kölner Jawne eine besondere Rolle. Deren Direktor Dr. Erich Klibansky wurde mit seiner Familie und seinen Schülerinnen und Schülern in das Vernichtungslager deportiert und ermordet.
 
Sonntag, 19. November 2017, 14.00 Uhr
Treffpunkt: NS-Dokumentationszentrum

Kosten: 8 Euro
Anmeldung bis zum 15.11.2017 unter www.museenkoeln.de


Vortrag:
Zur Geschichte der Wahrnehmung
von Malyj Trostenez
Mit Dr. Aliaksandr Dalhouski

Der Vortrag thematisiert die Probleme der Historisierung sowie Besonderheiten der sowjetischen Wahrnehmung und Gestaltung von Gedenkstätten an den Orten der Massenvernichtung bei Malyj Trostenez. Auch geht es um gegenwärtige Tendenzen zur Transformation des sowjetischen Gedenkortes in einen gesamteuropäischen Erinnerungsort.

Dienstag, 28. November 2017, 19.00 Uhr
EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23–25, Köln



Film:
Die vergessenen Kinder von Köln
Deportation Köln – Minsk/Malyj Trostenez

Dokumentarfilm von Jürgen Naumann, D 2006, 60 Min.
Anschließendes Podiumsgespräch mit Paul Kohl

Jürgen Naumann folgt den Spuren von über dreihundert jüdischen Kindern und Jugendlichen, die im Juli 1942 von Köln aus deportiert wurden. Viele von ihnen hatten in der Jawne, dem einzigen jüdischen Gymnasium im Rheinland, Zuflucht gefunden. Ehemalige Schülerinnen und Schüler der Jawne, die auf Kindertransporten nach Großbritannien durch den Direktor der Schule Dr. Erich Klibanksy gerettet werden konnten, berichten über das Schicksal von Schulkameraden und Familienangehörigen.

Donnerstag, 7. Dezember 2017, 19.00 Uhr
EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23–25, Köln